Kanton Baselland

14. Juni 2018 16:51; Akt: 14.06.2018 23:11 Print

Anlagebetrüger erbeuten drei Millionen Franken

Angebliche Finanzmakler haben im Kanton Baselland in jüngster Zeit rund drei Millionen Franken Beute gemacht. Die Täter gehen hochprofessionell vor.

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Die Anlagebetrüger akquirieren ihre Opfer mit sogenannten Cold Calls und versprechen Traumrenditen. (Bild: Briana Jackson/Symbolbild)

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Die Baselbieter Staatsanwaltschaft warnt in einer Mitteilung vom Donnerstag vor sogenannten Cold-Call-Betrügern. Die falschen Finanzmakler haben per Telefonakquise im Kanton Baselland in den letzten Monaten rund drei Millionen Franken ergaunert. Die zumeist Deutsch oder Englisch sprechenden Betrüger geben sich als Finanzmakler aus und versprechen Opfern hohe Renditen aus Finanzanlagen und verleiten sie zu Kreditkartenzahlungen oder Geldüberweisungen auf ausländische Konten.

Die Täter würden sehr professionell vorgehen, warnt die Staatsanwaltschaft. «Die Täter operieren mit zwei Betrugsmaschen. Sie bieten Aktien real existierender Firmen – die sie allerdings nie kaufen – oder Aktien von fiktiven Firmen an», erklärt Sprecher Michael Lutz. «Für diese Fake-Firmen erstellen sie sogar Webseiten.»

Ein Dutzend Opfer betroffen

Die Zertifikate und Kontoauszüge, die die Betrüger bereitstellten, seien «täuschend echt». Ganze Online-Handelsplattformen wurden dazu aufgesetzt, auf denen sich die Opfer einloggen und ihr Investment überwachen können. Die Betrüger betreiben einen erheblichen Aufwand, um das Vertrauen der Anleger zu gewinnen.

Mit Erfolg: Im Kanton Baselland gibt es bis dato mindestens zwölf Geschädigte. In einem Fall wurde gar über eine Million Franken investiert, wie die Staatsanwaltschaft mitteilt. Die Opfer seien sowohl Privatpersonen wie auch in Finanzangelegenheiten erfahrene Geschäftsleute.

«Geld ist in der Regel endgültig verloren»

«Wenn solche Transaktionen per Kreditkarte oder auf ausländische Konten erfolgen sollen, müssen die Alarmglocken schrillen», sagt Lutz. Typischerweise stellten die Betrüger Traumrenditen in Aussicht und würden nur einen geringen Anlagebetrag verlangen. Danach würden die Anleger aber unter Druck gesetzt, mehr zu investieren. «Plötzlich heisst es dann, es gebe Probleme und man solle einen Betrag nachschiessen, sonst sei alles verloren», erzählt er.

Die Verfolgung der Täter ist schwierig. Sie verstecken sich hinter falschen Identitäten und ausländischen Scheingesellschaften, die auch über den Rechtshilfeweg kaum ermittelt werden könnten. «Das ertrogene Geld ist in der Regel nicht mehr auffindbar und endgültig verloren», so die Behörde.

(lha)