M4Music-Festival

02. April 2017 19:25; Akt: 03.04.2017 11:32 Print

Zøla – über Nacht zum nationalen Geheimtipp

Am M4Music-Festival wurden die vielversprechendsten Nachwuchskünstler der Schweiz gekürt. Der Basler Naim Mbundu (19) alias Zøla überzeugte die Jury in der Sparte Urban.

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Das M4Music-Festival in Zürich und Lausanne ist der wichtigste Termin im Jahreskalender des Schweizer Musikmarkts – und die Demotape Clinic ist der heisse Preis, um den sich am Festival alles dreht. Vergeben wird er in den Kategorien Pop, Electronic, Rock und Urban – hier ging der junge Basler Zøla als Sieger hervor. Und avancierte damit vom lokalen Underground-Phänomen zum nationalen Geheimtipp.

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«Jury hat meine Musik verstanden»

Zøla ist Naim Mbundu, also eigentlich Naim Zola Mbundu. «Zola ist mein zweiter Name. Mein afrikanische Verwandschaft nennt mich ausschliesslich so», sagt Naim, der angolanische Wurzeln hat. Müde klingt der 19-Jährige am Tag nach seinem Gewinn – und nach einer durchzechten Nacht. Aber auch glücklich: «Ich habe mich unglaublich gefreut. Ich hätte das nie erwartet», sagt er.

In der mit 3000 Franken dotierten Demotape Clinic setzte er sich mit seinem Track «Solar» gegen 14 Mitstreiter durch. «Ich glaube, die Jury hat verstanden, was ich mit meiner Musik schaffen will», erklärt sich Mbundu seinen Sieg. Seine Musik sei speziell und das habe die Jury honoriert. «Ich will auf keinen Fall arrogant wirken, aber meine Tracks haben eine Art Qualität, die an den amerikanischen Musik-Markt erinnert», erklärt er weiter.

Kid Cudi und Led Zeppelin als Vorbild

Seine 2016 erschienene EP «Boy in the North» mit dem manchmal harten, manchmal melodiösem Sound klingt wie aus der Hand von Rappern wie Kid Cudi und Kanye West – beides Vorbilder von Mbundu. Aber auch Rockmusik aus den 70ern und 80ern inspiriere ihn: «Ich sammle, was mir gefällt», sagt er.

Sein preisbringender Track «Solar», das Intro zu seinem voraussichtlich im Mai erscheinenden Album, zeigt dies beispielhaft. Electronic, Pop und Rap erfahren darin eine Mischung, die «eine dichte Stimmung schafft, die den Hörer in den Bann zieht», wie wiederum die Jury am Tag danach ihre Wahl erklärt. Zøla sei ein junger Künstler mit viel Potential.

Zøla setzt alles auf die Musik

Mbundu will dieses Potential ausschöpfen und konzentriert sich – bis auf einige notwendige Nebenjobs – komplett auf seine Musik. Schon mit sieben Jahren begann er, Gitarre zu spielen. Mit 12 nahm er seine ersten Tracks auf, damals noch Indie-Rock. Nach seinem WBS-Abschluss mit 15 habe er Praktikas gemacht und auch eine Lehre begonnen. «Das war jedoch alles nichts für mich. Mir fehlten die Erfolgserlebnisse», erzählt er. In der Musik spüre er diese.

Dass das Musik-Business nicht das einfachste und sicherste ist, ist ihm bewusst: «Man hat natürlich immer irgendwo Existenzängste. Und es ist manchmal auch mental anstrengend. Aber das ist es mir wert.». Falls in drei, vier Jahren doch nichts daraus werden würde, könne er immer noch eine Ausbildung machen.

Zøla zieht es auf die Bühne

Was bis dahin passiert, weiss Mbundu nicht: «Ich gehe Step by Step. Einen längerfristigen Plan habe ich nicht». Er wolle auf alle Fälle mehr Live-Sets spielen und auf Tour gehen. Was der M4Music-Gewinn mit sich bringt, werde sich weisen: «Ich lasse es auf mich zukommen.»


Zølas Gewinnertrack Solar (mx3.ch)

(rob)

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