«Niemand in Sichtweite»

11. Juni 2018 13:29; Akt: 11.06.2018 14:06 Print

Australier überlebt extrem giftigen Schlangenbiss

Eine Braunschlange beisst einen 33-Jährigen in einem abgelegenen Teil eines Nationalparks in Westaustralien. Er überlebt dank seines Wissens und vielen Helfern.

Bevor der Australier ins Spital kam, gab er seinen Helfern Anweisungen – er hat eine medizinische Ausbildung. (Video: Tamedia mit 7 News)
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Ein Australier hat dank seiner medizinischen Vorbildung einen potenziell tödlichen Schlangenbiss in einem abgelegenen Teil eines Nationalparks überlebt. In einer Schlucht des Karijini-Nationalparks, rund 1400 Kilometer von Perth entfernt, sei er im vergangenen Monat von einer Braunschlange in den Fuss gebissen worden, sagte Christian Wright dem Fernsehsender Channel Seven am Samstag.

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«Ich begann, mein Sehvermögen zu verlieren. Ich wusste, ich würde ohnmächtig werden.» Sein Freund Alex Chia fing ihn auf, als der 33-Jährige zusammenbrach. «Wir waren in einer tiefen Schlucht, 30 Meter breit, niemand in Sichtweite», schilderte Chia die Situation der Zeitung «The West Australian».

Opfer gibt Anweisungen

«Das Schlimmste war, da vor seinem leblosen Körper zu stehen.» Allerdings hörte ein österreichisches Paar, das sich in der Nähe befand, die Hilfeschreie und rief per Satellitentelefon den Rettungsdienst.

Gemeinsam kümmerten sie sich dann auf Anweisung des Opfers, das immer wieder zu sich kam, um das betroffene Bein. Wright arbeitet als Geburtshelfer in einem Krankenhaus. Allmählich trafen ein Ranger und andere Helfer ein.

Doch Wrights Tortur war noch nicht zu Ende. Um ihn aus der Schlucht zu bekommen, verpflichtete der Ranger 20 Touristen, ihn mit einer Trage so zu transportieren, dass sein Kopf ständig höher gelagert war als die Beine.

Gegengift nach mehr als einer Stunde

Nach mehr als einer Stunde erreichte Wright so den Krankenwagen, der ihn in ein 75 Kilometer entferntes Spital brachte, wo ihm endlich das Gegengift verabreicht werden konnte.

Die Gewöhnliche Braunschlange ist eine der giftigsten Schlangen der Welt. Braunschlangen sind besonders gefährlich, da ihr Biss meist schmerzlos erfolgt. Obwohl von den 25 weltweit giftigsten Schlangen allein 20 in Australien leben, sind Todesfälle durch Schlangenbisse dort eher selten.

Nach offiziellen Schätzungen erleiden rund 3000 Menschen pro Jahr Schlangenbisse, 300 bis 500 Menschen benötigen ein Gegengift. Durchschnittlich zwei Menschen sterben pro Jahr.

(afp)