Italien

11. November 2017 02:59; Akt: 11.11.2017 03:21 Print

Stadt sackt Geld aus Trevi-Brunnen ein

Die Münzen aus dem Wahrzeichen in Rom wandern künftig in die eigene Stadtkasse und werden nicht mehr gespendet.

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Wie römische Zeitungen am Freitag berichteten, will Bürgermeisterin Virginia Raggi von der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung das Geld aus der Fontana di Trevi, aber auch aus allen anderen Brunnen der Stadt, ab dem 1. April einem stadteigenen Fonds zuführen.

«Il Messaggero» schreibt, eine aus Experten in Sozial- und Kulturpolitik zusammengesetzte Arbeitsgruppe des Rathauses werde über die Verwendung der Gelder für Projekte befinden.

Davor hat die Stadtverwaltung das Geld der Caritas überlassen. Der Zeitung zufolge brachte der Trevi-Brunnen der Hilfsorganisation der römisch-katholischen Kirche jährlich etwa eine Million Euro ein.

Füsse eintauchen wird teuer

Eine Legende besagt, dass wer mit dem Rücken zum Brunnen eine Münze in das Becken der rund 50 Meter breiten spätbarocken Anlage wirft, eines Tages in die «Ewige Stadt» zurückkehren wird. Der 1993 in Rom gestorbene Regisseur Federico Fellini hat den Brunnen in seinem Film «La Dolce Vita» aus dem Jahr 1960 verewigt. Die Szene, in der die schwedische Schauspielerin Anita Ekberg nächtens in der Fontana di Trevi tanzt und Marcello Mastroianni als junger Klatschreporter zu ihr in den Brunnen steigt, ist bis heute Kult.

Wer die beiden Akteure heute nachahmen will, sollte es sich allerdings gut überlegen. Seit diesem Sommer reicht schon das blosse Eintauchen der Füsse in das Trevi-Wasser für saftige Geldstrafen, die sofort zu begleichen sind. Das ist eine weitere Einnahmequelle für die klammen Kassen der Stadt.

(roy/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • King am 11.11.2017 03:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist logisch

    Die Lire wahr halt nicht so viel wert wie der Euro :)

  • Swizzie am 11.11.2017 04:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mach ich dann anders

    Dann werde ich in Zukunft nichts mehr hineinwerfen, sondern etwas für mich rausnehmen. :)

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  • Kleine am 11.11.2017 03:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach Traurig

    Und dann ist es noch ein Italiener?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Berta am 11.11.2017 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Trevi

    Manchmal werd ich auch ein Fünferli und Klo damit ich sicher wieder zurück auf mein Klo darf.

  • Klara am 11.11.2017 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch Kleinvieh....

    Eine Million Euro aus dem einen Brunnen. Wahnsinn! Klara kennt einen alten Bauernspruch der da heisst: "Auch Kleinvieh macht Mist."

  • Samuel am 11.11.2017 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Zeigt wieder gut auf wie Spenden eingesetzt werden. Mit gut gläubigen Menschen wird man reich. Wie soll man da noch Vertrauen haben.

  • Christ am 11.11.2017 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Wenn man etwas anderes in den Brunnen wirft wird man bestraft und Geld darf jeder reinwerfen. Wieso verbiet man das eigentlich nicht und wieso ist es verboten in den Brunnen zu steigen? Es würde mich nicht wundern wenn sie ein Jeton Automaten hinstellen, damit ja niemand etwas aus dem Brunnen mitnehmen kann.

    • Ueli am 11.11.2017 14:37 Report Diesen Beitrag melden

      Warum es Verboten ist?

      Weil die Leute keinen Respekt mehr vor alten Denkmälern haben un der Brunnen permanent so voller Leute wäre, dass man vom Brunnen nix mehr sehen würde. Und zu guter Letzt würde vermutlich noch jeder Zweite versuchen irgend ein Steinchen davon mit nach Hause zu nehmen. Rund 70% der europäischen Kunst steht in Italien. Ein Grossteil davon in Rom und dessen Erhalt kostet ein Vermögen, was selbst die reiche Schweiz nicht einfach aus dem Ärmel schütteln könnte. Von daher find ichs ok wenn die Münzen aus den Brunnen in den eigenen Topf wandern.

    • Ueli am 11.11.2017 14:50 Report Diesen Beitrag melden

      Ach und noch was

      Die Caritas wird gern herbei gezogen, wenn es darum geht ein Beispiel dafür zu nennen, was die Kirche denn alles so Gutes tut. Das Problem ist nur, dass der ganz, ganz grosse Teil der Caritas von Steuergender finanziert wird. Ein etwas kleinerer aber immernoch beachtlicher Teil aus Spendengeldern (z.B. Trevi) und nur ein ganz, ganz mickrig kleiner Teil von der Kirche selbst. Unterm Strich verdient die Kirche noch daran. Nix gegen die Caritas aber soooooo christlich wie sie sich gerne gibt ist sie wohl auch nicht mehr.

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  • Tonitoni am 11.11.2017 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    GELD

    Und dann soll man noch Geld hinein werfen, können die Vergessen!!! Niemand wird mehr Geld in den Brunnen werfen

    • Ziel? am 11.11.2017 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tonitoni

      Das ist vielleicht auch das Ziel? Der Aufwand um den Vrunnen zu reinigen ist immens. Aber ich gestehe - habs vor vielen Jahren sich getan (und war noch nicht wieder dort)

    • nur augen gemacht ! am 11.11.2017 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ziel?

      habe eine Reportage in fersehen gesehen, wahsinn wie viel geld da sie raus geholt haben, ich würde wie ein könig leben, glaube 200.000 -500.000 im jahr. leute baut ein brunnen ;-)

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