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Futterpapst

02. Januar 2017 18:15; Akt: 02.01.2017 18:15 Print

Gegen Problemzonen ist Zucker das beste Rezept

von Jürg Hösli - Hartnäckige Fettpölsterchen an Armen und Beinen nerven manche Frau. Nicht mehr Training, sondern Zucker bringt sie zum Schmelzen! Das Geheimnis lüftet Jürg Hösli in seiner Kolumne.

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(Bild: Gpointstudio, iStock)

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Immer wieder kommen Frauen in unsere Beratung mit der Aussage, sie würden sehr viel und intensiv trainieren und immer mehr an den Beinen und Armen zunehmen. Sie möchten die Problemzonen loswerden und trainieren immer mehr. Die Logik befielt uns, dass genau hier abgenommen werden sollte, doch das Heck wird ausladender und die Beine massiger. Es gibt eine einfache Lösung, aber eines nach dem anderen.

Umfrage
Trainieren Sie wegen und gegen Problemzonen?
28 %
26 %
46 %
Insgesamt 1945 Teilnehmer

Es war vor rund fünf Jahren, als eine Kundin meine Ernährungswelt komplett durcheinanderbrachte. Sie ist eine Eiskunstläuferin, und ich habe in der Körperfettfaltenmessung gesehen, dass sie am linken Bein (14mm) weniger Körperfett hatte als am rechten (18mm). Die Frage, ob das linke Bein das im Training mehr belastete sei, verneinte sie. Dies war für mich sehr unlogisch: Warum sollte ein Bein mehr trainiert sein als das andere und dazu mehr Körperfett aufweisen?

Ich begann diesen Zusammenhang mit älteren Daten zu untersuchen und bemerkte, dass meine halbseitig gelähmten Patienten auf ihrer gelähmten Seite deutlich weniger Körperfett aufwiesen. Das gleiche Bild hat sich bei vielen Sportlern in der Rekonvaleszenz ergeben. Der Schluss lag nahe: Je überlasteter ein Muskel ist, desto schlechter wird das darüber liegende Fettgewebe lokal abgebaut.

Bei der Eiskunstläuferin haben wir nach der ersten Messung die Kohlenhydrate vor und während des Trainings hochgefahren. Statt 14 und 18 mm waren zwei Wochen (!) später 12.4 und 13.2 mm zu messen! Sofort haben wir diese Resultate mit dutzenden weiteren Personen überprüft. Bei Frauen mit deutlichen Problemzonen an Armen und Beinen haben wir den Zucker während des Trainings hochgefahren. Die Resultate waren eindeutig. Ein Laugenbrot mit Bünderfleisch rund 60 – 90 Minuten vor dem Training, während des Trainings Apfelschorle und nach dem Training einen Schoko-Milchdrink, und die Körperfettfalten an den Beinen und Armen nehmen bei gleichbleibendem Training deutlich ab. Was unglaublich tönt, haben wir in den letzten Jahren an über 4500 Einzelfällen zeigen können.

Doch warum sollte das plötzlich gehen? Es ist ja das Gegenteil von dem, was alle behaupten. Was verbrennen wir in intensivem Training? Zucker! Wer statt eines Schorles nur Wasser nimmt, bei dem mag die Fettverbrennung während des Trainings höher sein. Doch Fettverbrennung findet in der Muskulatur statt und nicht in den Problemzonen. Und genau dieses Körperfett wird bei einer Überlastung der Muskulatur wesentlich schlechter abgebaut.

Die Zusammenhänge sind noch zu wenig klar, eine wahrscheinliche Möglichkeit ist ein Paradox. Wenn der Muskel weniger Fett verbrennt, braucht er weniger Sauerstoff (Kohlenhydrate verbrennen wir unter Verbrauch von weniger Sauerstoff). Wenn der Muskel aber intensiv arbeitet, ist er mit Sauerstoff eher unterversorgt. Wer nur Wasser nimmt, dem geht auf zellulärer Ebene schneller der Sauerstoff aus, was wiederum für einen höheren Stress sorgt. Und genau dieser Stress scheint auf den lokalen Fettabbau einen grossen Einfluss zu haben. Wer sich also mit wenigen Kohlenhydraten ernährt und von seinem Naturell her eher zu intensiv trainiert, bei dem werden die Beine immer massiger.

Zucker ist also nichts Böses, sondern der Zeitpunkt der Einnahme und die Menge machen das Gift. Zucker ist der beste Fatburner und kurbelt bei Überlastung die Regeneration wieder an. Aber Achtung: Wenn nun aufgrund der ansteigenden Erholung wieder mehr und härter trainiert wird, dann sind die Problemzonen schnell wieder da!

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Powerlifter am 02.01.2017 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Rad neu erfinden

    Klar. Seit eh und je sagt man, lokale Fettverbrennung sei nicht möglich/genetisch veranlagt. Jetzt labert wieder einer was anderes. Ernährung ist für mich unterdessen wie Religion, soll jeder glauben was er will. Training das gleiche.

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  • evi am 02.01.2017 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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    jetzt preschen sie wieder tonnenweise auf uns herab die guten ratschläge wie wir die festtagspfunde loswerden. mein vorsatz fürs neue jahr. ich lese sie einfach nicht mehr.

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  • Marc'oh am 02.01.2017 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur bei Frauen

    Ok klar, und funktioniert dies auch am Bauchfett beim Mann oder ist es nur bei lokalen fett Bein und Arme der Frauen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zuckerrübe am 03.01.2017 23:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zucker ist nicht gleich Zucker

    Und bitte was für Zucker? Einfach-, Zweifach-, Mehrfachzucker? Das hier nicht unterschieden wird, schockiert mich... Es kommt immer auf die Ziele an...

  • Pralinchen am 03.01.2017 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jaja

    Früher wurde auch davor gewarnt Eier zu essen, wegen dem Cholesterin. und heute sind Eier plötzlich doch so gesund..und dss Cholesterin darin plötzlich gut. Glaubt doch nicht immer alles..

  • Alex am 03.01.2017 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Das wars...

    ich glaub Ernährungstechnisch einfach nichts mehr, sagt ja jeder Lulatsch wieder was anderes. Ab jetzt schau ich einfach für mich selber, das ist ja nicht mehr zum aushalten.

  • Thomas am 03.01.2017 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Neu? Gewiss nicht.

    Schon über 10 Jahre bekannt... aber hier verkauft man alte Sachen gerne wieder als neue Erfindung. Lorbeeren stehlen ist nicht so toll.

  • Rogee am 03.01.2017 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ernährung ist das A und O im Training

    Das die Ernährung während dem Training den Körper beeinflusst ist schonnsehr lange bekannt. Man spricht sogar davon, dass due Ernährunf 70% des Fitness-Trainings ausmacht. Es ist also nichts Neues was gerade beschrieben wurde. Alle Jahre wieder findet man Ratschläge zum Thema Abnehmen und Sport. blablabla