Ferrari der Woche

24. Oktober 2017 05:10; Akt: 24.10.2017 05:39 Print

Zu gross geraten?

Der Ferrari 365 GT 2+2 trug den wenig schmeichelhaften Übernamen «Queen Mary». Und er war tatsächlich nicht das, was man von einem Ferrari erwartete.

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Als die Journalisten des amerikanischen Fachmagazins «Road & Track» Ende der 60er-Jahre den Ferrari 365 GT 2+2 testeten, verpassten sie dem Wagen den Übernamen «Queen Mary». Ob sie sich dabei auf das riesige Kreuzfahrtschiff oder die nicht gerade für ihre Schönheit berühmte ehemalige englische Königin bezogen, das ist nicht mehr bekannt. Doch «Queen Mary» ist dem Ferrari geblieben - und es ist nicht unbedingt als Lob zu verstehen.

Der Ferrari 365 GT 2+2 wurde im Herbst 1967 auf dem Pariser Auto-Salon vorgestellt. Das Design kam Pininfarina und wird Aldo Brovarone zugeschrieben. Und es war wahrlich ein mächtiges Trumm, das da präsentiert wurde: 4,97 Meter lang (es dürfte bis heute der längste Ferrari geblieben sein) - und 1,6 Tonnen schwer. Der Radstand betrug nur gerade 2,65 Meter, die Platzverhältnisse innen waren also nicht grossartig, aber trotzdem grosszügiger als bei jedem Ferrari vorher, man konnte hinten sogar so einigermassen sitzen. Vor allem hinten war der Überhang sehr, sehr lang - und der Kofferraum trotzdem relativ klein, denn er musste noch ein vollwertiges Reserverad aufnehmen.

Erster Ferrari mit Niveauregulierung

Erstaunlicherweise war die «Queen Mary» aber trotzdem agil. Das lag daran, dass sie als erster Strassen-Ferrari überhaupt auch hinten eine Einzelrad-Aufhängung erhielt. Und eine Niveauregulierung. Schwachpunkt war die sehr leichtgängige (und serienmässige) Servolenkung - der Ferrari fuhr sich tatsächlich ein wenig wie ein Schiff. Man musste die «Queen Mary» schon gut im Griff haben, denn der 4,4-Liter-Zwölfzylinder trat ja mit doch 320 PS an, die machten den grossen, grossen Ferrari dann auch 245 km/h schnell. Es handelte sich dabei um die letzte Ausbaustufe des einst nur 1,5 Liter grossen Zwölfzylinder, den Gioacchino Colombo schon kurz nach dem 2. Weltkrieg konstruiert hatte.

Selbstverständlich war der 365 GT 2+2 kein Rennwagen, die Innenausstattung war ganz auf Komfort ausgelegt, die Sitze auch mächtig und mit wenig Seitenhalt. Auch der Preis war für die damalige Zeit exorbitant, rund 70'000 Franken mussten ausgelegt werden, das war mehr als für einen Rolls-Royce. Bis 1971 entstanden (wahrscheinlich) 801 Exemplare. Erstaunlich ist aber trotzdem, dass die «Queen Mary» heute wenig Interesse weckt, sie gehört zu den günstigsten klassischen Ferrari-Zwölfzylindern überhaupt, es wurden noch kaum je Preise von mehr als 300'000 Franken bezahlt.

Mehr klassische Ferrari gibt es immer auf www.radical-mag.com.

(pru)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • phil am 24.10.2017 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Früher..

    Früher waren es noch Autos. Heute sind es Computer mit Rädern...

  • Papa Moll am 24.10.2017 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das waren noch Zeiten!

    Die 60er und die 70er Jahre! Das waren noch Zeiten - ohne Handy's und Smartphone's!

    einklappen einklappen
  • Marco Altstätten am 25.10.2017 04:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Klassiker mit Patina....im Interieur

    Was haben Handys mit Ferrari zu tun? Ich kenne die Länge des 365ers nicht, aber ich denke der 400 + 500er Superfast sind ähnlich lange geraten! Die Marry war wohl für den US-Markt als Cruiser gedacht. Die gezeigten Bilder sind ein Mix aus verschiedenen Fahrzeugen. Das dunkle rot "Amaranto" steht ihm gut und macht das Fahrzeug edel, doch das Interieur könnte ein Neues von Luppi vertragen. In 2009 gingen die Queens um 80000$ und in 2016 wurden sie von Sothebys zwischen 300000-375000 $ eingeschätzt. Doch mit 275000 $ Geboten nicht verkauft.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Felix Rechsteiner am 25.10.2017 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Nachbar, der Chinese sagte:

    Das ist abel wilklich ein sehl schönel Fellali. Glatuliele!

  • Marco Altstätten am 25.10.2017 04:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Klassiker mit Patina....im Interieur

    Was haben Handys mit Ferrari zu tun? Ich kenne die Länge des 365ers nicht, aber ich denke der 400 + 500er Superfast sind ähnlich lange geraten! Die Marry war wohl für den US-Markt als Cruiser gedacht. Die gezeigten Bilder sind ein Mix aus verschiedenen Fahrzeugen. Das dunkle rot "Amaranto" steht ihm gut und macht das Fahrzeug edel, doch das Interieur könnte ein Neues von Luppi vertragen. In 2009 gingen die Queens um 80000$ und in 2016 wurden sie von Sothebys zwischen 300000-375000 $ eingeschätzt. Doch mit 275000 $ Geboten nicht verkauft.

  • Papa Moll am 24.10.2017 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das waren noch Zeiten!

    Die 60er und die 70er Jahre! Das waren noch Zeiten - ohne Handy's und Smartphone's!

    • Marco Altstätten am 25.10.2017 04:44 Report Diesen Beitrag melden

      Auch die Queen ist vergänglich!

      Was haben Handys mit Ferrari zu tun?! Um dann mit dem Handy Kommentare zu schreiben....Ironie des Seins... Ja zu dieser Zeit wurden viele Dinge entschieden, welche den Gau unserer Zeit einleiten. Es wurden auch viele dieser alten Schönheiten in den verschiedenen sogenannten Ölkriesen verschrottet. Auch die zu Höchstpreisen gehandelten 250 GTO fast vernichtet ( 3589 GT stand fast verottet auf dem Grasfeld). Ferrari ist auch nicht mehr wie früher....und die Leute von Damals auch nicht wie die von Heute. Nichts ist für die Ewigkeit dedacht...der Mensch das Vergänglichste!

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  • phil am 24.10.2017 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Früher..

    Früher waren es noch Autos. Heute sind es Computer mit Rädern...