Ferrari der Woche

17. Oktober 2017 05:30; Akt: 16.10.2017 21:43 Print

Die Stieftochter

Beinahe hätte Ferrari in den 60er Jahren ein günstiges Einstiegsmodell gebaut. Aber dann kam doch alles anders.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Dass Enzo Ferrari, «il Commendatore», ein nicht immer nur liebenswürdiger Zeitgenosse war, das ist bekannt. Er änderte seine Meinung gern - und er gönnte anderen Herstellern die Butter auf dem Brot nicht. Als Abarth in den 50er Jahren so ziemlich alles gewann, was es in den Klassen unter 1000 Kubik zu gewinnen gab, erteilte Ferrari seinen Konstrukteuren den Auftrag, auch einen kleinen Vierzylinder zu entwickeln. Es entstand aus dem bekannten Colombo-V12, der seine Karriere mit 1,5 Liter Hubraum begonnen hatte, Ende der 50 Jahre aber schon doppelt so gross war, ein Vierzylinder mit 850 cm3. Fast 100 PS soll die Maschine geleistet haben, die für Versuchsfahrten in ein Fiat 1200 Coupé eingebaut wurde.

Doch das Projekt kam nicht so recht vorwärts. Erst als sich Carlo Chiti dem Wägelchen annahm, Giotto Bizzarrini ein leichtes Chassis entwickelte und Giorgetto Giugiaro bei Bertone dem Fahrzeug dann eine hübsche Karosse überstülpte, ging es wieder vorwärts. Erstmals gezeigt wurde die «Ferrarina» 1961 auf dem Salon von Turin, allerdings nicht auf dem Stand von Ferrari, sondern bei Bertone. Der Motor war unterdessen weiter entwickelt worden, hatte 1032 cm3 und kam auf eine Leistung von 91 PS bei 6800/min.

Doch Enzo Ferrari wollte das kleine Töchterchen nicht haben. Er verkaufte die ganze Konstruktion an die Mailänder Industriellen-Familie de Nora. Dort gründete man 1962 eine Firma mit dem fantasievollen Namen Autoconstruzioni SA, kurz ASA, und nahm dann ab 1964 die Produktion auf. Grossartige Verkaufserfolge blieben der «Ferrarina» allerdings versagt, obwohl sie mit weniger als 1000 Kilo Gewicht flotte 190 km/h schnell war. Aber ASA war halt nicht so sexy wie Ferrari, und schon 1967 war nach wahrscheinlich etwa 90 Coupé und höchstens 20 Spider war schon wieder Ende.

Mehr «echte» Ferrari gibt es alleweil auf www.radical-mag.com.

(pru)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 17.10.2017 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    schlicht und schön

    Auch wenn der ASA nicht so sexy wie ein Ferrari war, ist es noch heute ein schönes Auto mit der einfachen Form.

    einklappen einklappen
  • Marco Altstätten am 17.10.2017 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Die gute alte Zeit!!

    Bertone-Giugiaro ein begnadeter Designer! Schade gibt es nicht mehr viele Ferraris aus dessen Hand. Habe ein paar davon live gesehen..Motorenrestauration in Modena. Aus der 3/4 Heckansicht erinnert er an einen Iso Rivolta Grifo..die Rundung. und 90PS sind beachtlich für den Wagen. Die Preise sind auch nicht auf der untersten Grenze. Ein Traum für manchen Oldtimerliebhaber. Da verzichte ich auf PS die man eh nicht auf der Strasse fahren darf...Dann lieber Stil und alte gute Zeiten leben!!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco Altstätten am 17.10.2017 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Die gute alte Zeit!!

    Bertone-Giugiaro ein begnadeter Designer! Schade gibt es nicht mehr viele Ferraris aus dessen Hand. Habe ein paar davon live gesehen..Motorenrestauration in Modena. Aus der 3/4 Heckansicht erinnert er an einen Iso Rivolta Grifo..die Rundung. und 90PS sind beachtlich für den Wagen. Die Preise sind auch nicht auf der untersten Grenze. Ein Traum für manchen Oldtimerliebhaber. Da verzichte ich auf PS die man eh nicht auf der Strasse fahren darf...Dann lieber Stil und alte gute Zeiten leben!!

    • Illumination am 17.10.2017 21:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Marco Altstätten

      Sichwort "Iso Rivolta Grifo" - Design auch von Bertone-Giugiaro - techn. Entwicklung Giotto Bizzarrini (ex-Ferrari) - und nebenbei: Der Grifo wurde 1964-1974 gebaut, mit GM/Ford V8-Motoren von 5,4 - 7,5 l (max. ca. 330 DIN-PS, max. 677 Nm) - sowohl mit ZF 4/5-Gang-Handschaltung als auch 3-Gang GM/Ford-Automatik - max. 275 km/h Vmax, also diesbezüglich "auf Augenhöhe" mit Ferrari/Lamborghini (V8/7,0 l).. Problem mit den hochbelasteten, grossvolumigen US-Motoren dieser Zeit (hier v.a. 7,0 l V8/3 Doppelvergaser/ca. 23-28 l/100 km..) - mangelhafte Kühlleistungen/Wärmeabfuhr =Motorschäden..;-)

    • marko 32 am 17.10.2017 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marco Altstätten

      Super

    • marko 32 am 17.10.2017 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Illumination

      Super

    einklappen einklappen
  • Markus am 17.10.2017 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    schlicht und schön

    Auch wenn der ASA nicht so sexy wie ein Ferrari war, ist es noch heute ein schönes Auto mit der einfachen Form.

    • marko 32 am 17.10.2017 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Markus

      Super

    einklappen einklappen