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150 Kilo abgespeckt

24. Juli 2017 20:11; Akt: 24.07.2017 21:55 Print

Dieser Topathlet war einst 230 Kilo schwer

von Sulamith Ehrensperger - Pfarrer Thomas Stephan wog 230 Kilo. Er speckte 150 Kilo ab und begann Marathon zu laufen.

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Pfarrer Thomas Stephan auf der Zielgeraden bei den Ironman European Championship Frankfurt vor zwei Wochen. Kaum zu glauben, dass er einmal fast dreimal so schwer war. Nach 14 Stunden ist Stephan endlich im Ziel. Mit seiner Zeit ist der Pfarrer nicht zufrieden: «Ich konnte meine Leistung nicht abrufen, weil mein Kopf noch beim Berufswechsel und dem Umzug nach Berlin war.» Sieht Thomas Stephan Bilder von früher von sich – wie dieses von 2010 – fragt er sich: Wer ist dieser Mann? «Das Abnehmen ist mir passiert. Das war kein bewusster Plan», erzählt er. «Für mich musst du nicht abnehmen», dieser Satz einer Frau veränderte sein Leben. Stephan begann auf sein Körper- und Hungergefühl zu hören. Auf seinem Menü stehen nur noch saisonale und regionale Lebensmittel. Ass er früher aus Frust, isst er heute aus Lust. Er nahm 150 Kilo ab und wiegt heute um die 80 Kilo. Nach einer von insgesamt sieben OPs zur Entfernung überschüssiger Haut begann er zu laufen. Sein allererster Lauf war die Benefiz-Veranstaltung «Lauf für mehr Zeit» zu Gunsten der Aids-Hilfe Frankfurt 2011. Nur drei Monate nachdem er zum allerersten Mal seine Laufschuhe geschnürt hatte, wagte er sich an seinen ersten Marathon. Inzwischen ist er deren zwölf gelaufen. Nachdem er seinen ersten Marathon geschafft hatte, startete er als Triathlet durch. 2013 zog er den Ironman Frankfurt durch. Seither hat er deren vier überstanden. «Durch den Ironman verliert der Marathon seinen Schrecken», sagt Stephan nach seinem jüngsten Ironman vor zwei Wochen. Der Pfarrer läuft nicht nur für sich, sondern für einen guten Zweck: «Ich laufe zum Spass, Flüchtlinge nicht.» Er will mit seinen Läufen auf die Situation von Flüchtlingen aufmerksam machen. Als 230-Kilo-Schwergewicht hatte er Topsportler bewundert, heute kann der 49-Jährige mit ihnen mithalten. «Ich mache es für mich, weil es geil ist und weil ich es kann.»

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«Durch den Ironman verliert der Marathon seinen Schrecken», sagt Thomas Stephan. Der evangelische Pfarrer hat seinen vierten Ironman noch in den Beinen. Früher war für ihn der Alltag ein Marathon: Stephan wog 230 Kilo.

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Stieg der Frankfurter ins Tram ein, musste er sich erst erholen. In den ersten Stock kam er nur mit dem Lift. «Ich war fett und schwitzte ständig.» Jedes halbe Jahr musste er sich seine Kleider eine Kleidernummer grösser kaufen.

Ein Satz, der sein Leben veränderte
Heute trägt er Grösse S. Fast zwei Drittel seines ursprünglichen Gewichts hat der 49-Jährige verloren. Sieht er Bilder von früher von sich, fragt er sich: Wer ist dieser Mann? «Das Abnehmen ist mir passiert. Das war kein bewusster Plan.»

2010 lernte er eine Frau kennen, in die er sich verliebte. «Sie war die Erste, die sagte, ich sei ein schöner Mann, so wie ich damals aussah.» Ihr Satz «Für mich musst du nicht abnehmen» war für den Pfarrer wie eine Erlösung. «Dabei berührte sie mich an Brust und Bauch – Körperstellen, für die ich mich schämte.»

Essen aus Lust statt Frust
Mit der Liebe klappte es nicht, aber mit dem Abnehmen. In weniger als zwei Jahren verlor er 150 Kilo. Er hörte auf seinen Körper: «Zuvor hatte ich alle Diäten ausprobiert und scheiterte immer. Ernährungsregeln sind Schwachsinn.»

Stephan setzte sich keine Regeln und Verbote. Er kaufte regionale und saisonale Lebensmittel auf dem Markt ein. «Ich esse aus Lust und höre auf, wenn ich satt bin. Das mache ich auch heute so.»

Erster Marathon – eine Trotzreaktion
In seinen Ferien entdeckte der «neue» Stephan das Laufen. Die erste von sieben Operationen, um überschüssige Haut loszuwerden, hatte er überstanden. Er begann so ins Joggen einzusteigen wie viele: 200 Meter laufen, 200 Meter gehen.

Drei Monate später stand er an der Startlinie des Frankfurter Marathons. «Mir war klar, dass ich keinen ganzen Marathon überstehen werde. Es war eine Trotzreaktion. Kaum hatte ich abgenommen, sagten die Leute zu mir, iss mal wieder, du wirst sonst magersüchtig.»

Ein Jahr später absolvierte Stephan seinen ersten Marathon, danach startete er als Triathlet durch. «Mit Topsportlern, die ich früher bewundert habe, kann ich heute mithalten. Für mich ist das noch immer total surreal», meint der Gottesmann. «Als Pfarrer muss ich Grenzen anerkennen, sie aber auch immer wieder austesten.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Francuccio am 24.07.2017 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Hut ab , Mega Leistung !!!! Mehr kann ich nicht dazu sagen

    einklappen einklappen
  • Davinci70 am 24.07.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich....

    mit welchem Willenskraft und innerer Stärke dieser Mann hat. Ich ziehe meinen Hut vor dieser super Leistung!

  • runner am 24.07.2017 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    top

    einfach nur top! gratulation und weiter so!

Die neusten Leser-Kommentare

  • A.D. am 25.07.2017 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lob als Auslöser

    Wenn ich den Artikel recht verstehe ist das damalige Kompliment der Frau 'Schuld', dass er abnehmen konnte. Es braucht wohl nicht viel. Den anderen so annehmen wie er ist und schon flutscht es! Darüber mag der eine oder die andere mal nachdenken.

  • Urs Schiess am 25.07.2017 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Leistung top - Artikel flop

    Seine Leistung ist bewundernswert, v. a. wenn man seine Ausgangslage in Betracht zieht. Ob Erster oder Letzter, einen Ironman absolviert keiner im Vorbeigehen. Aus eigener Erfahrung braucht es dazu neben der körperlichen Fitness, u. a. auch einiges an mentaler Stärke. Der Artikel selbst scheint mir nicht über jeden Zweifel erhaben. Eine kurze Recherche bringt sehr ähnliche Texte von anderen Quellen (z. B. F.A.Z.) zutage, die wesentlich älteren Datums und auch bezüglich der Verwendung von Superlativen einiges zurückhaltender sind. Wird hier einfach Neuer Wein in alten Schläuchen publiziert?

  • Peter Piper am 25.07.2017 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fake

    Bei solchen Geschichten ist viel fake dabei. 75 kg pro Jahr Gewichtsverlust und das nur mit "Ich esse nur noch regional und wann ich Lust hab" Für solche Gewichtsverluste sind meistens Magenbänder im Zusammenspiel mit einer Hardcorediät, wie Wasser und Brot.

  • Ali ben Afrika am 25.07.2017 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja toll und eine Superleistung! ABER

    kann man nicht einfach mal etwas machen, ohne gleich wieder Flüchtlinge zu unterstützen? Wobei das ja gar keine Flüchtlinge sind, sondern Deserteure und Hazardeure. Vor allem die aus Afrika.

  • Mark am 25.07.2017 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Mein neues Vorbild!

    Ich muss noch 20 kg runter, dann bin ich wieder im grünen Bereich.