Basel

13. März 2018 18:54; Akt: 13.03.2018 18:54 Print

Wer klaut 100 Rettungsringe?

Jedes Jahr werden in Basel rund 100 Rettungsringe gestohlen oder mutwillig in den Rhein geworfen. Das kann im Ernstfall Leben kosten.

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Entlang der Grossbasler Rheinpromenade bei der Novartis sollten Schwimmer zurzeit besser nicht in Not geraten. Es hat nämlich keine Rettungsringe mehr. Diese wurden entweder gestohlen oder in den Rhein geworfen. Das ist kein Einzelfall. Jährlich verschwinden in Basel entlang des Rheins rund 100 Rettungsringe, berichtete das SRF Regionaljournal.

«Aus was für Gründen auch immer treiben Leute Unfug damit, schmeissen sie in den Rhein oder zünden sie an», sagt Polizeisprecher Martin Schütz gegenüber SRF. Manche nehmen sie auch als Souvenir mit. Die Polizei schnappte letztes Jahr einen jungen Mann am Bahnhof SBB, der sich beim Rheinschwimmen augenscheinlich in einen rot-weissen Ring verliebte.

Im Notfall zählt jede Sekunde

Im Falle eine Notfalls ist das problematisch. Der Ersatz eines Rettungsrings dauert in der Regel mehrere Tage. Nicht, dass die Ringe alle Tage gebraucht würden. «Die Rheinpolizei schätzt, dass jedes Jahr zwischen einem und fünf Rettungsringen für ihren effektiven Verwendungszweck eingesetzt werden», sagt Schütz auf Anfrage. Vergangenes Jahr wurden insgesamt neun Personen aus dem Rhein geborgen. Und das längst nicht nur während der Schwimmsaison im Sommer. Die letzte gemeldete Rettung datiert vom 31. Oktober, als ein Mann aus unklaren Gründen von der Mittleren Brücke stürzte.

Gerät ein Schwimmer im Rhein in Not, zählt jede Sekunde. «Mit einem Rettungsring kann man den Ertrinkungsprozess unterbechen und einer Person in einer Notlage Zeit verschaffen, ohne selbst ein Risiko eingehen zu müssen», erklärt Philipp Binaghi, Sprecher der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft. Wenn Rettungsringe wegen Diebstahl oder Vandalismus fehlen, sei das sehr bedauerlich. «Man merkt immer erst dann, dass einer fehlt, wenn man ihn braucht.»

Gute Erfahrung mit Plomben

Die Rettungsringe in Basel sind im Gegensatz zu anderen Städten in der Schweiz nicht plombiert. In Luzern habe man mit plombierten Rettungsboxen sehr gute Erfahrungen gemacht, sagt Binaghi. Die Plombe lässt sich zwar leicht entfernen, führt aber offensichtlich dazu, dass Lausbuben sich zweimal überlegen, ob sie einen Rettungsring aus Jux entfernen.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Asterix am 13.03.2018 19:03 Report Diesen Beitrag melden

    Intelligenznotstand

    Je technischer unsere Welt wird, um so mehr schwindet die Intelligenz der Menschen. Hier waren wieder mal ein paar "Superheroes" am Werk. Gratuliere, Ihr könnt stolz auf Eure "Leistung" sein. Langsam bekomme ich das Gefühl, dass unsere Gesellschaft im Mittelalter geistig viel weiter war als heute.

  • SoSos am 13.03.2018 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Echt Traurig

    Finde sowas echt Traurig. Eigentlich braucht man bei sowas garnicht Fanden, denn sowas kostet nochmal das X-Fache und der Täter kommt wieder mit leichten Strafen davon. Schade aber ich bin endlich für richtige Strafen Und vorallem für den Schaden und den Einsatz aufkommen.

  • Piri am 13.03.2018 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool?

    Asoziale Elemente und finden sich noch Cool dabei.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nur so ein Gedanke am 13.03.2018 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefahrenzonen

    Dachte, es gäbe überall wo es Menschenansammlungen gibt, auch Überwachungskameras. Warum eigentlich dort nicht?

  • Peter Roth am 13.03.2018 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drakonische Strafen

    Bei jedem Rettungsring ein Schild anbringen mit einer Bussenandrohung von 180.000 Franken im Missbrauchsfall, dann traut sich niemand mehr Rettungsringe grundlos zu entfernen.

  • Danny am 13.03.2018 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    Überwachung

    Ich würde diese Dinger ählich wie bei AED Geräten unter Alarm stellen, nimmt diese Dinger weg hupts, im besten Fall mit einem Signal das Pikettschiffe signalisiert wohin sie müssten. Klar das letztere ist sicher kostspielig aber für eine Rettung im Rhein sicher hilfreich. Der Alarm schreckt sicher ab da doch ab und an auch mal jemand schaut wenn dann ein greller Ton losgeht, da würde sicher nochmals überlegt diese Sinlos zu entfernen.

  • Ruedi Rüssel am 13.03.2018 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Wildfotoapparat und Foto ins Netz

    Man nehme eine Wildfotokamera, macht vom Klauer ein oder 2 Fotos. Danach ins Netz stellen, Fr.200.-- für Hienweis welcher zum Täter führt. Täter später zu den Unkosten und einer vierstelligen Busse verdonnern notabene unbedingt. Dazu 100 Sozialstunden zur Reinigung der Rheinprommenade. Mal sehen ob das dann noch Spass macht.

  • Piri am 13.03.2018 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool?

    Asoziale Elemente und finden sich noch Cool dabei.