Reaktion auf Kritik?

13. März 2018 20:52; Akt: 13.03.2018 20:52 Print

Scientology startet eigenen TV-Sender

Inmitten zunehmender Berichterstattung lanciert die Scientology-Bewegung einen eigenen Fernsehkanal. Beobachter glauben an eine PR-Aktion.

Die Feier zum Start des eigenen Fernsehkanals. (AP/Tamedia)
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«Es ist an der Zeit, unsere eigene Geschichte zu erzählen» – mit diesem Slogan wirbt die Scientology-Bewegung für ihren am Montag neu gestarteten Sender Scientology TV. Dass die auch in der Schweiz kontrovers diskutierte Bewegung einen eigenen Kanal lanciert, werten Beobachter als Gegenreaktion auf Kritik und Missbrauchsvorwürfe von ehemaligen Mitgliedern.

Zuletzt hatte «King of Queens»-Star Leah Remini Scientology in einer achtteiligen Dokumentation des sexuellen und psychischen Missbrauchs beschuldigt. Die 47-Jährige war dreissig Jahre lang Scientologin und verliess die Organisation Mitte 2013. Neben der TV-Doku schrieb sie ein Buch über ihre Erfahrungen.

«Dauerwerbesendung»

Scientology TV steht Nutzern über Apple TV, Google Play sowie mittels App zur Verfügung. Zum Start hielt Chef-Scientologe David Miscavige eine Ansprache, anschliessend wurde das von der Bewegung selber produzierte Format «Inside Scientology» ausgestrahlt. Bislang stammt sämtlicher Inhalt, auch die Werbeclips, von Scientology. Die «Welt» spricht von einer «Dauerwerbesendung».

Die in den 50er-Jahren gegründete Organisation bezeichnet sich selber als Kirche, Kritiker stufen sie als gefährliche Sekte ein. Prominente Scientologen sind etwa Schauspieler John Travolta, Schauspielerin Elisabeth Moss und Schauspieler Tom Cruise. Letzterer gilt hinter David Miscavige als Nummer zwei der Bewegung. Miscavige wurde in der Vergangenheit von vielen, teils hochrangigen Aussteigern des psychischen und körperlichen Missbrauchs beschuldigt.

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