Opfer von Achterbahn-Unfall

31. Oktober 2017 11:59; Akt: 31.10.2017 14:48 Print

«Das hat richtig geknallt, das war nicht harmlos»

Markus Hicklin war am Samstagabend in einem Unfallwagen der Rock & Roller Coaster an der Basler Herbstmesse. Der Bahnbetreiber verharmlose den Unfall, kritisiert der Oberwiler.

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Die Anlage habe perfekt funktioniert, die Notbremsung sei perfekt ausgelöst worden, sagte der Betreiber der Rock & Roller Coaster Lutz Vorlop am Montag gegenüber 20 Minuten. Auf der grössten Achterbahn der Basler Herbstmesse auf dem Kasernenareal war am Samstagabend ein Wagen bei der Einfahrt auf ein anderes, bereits stehendes Gefährt geprallt. Beim Unfall wurden fünf Personen verletzt, Markus Hicklin und seine Freundin waren zwei der Opfer. Sie sassen zuvorderst im bereits stehenden Wagen.

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«Das hat richtig geknallt, das war nicht harmlos», sagt der 56-Jährige Oberwiler. Der nachfolgende Wagen sei praktisch ungebremst aufgefahren. «Der Bahnbetreiber hat den Zwischenfall total verharmlost.» Hicklin stört sich vor allem daran, dass Vorlop im Interview mit 20 Minuten suggerierte, dass sich nicht alle Opfer korrekt festgehalten hätten. «Das stimmt nicht, wir haben uns richtig verhalten», betont er. «Das war deutlich heftiger als ein Crash mit einem Autoscooter.»

«Es kam noch keine Entschuldigung»

«Unser Wagen stand bereits, aber wir konnten nicht aussteigen. Ich habe nach hinten geschaut und gesehen, dass der nächste Wagen auf uns zu rattert. Da habe ich mich festgehalten und meiner Freundin gesagt, dass sie sich festhalten und nach vorne lehnen soll», schildert Hicklin die Sekunden vor dem Crash. Die ältere Frau in der Reihe hinter ihm musste nach dem Aufprall ins Spital. Hicklins Freundin wurde für drei Tage krank geschrieben.

Hicklin selbst trug Prellungen davon. Die Kosten für die ärztliche Untersuchung wird er dem Bahnbetreiber in Rechnung stellen. Von diesem hat er seit dem Unfall nichts mehr gehört. «Es kam noch keine Entschuldigung.» Stattdessen würde der Bahnbetreiber das Ganze nun bagatellisieren. Er verstehe ja, dass der Betreiber sein Geschäft schützen möchte. Trotzdem findet Hicklin Vorlops Verhalten «total daneben».

Staatsanwaltschaft ermittelt

Hicklin und seine Freundin waren nach dem Vorfall am Samstagabend mehrere Stunden auf dem Polizeiposten. Die Basler Staatsanwaltschaft hat in Zusammenhang mit dem Unfall auf der Rock & Roller Coaster ein Verfahren eingeleitet und Material des Bremssystems der Achterbahn sichergestellt.

(lha)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schleudertrauma am 31.10.2017 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffe nichts gröberes passiert.

    Zum Glück konnten sie sich darauf vorbereiten, dass fängt ein wenig Schaden ab. Wenn der nachfolgende Wagen völlig unvorbereitet einschlägt, kann das ein übles Schleudertrauma nach sich ziehen, dass man nicht mehr los bekommt und die Lebensqualität erheblich einschränken kann mit Migräne, Depression und Co. Das wünscht man keinem!

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  • Ina B. am 31.10.2017 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gier

    Schade, dass da seitens des Betreibers nicht mehr Haltung gezeigt wird. Das passiert halt, wenn die Gier einen bestimmt und nicht das Wohl anderer.

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  • Ronny C. am 31.10.2017 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Profis am Werk ?

    Diese immer wieder auf-und abgebauten Achterbahnen kommen nicht mal im Ansatz an die Sicherheitsstandards fest eingebauter Bahnen ran. Im Europapark hat es eine Horde spezialisierter Techniker, die die Fahrgeschäfte überwachen, warten und jede Schraube kennen. Diese Bastel-Bahnen hier sind ein Grauen und die Abnahmen, gerade vom TÜV, wohl ähnlich wie die deutschen Abgastests. Beide Augen zudrücken, kommt schon gut....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M. Meyer am 31.10.2017 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weshalb sollte man das glauben?

    Wieso jetzt mit den Medien reden? Der Zeuge könnte doch auch einfach die Ermittlungen der Stawa abwarten und wenn es tatsächlich ein Verschulden des Betreibers war immer noch Schadensersatz verlangen. Weiterhin ist die empfundene Stärke des Aufpralls sehr subjektiv. Die Gutachter werden hier die nötige Objektivität bringen.

  • Daniel80 am 31.10.2017 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Wenn man sieht das so etwas passiert ist das dü....te zu sagen lehne Dich nach vorne. Damit man dann mit voller Wucht an die Lehne und die Kopfstütze knallt. Richtig einfach normal sitzen bleiben. Und es war eine Notbremsung da kann es wohl zum Auffahren kommen, so etwas passiert ein Unfall halt. Und der TÜV macht seine Arbeit gut zum Zeitpunkt der Kontrolle war alles in Ordnung. Wenn dann ein Teil ausfällt kann man es eben nicht ändern. Das weiss man aber wenn man dort einsteigt. Ist wie bei Flugzeugen

  • Roger am 31.10.2017 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    materialfehler

    ich denke das ist ein materialschaden, der überall auftreten kann, auch bei einem frischgeprüftem auto oder auch velo. ich kenne diese bahnen sehr gut und ich würde mir jetzt nicht gleich sorgen machen. das es verletzte gegeben hat ist äusserst unangenehm. der tüv ist sehr streng. die italiener wollen zbs keine bahnen verkaufen wenn es an den tüv in deutschland geht, weil sie da zu streng nachschauen. übrigens sind bei der abnahme in der schweiz kontrollen von staat vorgegeben, nach jedem aufbau und vor inbetriebnahme.

  • Scotty am 31.10.2017 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Déjà-vu

    Da war wohl Final Destination am Werk..

  • Candice am 31.10.2017 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Theater

    Es kann überall etwas passieren.Warum macht man jetzt soooo ein Theater.Meine Güte!