Grosszügige Spende

16. April 2018 13:45; Akt: 16.04.2018 13:45 Print

Fremde zahlen Mutter (33) lebensrettende OP

Eine Irin (33) konnte sich eine lebensrettende Operation nicht leisten. Auch ihre Freunde konnten nicht helfen – bis sich in nur zwölf Stunden alles änderte.

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Zondra Meaney leidet an der seltenen Krankheit EDS. Schon als Mädchen hatte sie viel öfter blaue Flecken als andere Kinder und oft Migräne. Als sie 19 war, diagnostizierten die Ärzte die muskuläre Erkrankung.

Als sie 22-jährig war, kam ihr Sohn Carrick zur Welt. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends. Erst 2014, als die junge Mutter in einem Spital in London war, offiziell EDS diagnostiziert.

Ohne die Operation besteht ein ernstes Risiko für Meaneys Leben, da der Druck auf ihr Gehirn und ihren Rückenmark einen Schlaganfall und eine Lähmung verursachen kann. Doch ebenso grosse Sorgen bereitete Meaney ihr heute 10-jähriger Sohn. «Ich möchte Carrick aufziehen – bis er erwachsen wird», sagte sie dem irischen «Independent». «Er ist ein wundervoller, tapferer Junge und ich möchte für ihn da sein.»

Die Symptome können von Mensch zu Mensch stark variieren, was die Diagnose ausserordentlich schwierig macht. «In meinem Fall betrifft EDS meine Haut, Gelenke, Sehnen, Bänder, Darm und Blutgefässe», sagt Meaney. Wegen einer Deformation ihres Schädels drückte ein Teil ihres Gehirns auf das Rückenmark. «Es beeinflusst das Gefühl in meinen Beinen und verursacht starke Kopfschmerzen. Ich kann nur zwei Stunden aufrecht stehen.»

Nur einer von 100'000 Menschen leidet an EDS. Weil es in Irland keine Ärzte gibt, die auf die Krankheit spezialisiert sind, muss sich in Spanien einer Operation unterziehen. Kostenpunkt: Rund 120'000 Franken. Freunde und Familie brauchten Monate, um 26'000 Franken zu sammeln. Meaney war verzweifelt. Dazu kamen die Sorgen um Carrick.

«Wir sind überwältigt»

Ein Artikel über ihr Schicksal im «Independent» liess die Hoffnungen für die junge Mutter aufflammen. Innerhalb von gerade einmal zwölf Stunden sammelten hunderte Menschen rund 60'000 Franken.

«Die Spenden waren einfach unglaublich», sagt Meaney der irischen Zeitung. «Wir sind komplett überwältigt über die Güte und Grosszügigkeit der Menschen.» Die Irin hofft nun, dass das Spendenziel bald ganz erreicht wird. Dann kann sie sich der lebensrettenden Operation unterziehen und ihr grösster Wunsch geht in Erfüllung: Carrick grosszuziehen. «Ich glaube, das wünscht sich jede Mutter für ihr Kind – einfach für sie da zu sein.»

Es fühlte sich an wie ein Schlaganfall, als sie die Kontrolle über ihren linken Arm verlor und kaum noch reden konnte, sagt Meaney in einem Interview. Video: Youtube

(oli)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frau am 16.04.2018 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Traurig das in unserer Welt wo so viel Geld für unnützes Zeug ausgegeben wird , kein Geld für schwerkranke Menschen da ist . Da muss für ein kranker Mensch buchstäblich gebettelt werden damit ihr Leben gerettet wird. Danke an die grosszügigen Spender und viel Glück der Mutter und ihren Lieben

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  • Arbeiter am 16.04.2018 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Es läuft so einiges falsch!

    Was mir immer zu denken gibt, ist die Tatsache, dass Leute auf Spenden angewiesen sind um sich von einem Arzt behandeln zu lassen, der im Jahr siebenstellig verdient und dessen Ausbildung von den Steuern der Personen mitbezahlt wurde, welche auf Spenden angewiesen sind... Mir ist schon klar, dass eine Irin keine Steuern in Spanien bezahlt. Und mir ist auch klar, dass nicht jeder Arzt eine Million im Jahr verdient. Trotzdem wird hier sichtbar, in welche Richtung es geht - auch im Schweiz. Nur das hier via Krankenkassenprämien gespendet wird.

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  • Art. am 16.04.2018 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheit ist die Nr.1!

    Ich will hier mal erwähnen, dass die Organisation -Ärtze ohne Grenzen- eins der sinnvollsten Organisationen auf diesem Planeten ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beobachter am 17.04.2018 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ärztelohn

    Ich frage mich bloss, wie die Leute auf die Idee kommen, dass Ärzte wie Banker verdienen. Ok es gibt ganz wenige Chefärzte, die verdienen extrem gut, dank Pharmakontakten, vermutlich, aber der Rest der Ärzteschaft arbeitet bis zum Umfallen zu normalen Löhnen, Assistenten versienen weniger als Primarlehrer

    • Tini am 17.04.2018 16:26 Report Diesen Beitrag melden

      Ärztelohn

      Ja aber genau diese Spezialärzte verdienen sehr gut.

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  • Hexe1893 am 17.04.2018 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Positive Nachrichten

    Sehr schön, dass es Menschen gibt, die Geld geben ohne eine Gegenleistung zu erwarten! Ich selber habe auch EDS, jedoch beeinträchtigt die Krankheit mein Leben nicht so stark. Es freute mich, einen positiven Bericht hier zu lesen :)

  • Jos am 17.04.2018 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zur Kostenexplosion

    Zur Kostensteigerung im Gesundheitswesen: Beispiel umgeknicktes Fussgelenk: früher Essigsaure Tonerde, Fussberband und 3 Wochen humpeln - alles ohne Arztbesuch. Heute: Notfallstation, Röntgenbild, MRI, Schmerzmittel, entzündungshemmende Medis, Schiene, Krücken, Physio, 6 Wochen arbeitsunfähig und etliche Arztbesuche. Zugegeben, etwas übertrieben - aber verdeutlicht doch die Kosten...

    • Realist am 17.04.2018 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jos

      Und noch weniger würde die Gesellschaft kosten wenn Du nach einer Woche humpeln plötzlich tot umfallen würdest. Wegen einer Lungenembolie weil keine Thromboseprophylaxe von Arzt bekommen. Tja jeder trägt selber Verantwortung. Aber Deine Einstellung gefällt mir. Behandle Dich och immer selbst.

    • Jos am 17.04.2018 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      UPS, warum sollte ich eine Embolie machen? Da ich humple, bin ich ja eben in Bewegung und das Thrombosenrisiko ist gleich hoch wie vor meinem Unfall....

    • Realist am 17.04.2018 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jos

      Sorry Sie haben keine Ahnung von Traumatologie. Googeln Sie mal über Verletzungen der unteren Extemitäten und warum man Thromboseprophylaxe verabreichen muss. Solange Beine nicht voll belastbar sind. Und nach Fussgelenkluxation wenn Sie humpeln ist die Belastbarkeit vielleicht 30%.

    • Jos am 17.04.2018 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Na dann halt auch für Sie: die Medizin hat viel mehr Möglichkeiten als früher - egal ob gut oder nicht, keine Wertung. Mehr Möglichkeiten gibt es aber nicht zum Nulltarif. Jetzt verstanden?

    • Bäcker am 17.04.2018 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jos

      In einem Beruf, in dem man eh nur vor dem PC sitzt, kein Ding....Aber jeden Tag 9h stehen? Da wird es schon schwieriger. Zwar kein MRI, aber je nach dem Schiene und Arztzeugnis. Ob man allerdings verständnis dafür vom Arbeitgeber bekommt ist Glückssache.

    • Max am 17.04.2018 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jos

      Sie erhalten auf dieser Welt kein Mehrwert zu Nulltarif. Stimmt es? Egal Medizin, Industrie, Landwirtschaft .. die Liste ist endlos. Falls Sie arbeiten und bessere Leistung bieten erlangen Die auch mehr dafür oder?

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  • Kein Heuchler am 17.04.2018 06:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wir haben Glück

    Wir sollten froh sein dass bei uns sowas nicht passiert, bei uns übernehmen die Krankenkasse die meisten Kosten leider gibt es immer solche Bürger die reklamieren müssen weil die Prämien jährlich steigen... eine gute Gesundheitsversorgung kostet eben Geld. Ferien im Ausland oder Geld für teure Klamotten sollten nicht wichtiger sein als die Kosten für die Gesundheit aber was wisst ihr schon? die meisten von euch sind Materialisten und haben keine inneren Werte

  • Jay jay am 17.04.2018 03:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Will spenden

    Der Bericht ist ja gut und recht, wäre aber besser wenn man noch Angaben gemacht hätte, wo man für die gute Dame spenden kann. Weiss das einer hier?