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Doktor Sex

25. Mai 2018 09:15; Akt: 25.05.2018 09:16 Print

«Statt Sex gibt es nur Kuscheln und Fummeln!»

Ciaras Mann hat seit längerer Zeit Potenzprobleme und fühlt sich deshalb unter Druck. Gibt es einen Ausweg?

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Sextoys können zwar stimulierend sein, ersetzen einen Partner jedoch nicht. (Bild: iStock)

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Frage von Ciara (45) an Doktor Sex: Mein Mann hat seit zwei Jahren Erektionsstörungen. Unbeschwerter und lustvoller Sex ist daher nicht mehr möglich, sondern nur noch Kuscheln und Fummeln. Mir fehlt etwas – und auch mein Mann beschäftigt sich täglich damit. Und er nervt sich darüber. Letztes Jahr kam dann ein Herzinfarkt hinzu, was die Sache noch komplizierter machte.

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Er hat sein Problem in der Therapie zwar angesprochen, die Therapeuten verwiesen ihn damit aber an den Hausarzt. Weil es sich dabei aber um eine Frau handelt, findet er nicht den Mut, um dies zu tun. Meine Hilfe will er auch nicht annehmen. Wir drehen uns mittlerweile im Kreis. Mit Sextoys kann ich zwar eine Pause überbrücken, aber auf Dauer befriedigt mich das nicht.

Mehr und mehr fühlt sich mein Partner unter Druck, weil er glaubt, meine Erwartungen nicht zu erfüllen, was ja in gewisser Weise auch stimmt. Mir liegt jedoch mehr am Herzen, dass er sich wieder als Mann fühlen kann, denn dann würde auch der Rest wieder funktionieren. Welcher Weg könnte für meinen Mann und mich hilfreich sein? Ich bin für jeden Tipp dankbar.

Antwort von Doktor Sex

Liebe Ciara

Erektile Dysfunktionen können psychische und körperliche Ursachen haben. Besonders zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Übergewicht. Auch der Konsum von Drogen – dazu gehören ebenfalls Alkohol und Nikotin – sowie gewisser Medikamente können zu Potenzproblemen führen.

Männer mit anhaltenden Erektionsstörungen sollten sich daher gründlich vom Hausarzt oder von einem Urologen untersuchen lassen. So können körperliche Erkrankungen frühzeitig erkannt werden. Sind psychische Probleme die Ursache, kann eine Therapie hilfreich sein. Je früher Betroffene Hilfe suchen, desto grösser sind die Chancen auf Heilung.

In meinen Beratungen zeigt sich immer wieder, dass sich Männer bei Problemen, die die Erektion betreffen, vor allem auf den Aspekt des «Nicht-Könnens» konzentrieren: Ich möchte ja schon, aber leider geht es nicht. Dabei vergessen sie, dass das «richtige» Funktionieren des Körpers für ein lustvolles körperliches Zusammensein gar nicht so wichtig ist.

Damit soll die Wichtigkeit von Erektion und Penetration nicht kleingeredet werden. Aber insgesamt würde es vielen Männern – und auch deinem Partner – besser gehen, wenn sie ihren Blick etwas weiten und sich darauf besinnen würden, dass ihr Mann-Sein nicht allein davon abhängt, eine Erektion zu haben und penetrieren zu können.

Solange dein Partner in dieser Vorstellung von Männlichkeit gefangen ist, wird er sich wegen des drohenden Gesichtsverlusts kaum einem Gespräch mit der Hausärztin öffnen – auch wenn sie ihm helfen könnte. Es scheint mir daher für euch beide wichtig, den Fokus vom Sex zu nehmen – und eure Vorstellungen von Mann-Sein und Männlichkeit zu hinterfragen. Alles Gute!

Deine Frage an Doktor Sex: doktor.sex@20minuten.ch

(wer)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich war in den letzten Tage genau wegen dieses Problem bei meiner Hausärztin und bei der Urologin. Klar hatte ich bedenken, mit einer Frau über meine sexuellen Pannenn zu reden. Aber ich wurde sehr professionell und freundlich empfangen. Und es hat mir sehr geholfen. Ich würde es sofort wieder machen, es gibt kein Grund sich zu schämen. – Fly

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fly am 25.05.2018 09:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geh einfach ! 

    Ich war in den letzten Tage genau wegen dieses Problem bei meiner Hausärztin und bei der Urologin. Klar hatte ich bedenken, mit einer Frau über meine sexuellen Pannenn zu reden. Aber ich wurde sehr professionell und freundlich empfangen. Und es hat mir sehr geholfen. Ich würde es sofort wieder machen, es gibt kein Grund sich zu schämen.

  • Tupfi am 25.05.2018 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Arztwechsel

    Oder man(n) sucht sich einen (männlichen) Hausarzt dem man dann auch vertraut ...

  • noname am 25.05.2018 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung..

    Das Problem hierbei sind doch oft die Frauen: Steht der Lümmel mal nicht, kommen sofort die Vorwürfe "Hast Du eine Andere", "Findest Du mich nicht mehr attraktiv" etc. ..Am Ende ist die Sexualität des Mannes eben doch nicht so unkompliziert wie frau meint! ..von wegen Gleichberechtigung..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fritz am 25.05.2018 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Pilates wirkt wunder

    Wenn er nicht zum Arzt will, soll er doch ein Pilates Kurs besuchen. Dabei trainiert man den Beckenboden und genau die Muskeln, die für eine prügelharte Erektion benötigt werden und die Libido wird auch gefördert. Hatte nie Probleme aber meine Erektion ist härter als vor dem Kurs und ich bin geil, wie als ich in der Pubertät war. Ich kanns jedem empfehlen.

  • Pfosten am 25.05.2018 12:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Empfehlung

    Hatte auch meine Mühe damit. Frag im Erotikmarkt nach einem Shot. Will hier keine Werbung machen, deshalb nenn ich keinen Namen des Produktes. Aber schon ein kleiner Schluck davon hat bei mir Wunder bewirkt, über mehrere Stunden hinweg. Er enthält unter anderem Ginseng.

  • DanyBS68 am 25.05.2018 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medikamente?

    Ebenso können es Nebenwirkungen der verschriebenen Tabletten sein. Diese können ebenso eine Erektionsstörung verursachen. Damit spreche ich die Medikamente an die der Mann seit dem Herzinfarkt nehmen muss. Musste auch alle austauschen.

  • noname am 25.05.2018 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung..

    Das Problem hierbei sind doch oft die Frauen: Steht der Lümmel mal nicht, kommen sofort die Vorwürfe "Hast Du eine Andere", "Findest Du mich nicht mehr attraktiv" etc. ..Am Ende ist die Sexualität des Mannes eben doch nicht so unkompliziert wie frau meint! ..von wegen Gleichberechtigung..

  • Lucas B am 25.05.2018 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Egoistischer Antrieb der Frau.

    Macht sie sich wirklich sorgen um ihren Mann oder geht es hier um ihre sexuelle Befriedigung, die ihr Mann zu erfüllen hat, sonst... Ja sonst was? In erster Linie: Herzinfarkt ansprechen, da bekanntlich erekt. Disfunktion oft ein Vorbote ist. Mitteilen, dass frau sich Sorgen macht und frau nicht weiss, wie frau sich verhalten soll. Ob er einen Tipp hätte. Ansprechen, dass frau traurig ist, dass es ihm gesundheitlich nicht gut geht. Zärtlichkeiten austauschen, ohne Sex anzuspielen. Ihm das Gefühl geben, dass er geliebt wird. Er wird sicher zum Urologen (m) gehen.

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Bruno Wermuth ist Sexualberater und Sexualpädagoge mit eigener Praxis in Bern. Als «Doktor Sex» beantwortet er drei Mal wöchentlich Fragen zur schönsten Nebensache der Welt und im «Sexblog» spricht er das aus, was andere nicht zu denken wagen. www.brunowermuth.ch


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