Fahrdienst

10. August 2017 15:25; Akt: 10.08.2017 16:29 Print

Die Zeit spielt in Basel gegen Uber Pop

von Lukas Hausendorf - In Zürich hat Uber dem umstrittenen Amateur-Fahrdienst den Stecker gezogen. In Basel soll Uber Pop noch weiterlaufen. Wohl aber nicht mehr lange.

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«Basler Regierung muss Uber-Kooperation beenden», titelte die Gewerkschaft Unia am Donnerstag in einer scharf formulierten Medienmitteilung. Der kalifornische Fahrtenvermittler Uber hatte per Donnerstag in Zürich seinen Amateurfahrdienst Uber Pop eingestellt. Das Angebot ist politisch höchst umstritten und bewegt sich am Rande der Legalität.

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Jedermann kann für Uber Pop fahren, eine Bewilligung für den gewerbsmässigen Personentransport, wie ihn Taxifahrer benötigen, ist nicht erforderlich. Eine Fahrt kostet nur einen Bruchteil des ortsüblichen Taxi-Tarifs. Die Uber-Pop-Fahrer verdienen allerdings auch fast nichts dabei. Das Taxigewerbe ist über die Dumping-Konkurrenz gar nicht erfreut. Als Uber Pop in Basel an den Start ging, mussten hiesige Taxiunternehmen happige Einbussen verkraften.

«Die Nachricht aus Zürich macht Hoffnung», sagt Kurt Schaufelberger, Geschäftsführer der Basler Taxi Zentrale. Und Schaufelberger hat allen Grund dazu. Dabei darf er allerdings weniger auf den Gesetzgeber hoffen, wie das die Gewerkschaft Unia tut, sondern vielmehr auf die Polizei. Die Basler Politik hat sich erst im Frühling gegen eine Verschärfung des Taxi-Gesetzes samt Uber-Passus entschieden.

Verfahren und Bussen mit Abschreckender Wirkung

Uber-Pop-Fahrer verstossen reihenweise gegen die gesetzlichen Bestimmungen. Zulässig wären nur zwei entgeltliche Personentransporte pro 16 Tage. Derzeit laufen 54 Verfahren gegen Amateurfahrer, zwei Strafbefehle wurden schon ausgestellt und sind rechtskräftig. Neben bedingten Geldstrafen wurden Bussen zwischen 500 und 5000 Franken ausgestellt. Diese Sanktionen dürften abschreckende Wirkung auf alle potentiellen Uber-Pop-Fahrer haben.

Uber selbst gibt sich bedeckt. Weder kann das Unternehmen auf Anfrage mitteilen, wie viele Fahrer in der Region Basel für Uber Pop unterwegs sind, noch wie viele es für den teureren und professionellen Fahrdienst Uber X sind. Das Unternehmen nennt einzig ungefähre Zahlen für Zürich, dort sind mehr als 1000 Partner-Fahrer für Uber X und Uber Black unterwegs.

Fahrer springen ab

In Zürich hat Uber offensichtlich die kritische Masse erreicht, damit es den unrentablen Pop-Dienst einstellen kann. Am teureren Uber X verdienen sowohl die Chauffeure wie auch das Unternehmen mehr. Dafür ist auch eine Lizenz für den gewerbsmässigen Personentransport erforderlich. Vielerorts stellte Uber den billigen Amateurservice schon ein, wenn genug Nutzer akquiriert werden konnten. Denn fürs Anlocken neuer Kundschaft ist Uber Pop ein ideales Marketinginstrument.

In Basel scheint es, habe Uber schlicht noch nicht genug professionelle Fahrer als Partner gewinnen können. Und die Amateurfahrer dürften ihnen reihenweise davonlaufen, weil sie empfindliche Bussen fürchten müssen. Das gilt übrigens auch für Kunden. Erklärungen, man sei privat unterwegs und mit dem Fahrer befreundet, wurden auch schon als Umgehungsversuche gewertet.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Anon am 10.08.2017 15:49 Report Diesen Beitrag melden

    Trotzdem kein Taxi!

    Die können von mir aus verbieten was sie wollen! Ich steige trotzdem nie wieder in ein völlig überteuertes Taxi und lass mich dabei abzocken. UberPop war das Beste was der Taxi-Abzockerbranche passieren konnte. Ich freu mich auf (im Ausland) UberPool oder von mir aus auch auf das bisschen teurere UberX. Hauptsache NIE wieder normales Basler Taxi. Punkt!

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  • Tito A am 10.08.2017 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uber or nothing

    Dumping Preise hin oder her! Im Taximarkt ist überhaupt nichts passiert. Bis auf Uber sind die Preise noch genau gleich, der Service gleich schlecht, Kartenzahlung nicht erwünscht und die Taxis alt und teils dreckig. Nicht mal Uber konnte dieser verstaubten Industrie was anhaben. Schade, ein Taxi werde ich hierzulande nie nehmen.

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  • Marina am 10.08.2017 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Taxis

    wuerde privat auch Taxis nehmen...aber die Tarife sind einfach zu hoch und es hat mehr schwarze Schafe als anständige, vor allem wenn man sie an gewissen Orten besteigt...ganz Uebel ist der HB...gut sind hingegen diejenigen, die ich über den Firmenaccount bestelle...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sushi13 am 27.08.2017 09:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade Marmelade

    Ich finde Uber super. Benutze es selber oft und bin sehr zufrieden. Eine andere lösung wäre, die Taxis billiger zu machen... In keinem anderen Land zahlt man so viel für taxis.

  • Michelle Bayer am 14.08.2017 06:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn

    ...und den Rotkreuz-Fahrern, welche Patienten zum Arzt, ins Spital etc. hin- und zurückfahren, macht man das Leben schwer: Sie sollten eine Taxi-Lizenz erwerben! Es wird echt mit verschiedenen Ellen gemessen, in unserem Land!

    • Beat Hügli am 17.08.2017 21:29 Report Diesen Beitrag melden

      Fast richtig Michelle...

      Es ist doch sinnvoll, dass auch "Rotkreuz-Fahrer" (wie Du sie nennst), eine praktische Prüfung ablegen müssen. Immerhin tragen auch sie eine grosse Verantwortung. Das gibt dann im Fahrausweis den Eintrag 122. Eine Theorieprüfung muss dafür nicht abgelegt werden und die Fahrzeuge müssen keinen teuren Fahrtenschreiber eingebaut haben. Ein 122er darf aber auch keinen Taxi fahren.

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  • Steve am 11.08.2017 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Lockangebot

    Uberpop war nur ein Lockangebot von Uber, auch Uberx wird in Zukunft teurer werden, nur scheinen, dass die meisten nicht zu kapieren. Uberpop verdient auch mehr nur mit dem uberx angebot. Uber wollte sich mit den billig Preisen nur ein Monopol aufbauen.

  • Reto J. Eya am 11.08.2017 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    TOP, die Wette gilt!

    Ich wette, dass keiner der Lesermail Schreiber die gegen reguläre Taxis votiert haben nur eine Woche deren Job machen würde (Verdienst) und, vor allem zu deren 'Arbeitszeiten und Bedingungen'!!

    • marktlohn am 11.08.2017 18:01 Report Diesen Beitrag melden

      Marktlohn

      Warum auch? Es gilt freie Berufswahl .. Viele haben viel Zeit + Geld in ihre Ausbildung investiert und gehen deshalb einem besserbezahlten Beruf nach. Wenn taxi-Verfahren nun nicht mehr rentabel ist sollte man sich für etwas anderem umsehen.

    • Ludwig am 11.08.2017 23:29 Report Diesen Beitrag melden

      ab einem gewissen Laternicht mehr

      Schauen sie doch mal Taxifahrer an, sind nun definitiv nicht junge Leute die vor der Berufswahl stehen. für einen Mitte 40 jährigen oder 50 jährigen immigranten kann es nicht so einfach sein einfach schnell einen anderen Beruf zu erlernen. Zudem macht Taxifahrer eigentlich niemand freiwillig, man macht es mehrheitlich mangels optionen. Haben sie schon jemand gesehen, der Taxifahrer als Traumberuf findet.

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  • C. C. am 10.08.2017 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer diese Unia ...

    Ob verboten oder nicht. Dann wird es eine andere Möglichkeit geben, Leute zu finden, die einen von A nach B fahren. Selbstverständlich kostenlos, die Bezahlung findet dann unter der Hand statt. Wie immer ist es erfreulich, dass Unia die Folgen einkalkuliert - not!