New York

08. November 2017 16:10; Akt: 08.11.2017 16:10 Print

El Chapo soll unter Gedächtnisschwund leiden

Dem ehemals mächtigsten Drogenboss der Welt soll in New York der Prozess gemacht werden. Nun behauptet sein Anwalt, El Chapo erinnere sich immer schlechter an Ereignisse.

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Joaquín «El Chapo» Guzmán soll an Gedächtnisschwund und Depressionen leiden, so sein Anwalt. Dies aufgrund seiner Isolationshaft in einem Hochsicherheitsgefängnis in Manhattan (Bild: «El Chapo» bei seiner Auslieferung an die USA im Januar 2017). Daher fordert er eine psychologische Untersuchung seines Mandanten. Die Staatsanwaltschaft hat dagegen nichts einzuwenden, lehnt aber einen persönlichen Arztbesuch aus Sicherheitsgründen ab. (Bild: «El Chapo» bei seiner Auslieferung an die USA im Januar 2017) Am Mittwoch wird der Richter nach einer Anhörung darüber entscheiden. Der offizielle Prozess soll Mitte April 2018 starten. (Bild: «El Chapo» bei seiner Auslieferung an die USA im Januar 2017) Er war der mächtigste Drogenboss der Welt: «El Chapo» wird in Mexiko-Stadt von mexikanischen Soldaten eskortiert. (8. Januar 2016) In diesem Flugzeug der mexikanischen Luftwaffe wurde Guzmán in die USA geflogen. (19. Januar 2017) Soldaten überwachen den Transfer am Flughafen von Ciudad Juárez. Chapo Guzmán im Hochsicherheitsgefängnis von Ciudad Juárez. Bei Guzmáns Verhaftung stürmt ein Kommando der mexikanischen Armee eine Wohnung in der Stadt Los Mochis, Sinaloa. (AP) Wieder hinter Gittern: Chapo Guzmán im Hochsicherheitsgefängnis Altiplano. (AP) Vor seiner Verhaftung hatte sich der Drogenboss auf eine Liebelei mit der in den USA lebenden mexikanischen Schauspielerin Kate del Castillo eingelassen. Die Nachrichten, die er mit ihr austauschte, sollen die Ermittler auf seine Spur gebracht haben. (AP/ Matt Sayles) Chapo Guzmáns Heimatort: Badiraguato im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa. (AP/Fernando Brito) Für einen Teil der mexikanischen Bevölkerung ist Chapo Guzmán ein Held – und allemal besser als die korrupte Kaste der Politiker. (AP/Rebecca Blackwell) Blick in den Fluchttunnel, durch den «El Chapo» 2015 aus dem Gefängnis ausgebrochen ist. Mexikos Generalstaatsanwältin Arely Gómez González (2.v.r.) schaute sich am Tag nach der Flucht den Eingang zum Fluchttunnel an.

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Voraussichtlich Mitte April 2018 beginnt der Prozess gegen den berüchtigten Drogenboss Joaquín Guzmán alias El Chapo, den ehemaligen Kopf des mexikanischen Sinaloa-Kartells. Guzmán war im Januar 2017 von Mexiko an die USA ausgeliefert worden und sitzt seither in einem Hochsicherheitsgefängnis in Manhattan – in Isolationshaft. 23 Stunden am Tag ist er alleine in seiner Zelle, nur mit einem Radio.

Das schade seiner psychischen Gesundheit, hat sein Verteidiger Eduardo Balarezo schon früher kritisiert. Letzte Woche hat er gefordert, dass sein Mandant psychologisch untersucht werden soll, da Guzmán zurechnungsfähig sein muss, um verurteilt werden zu können. Er leide unter Depressionen und akustischen Halluzinationen. Weiter fühle er sich verfolgt, habe ständig Kopfschmerzen und könne sich immer schlechter an Personen, Orte und Ereignisse erinnern.

Anwalt: «Bedingungen machen El Chapo zu schaffen»

Dagegen hat die Staatsanwaltschaft nichts einzuwenden, lehnt aber einen persönlichen Arztbesuch aus Sicherheitsgründen ab, wie «El Universal» berichtet. Am Mittwoch findet die nächste Anhörung in New York statt, Balarezo hat schon im Vorfeld mit der Nachrichtenagentur AFP gesprochen. Er hoffe, dass der Richter dem Psychologen erlauben wird, seinen Mandanten zu besuchen. Er habe aber keine grosse Hoffnung.

Er sehe seinen Klienten wöchentlich, doch die Haftbedingungen machten El Chapo zu schaffen. Weil das möglicherweise den Prozess beeinflussen könnte, sei eine psychologische Untersuchung jetzt notwendig.

14 Milliarden Dollar verdient

Joaquín Guzmán hat von 1984 bis 2014 das berüchtigte Sinaloa-Kartell angeführt. Er ist zwei Mal aus mexikanischen Gefängnissen geflohen, zuletzt im Juli 2015 durch einen rund 1,5 Kilometer langen Tunnel. Ein halbes Jahr später konnte er wieder verhaftet werden.

Insgesamt soll er mit seinen Geschäften über 14 Milliarden Dollar verdient haben. Wo sich das ganze Geld befindet, ist nicht bekannt.

(nk/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Branko am 08.11.2017 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wo das Geld ist..

    ..es wird das gleiche sein wie bei Pablo Escobar. Da hat die CIA, FBI & DEA mitverdient.

  • Steffen am 08.11.2017 16:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja klar

    Ich hätte auch Gefächtnisschwund, wenn ich so viel auf dem Kerbholz hätte wie er.

  • Canonworld am 08.11.2017 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausreden

    Na ja...und an all das grosse Leid welches er anderen Menschen zugefügt hat, kann er sich natürlich auch nicht mehr erinnern. Ausreden hat der Mann!

Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 32 am 08.11.2017 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich

    Wirklich

    • bebbeli am 09.11.2017 11:01 Report Diesen Beitrag melden

      Marko 32

      Das ist doch keine Frage. Wenn ich ein Drogenboss wäre, hätte ich genügend Aerzte, die mir für viel Geld alles bescheinigen. Gedächnisverlust, Demenz, Impotenz 0der etwas anderes, dann lebe ich in einem Luxus-Sanatorium in Saus und Braus, und komm nicht im Gefängnis.

    einklappen einklappen
  • K.riminal am 08.11.2017 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    systemcrash

    klar ist er ein krimineller und hat Leben vom Drogenkrieg auf dem gewissen aber wir hier ind den reichen Länderns sind mitschuldig, den wir konsumieren die Drogen in Eigenverantwortung. Doch was ich eigentlich sagen wollte, die wirklich kriminellen sitzen mit Anzug und Krawatte in den Regierungen. Richtige Politik existiert auf dieser Welt nicht mehr, auch hier bei uns nicht. Alles nur noch Marionetten von irgendwelchen Grosskonzerne... traurige armselige Welt.

  • Kleine am 08.11.2017 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Ja da habe ich nichts zu sagen das sollen die Auslöffeln. Ich kann hier leider keine Entscheidung treffen und möchte es auch nicht ich war auch nie in Amerika.

    • Reiman303 am 09.11.2017 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kleine

      Dann wird es Zeit das Nest zu verlassen und die Welt zu erkunden ;-)

    einklappen einklappen
  • Blenni am 08.11.2017 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unschuldsvermutung

    Mit der Anwendung der Unschuldsvermutung habe ich bei so jemandem Mühe! Gedächtnisschwund ist eine gute, schwer nachprüfbare Behauptung! Hoffentlich ist es möglich dies aufzudecken und ihn seiner gerechten Strafe zuzuführen!

  • Branko am 08.11.2017 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wo das Geld ist..

    ..es wird das gleiche sein wie bei Pablo Escobar. Da hat die CIA, FBI & DEA mitverdient.