Deutschland

09. Oktober 2017 23:22; Akt: 10.10.2017 01:18 Print

Kinderschänder dank der Öffentlichkeit gefasst

In Deutschland wurde ein Mädchen über Monate sexuell missbraucht – immer wieder tauchten online Videos auf. Dank einer Öffentlichkeitsfahndung wurde das Kind nun gefunden.

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«Der Verdächtige wurde in den Abendstunden von der Landespolizei in einer Wohnung festgenommen»: Eine deutsche Polizei im Einsatz. (Symbolbild)

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Nur wenige Stunden nach einem öffentlichen Fahndungsaufruf wegen des Verdachts auf schweren sexuellen Missbrauch eines kleinen Mädchens hat die Polizei Opfer und Täter identifiziert. Wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Montagabend auf seiner Facebook-Seite mitteilte, wurde die Fahndung erfolgreich beendet. Nach Informationen der «Bild»-Zeitung erfolgte die Festnahme in Niedersachsen.

«Dank Ihrer Hilfe konnten Opfer und Täter identifiziert werden», schreibt das BKA. Einzelheiten will die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main demnach am Dienstagvormittag bekannt geben. Nach der Beendigung der Fahndung wurden Medien, Facebook- und Twitter-Nutzen gebeten, alle geteilten Bilder des Kindes zu löschen.

«Der Verdächtige wurde in den Abendstunden von der Landespolizei in einer Wohnung festgenommen», erklärte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk der «Bild». Der Tatverdächtige sei deutscher Staatsbürger und werde zurzeit befragt. «Das Mädchen ist ebenfalls Deutsche und vier Jahre alt. Es wurde von einem Polizeipsychologen untersucht und ist jetzt wieder in elterlicher Obhut.» Ob das Kind morgen noch medizinisch untersucht werden müsse, sei noch nicht entschieden.

Das BKA und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main waren am Vormittag mit Bildern des Mädchens an die Öffentlichkeit gegangen. Weil alle bisherigen Fahndungsmassnahmen nicht zur Identifizierung des äusserst vorsichtig agierenden Tatverdächtigen geführt hätten, müsste mit Hilfe der Öffentlichkeit weiter gefahndet werden, erklärten die Ermittler.

Keine Aufnahmen des Tatverdächtigen

Der Verdächtige soll das Mädchen von Oktober vergangenen Jahres bis zum Juli dieses Jahres mehrfach schwer sexuell missbraucht haben. Aufnahmen davon soll er online im sogenannten Darknet verbreitet haben.

Auf den Fotos und Videos der Taten gab es nach Angaben der Ermittler keine Aufnahmen von dem Tatverdächtigen. Die Ermittler veröffentlichten daher Fotos vom Gesicht des Mädchens.

(mch/afp)