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17. Mai 2018 15:31; Akt: 17.05.2018 15:31 Print

Lehrer beklagen Probleme wegen Ramadan

Verschobene Prüfungen, keine Schulausflüge: Deutsche Lehrer haben immer mehr mit den Folgen des Ramadan zu kämpfen.

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Während des Ramadan sind Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr tagsüber verboten. Das Fasten zählt zu den fünf Säulen des Islam. Einer alten Tradition folgend beginnt der heilige Monat der Muslime dann, wenn die schmale Mondsichel nach dem Neumond zum Ende des achten Monats des muslimischen Kalenders wieder am Himmel gesichtet wird. Der genaue Beginn des Fastenmonats richtet sich nach dem Mondverlauf, er wird jedes Jahr neu berechnet. Das Datum kann in den verschiedenen islamischen Ländern variieren. Je nachdem, wo die Muslime wohnen, haben sie zudem unterschiedliche Fastenzeiten. In Skandinavien scheint die Sonne im Sommer sehr lange, dort dauert die tägliche Fastenzeit dementsprechend länger. Beim Fasten gibt es Ausnahmen. Kinder etwa werden nur langsam ans Fasten gewöhnt, indem sie ein paar Stunden nichts essen. Kranke, Alte, Reisende und Schwangere müssen nicht fasten. Nach Sonnenuntergang darf während des Ramadan geschlemmt werden. Eid al-Fitr markiert das Ende des Ramadan. Das Fest wird nach 30 Tagen gefeiert und ist für viele Muslime der Höhepunkt des Jahres. Dann tragen die Menschen ihre schönsten Kleider, es werden Geschenke verteilt und es gibt ein grosses Essen. Seinen Namen hat der Ramadan aus dem Arabischen. Er bedeutet «der heisse Monat» oder «grosse Hitze». Der islamische Kalender besteht aus zwölf Mondmonaten mit 29 oder 30 Tagen. Ein Jahr hat demnach 354 oder 355 Tage. Es ist damit kürzer als der Gregorianische Sonnenkalender mit seinen 365 Tagen. Darum wandern die Monate – und mit ihnen der Ramadan – durch die Jahreszeiten.

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Zu Beginn des Ramadan in Deutschland hat der Deutsche Lehrerverband über Unterrichtsprobleme durch muslimische Schüler geklagt, die sich strikt an die Einhaltung des Fastenmonats halten. «Sehr viele Schüler nehmen das Fasten inzwischen sehr ernst», sagte dessen Präsident Heinz-Peter Meidinger der Zeitung «Welt» vom Mittwoch.

An allen Schulen, die über eine nennenswerte Schülerschaft mit Migrationshintergrund verfügten, sei das Verhalten im Ramadan zu einem zentralen Thema und auch zu einem Problem geworden, erklärte der Verbandschef. So werde teils starker Druck der muslimischen Elternschaft auf die Schulleitungen ausgeübt, in diesem Zeitraum keine Leistungsprüfungen oder schulischen Exkursionen anzusetzen.

Probleme für alle Schüler

Schwierig werde es vor allem dann, wenn die religiösen Belange einzelner Schüler alle einschränkten, sagte Meidinger weiter. «Die Rücksichtnahme wird dadurch erkauft, dass sich Prüfungen für alle Schüler in einem bestimmten Zeitraum massieren. Das geht nicht.» In Deutschland hat der Fastenmonat Ramadan am Mittwoch begonnen.

In Saudiarabien dagegen beginnt der Ramadan erst am Donnerstag. Der königliche Hof in Riad gab die Terminentscheidung der muslimischen Religionsgelehrten am Mittwoch in einer offiziellen Stellungnahme bekannt.
Traditionell folgen viele muslimische Länder der Entscheidung des Königreichs, das die heiligen Stätten Mekka und Medina beherbergt. Der genaue Beginn des Fastenmonats richtet sich nach dem Mondverlauf, er wird jedes Jahr neu berechnet.

Woran genau Muslime sich im Monat Ramadan halten, erfahren Sie in der Bildstrecke.

(mlr/afp)