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Ab 2019

02. November 2017 09:53; Akt: 02.11.2017 09:53 Print

Der Uluru wird zum Sperrgebiet

Klettertouren auf dem heiligen Berg Australiens werden für Touristen bald verboten sein.

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«Field of Lights» erleuchtete 2016 das «spirituelle Herz» Australiens am Inselberg Uluru. Die aus 50'000 Lämpchen bestehende Lichtinstallation erstreckt sich über 49'000 Quadratmeter. Insgesamt besteht das «Field of Light» aus 300'000 Einzelteilen. 380 Kilometer Kabel wurden verlegt, um das Lichtereignis im Red Centre nach Sonnenuntergang zum Leben zu erwecken. Romantico! «Wir alle möchten uns mit etwas verbinden, das grösser ist als wir selbst», schreibt Bruce Munro in einem Statement. Es habe Leute inspiriert, Traurigkeit geheilt und Liebe geschenkt. «Die Installation erlaubt es den Besuchern, sich selbst zu verlieren.» So sieht es tagsüber aus. Im Hintergrund: Der Uluru. Das «Field of Lights» ist Kunst zum Eintauchen. Es gibt Spazierwege und am Eingang sogar noch eine Flasche Wasser. Der Hinweis: Verlieren Sie sich nicht! Das Feld ist wirklich riesig. Eine halbe Stunde reicht nicht, um einmal durchzugehen. Noch einmal von oben. Stellen Sie sich dazu noch einen sternenklaren Himmel vor. Dann verstehen Sie, was Munro meinte mit «es hat Liebe geschenkt». Vermutlich sind hier schon einige Verliebte vor ihren Liebsten auf die Knie gefallen. Bruce Munro lebte während acht Jahren in Australien. 1992 unternahm er mit seiner damaligen Verlobten Serena einen Camping-Trip zum Uluru. Dort hatte er die Idee zur Installation. Heute ist der Brite mit Serena verheiratet und hat seinen Traum vom «Field of Lights» verwirklicht. Übrigens: Es braucht 36 portable Solarzellen und 144 Projektoren, um diese Lichteffekte zu erzeugen. Es gibt natürlich verschiedenste Touren. Eine – die Deluxe-Tour quasi – bietet vor der Feld-Besichtigung noch ein Openair-Abendessen mitten in der Wüste an. Das Buffet ist köstlich. Der Apéro davor mit Tanzeinlage von Aborigines verzichtbar, aber inklusive. Das Dinner-Arrangement gibt es für 235 AUD. Aber es geht auch günstiger. Eine Busfahrt (die brauchts, das Feld liegt sehr abgelegen) zum Feld hin und zurück gibt es für 35 Dollar. Wer noch eine Einführung und einen Apéro wünscht, der legt noch einmal 40 australische Dollar drauf. Und für Frühaufsteher gibt es die 89 AUD teure Sunrise-Tour. Zur Erinnerung: Das gibt es dafür. So sehen die Lichter bei Tag aus.

2016 wurde der Uluru von einem Lichterfeld umstrahlt.

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Auf Australiens heiligen Berg, den Uluru oder Ayers Rock, dürfen keine Touristen mehr klettern. Damit kam die Verwaltung des Nationalparks Uluru-Kata Tjuta am Mittwoch Forderungen nach, die von Australiens Ureinwohnern schon seit vielen Jahren erhoben wurden.

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Das Verbot soll allerdings erst 2019 in Kraft treten. Der Uluru – ein Felsblock, der in den verschiedensten Rot- und Brauntönen leuchtet – ragt mitten in der Wüste etwa 350 Meter in die Höhe. Er gehört zu Australiens bekanntesten Sehenswürdigkeiten.
Mehr als 250'000 Touristen nehmen jedes Jahr lange Reisen auf sich, um in das abgelegene Gebiet in der Mitte des Kontinents zu gelangen. Mehr als 30'000 klettern dann auch tatsächlich nach oben. Der Berg gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.

Der Aufstieg ist anstrengend und auch gefährlich. Auf der 1,6 Kilometer langen Strecke kamen schon mindestens 36 Menschen ums Leben, viele davon nach einem Herzinfarkt. Bei Regen oder grosser Hitze ist der Aufstieg bereits heute verboten. Zudem wurde bisher an alle Besucher appelliert, auf die Gefühle der Aborigines Rücksicht zu nehmen.

«Kein Spielplatz»

Damit ist es jetzt allerdings nicht mehr getan. Die Parkbehörde hat einstimmig beschlossen, vom übernächsten Jahr an alle Klettertouren zu verbieten. Der Aborigines-Stamm der Anangu, die seit mindestens 30'000 Jahren in der Nähe leben, hatte dies schon seit langem gefordert. Der Vorsitzende der Behörde, Sammy Wilson, der selbst ein Anangu ist, sagte: «Das ist für uns heiliges Gelände – kein Spielplatz und auch kein Themenpark wie Disneyland.»

Der Name Uluru wurde bis in die 90er Jahre fast ausschliesslich von Aborigines verwendet. Inzwischen hat er sich international durchgesetzt. Zuvor war in und ausserhalb Australiens die englische Bezeichnung Ayers Rock üblich. Der Name geht auf einen ehemaligen Premierminister Südaustraliens zurück, der Henry Ayers hiess.

(sei/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Saxxon am 02.11.2017 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Endlich bekommen die Ureinwohner den geforderten Respekt. Bravo

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  • Cheveyo am 02.11.2017 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wird auch langsam Zeit!

    Das ist mal ein Anfang. Die Australische Regierung ist den Aborigines noch viel viel mehr schuldig!

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  • ... am 02.11.2017 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Ich finde es richtig und begrüsse solche Maßnahmen... Man gibt kein Sorg mehr die Menschheit macht alles Schöne Kaputt...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reisender am 03.11.2017 23:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    So, endlich. Ich war dort. Und der Uluru ist auch von unten sehr beeindruckend. Wer nur einen Funken Anstand hat, der "klettert" dort nicht hoch. Die heutige Spassgesellschaft braucht halt Regeln, gut so.

  • palabra am 03.11.2017 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Altar Besteigung?

    Die Grundsatzfrage die wir uns stellen können ist folgende: klettern wir jeweils bei einem Besuch im In- resp Ausland in einer Kirche über den Altar? Ja? Nein? Falls jemand auf nein kommt, sollte sich meiner Meinung nach jegliche Diskussion über das besteigen des Uluru erübrigen. Es ist eine Frage des Respektes. Und gegenüber indigenen Völkern hat der moderne Mensch bis vor einiger Zeit schlichtweg keinen Respekt entgegen gebracht. Angefangen bei Columbus und bis heute noch bei Missionaren etc.

  • Matt_0915 am 03.11.2017 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respect it!

    Mich hats schon bei jeder Australienreise genervt, dass jedermann/jedefrau rauf kraxeln muss. Wenn man sich mit der Geschichte der Ureinwohner Australiens befasst, ist das zu Wissen, dass rund um den Uluru & Kata Tjuta, heiliges Land. RESPECT IT!

  • Typhoeus am 03.11.2017 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt auch noch andere

    lustigere Berge in der Wüste.

    • mkauer am 03.11.2017 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Typhoeus

      Das ist KEIN Berg und lustig sind Witze!

    einklappen einklappen
  • Steff Moser am 03.11.2017 07:07 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt vor Kultur ?

    Dürfen das Ureinwohner auch nicht mehr in die Oper von Sidney ? Das wäre dann europäische Kultur und ein Ureinwohner hat auch kaum den nötigne Respekt davor.

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