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Einfach gut essen

07. November 2017 16:19; Akt: 07.11.2017 17:07 Print

«Meine kleine Tochter liebt Süsses. Wie viel ist okay?»

von Diana Studerus - Viele Kinder würden am liebsten nur Süsses essen. Wie viel Schoggi solls für kleine Schleckmäuler sein, fragt Leserin Corinne. Tipps fürs richtige Augenmass.

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Süssigkeiten lassen Kinderherzen höherschlagen. Zelt­li, Schoggi oder Guetsli: Wie finden Eltern das richtige Augenmass, wenn ihre Kids gerne zu Süssem greifen? (Bild: Gemphotography)

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Liebe Diana

Ich habe eine kleine Tochter (2 Jahre) und würde gerne wissen, wie viel Zucker (Süssigkeiten) ein Kleinkind täglich haben darf?
Danke für deine Antwort.
Corinne (37)

Liebe Corinne

Die Empfehlungen zum Zuckerkonsum unterscheiden sich nicht für Kinder und Erwachsene. Um hier kurz das Lehrbuch zu zitieren: Maximal 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr sollte aus Zucker stammen. Das heisst, wir müssen uns zuerst überlegen, wie viel Energie deine Tochter täglich braucht, und da gehen wir von rund 1000 Kilokalorien aus. Dass die Essmenge von Kleinkindern sehr unterschiedlich ist, muss ich wohl nicht erwähnen.

Jedenfalls wären es dann etwa 100 Kalorien, die durch Zucker zugeführt werden können, was etwa 25 Gramm reinem Zucker entspricht, also 8 Stück Würfelzucker. Das tönt nicht nach sehr viel und mit gezuckerten Cornflakes, Müsli oder Fruchtjoghurt und Saft ist das bereits beim Frühstück locker erreicht! Daher denke ich, wir sollten definieren, was als Süssigkeit gilt. Zählen wir hier die Cornflakes und den Fruchtsaft mit dazu, oder nicht?

Ich handhabe es so, dass ich Lebensmittel ganz grob in zwei Gruppen einteile: «Lebensmittel mit Zucker» und Süssigkeiten.
In die erste Gruppe fallen dann Cornflakes, gesüsstes Joghurt oder Quark, Fruchtsaft, Dörrfrüchte, aber auch Ketchup, Brotaufstrich und so manche Fertigprodukte, die auch eine nennenswerte Menge Zucker enthalten. In die Gruppe der Süssigkeiten fallen: Schokolade, Guetsli, Kuchen, Desserts, Glace, Gummibärchen, Süssgetränke, süsses Gebäck und so weiter.

Sowohl Lebensmittel mit Zucker wie auch Süssigkeiten nehmen, je älter das Kind wird, einen zentralen Platz im Speiseplan ein und führen oft auch zu Diskussionen. Ich empfehle darum drei praxistaugliche Faustregeln:

1. Lebensmittel mit Zucker mit gesundem Menschenverstand einsetzen und auf eine Portion pro Tag beschränken. Sollen es heute die gezuckerten Frühstücksflocken sein? Lieber Joghurt? Müsli? Ein Riegel? Brot mit Schokoladenaufstrich?

Es lohnt sich bei diesen Lebensmitteln schlau zu kombinieren und die gezuckerten Cornflakes mit Milch und nicht mit Fruchtjoghurt zu mischen. Man kann einiges auch selbst machen und dabei Zucker sparen: Joghurt selbst süssen, eine eigene Müslimischung zubereiten und so weiter. Ich glaube, du weisst, was ich meine. Die Portionengrösse für diese Lebensmittel ist etwa zwei Handvoll, also zweimal die Grösse der Faust deiner Tochter. Darin enthalten sind dann vier bis sechs Würfelzucker.

2. Bei Süssigkeiten empfehle ich ebenfalls einmal pro Tag eine Portion. Hier ist die Menge, was auf dem Handteller deiner Tochter Platz hat: eine halbe Reihe Schokolade, zwei Kekse, fünf Gummibärli oder ein halbes Stück Kuchen. Die Mengen enthalten durchschnittlich zwei bis vier Würfelzucker. Eine Glace oder eine kleine Portion Dessert wie Schoggimousse und Ähnliches zählen bei Kleinkindern meist als zwei Portionen, enthalten also pro Portion sechs bis acht Würfelzucker.

3. Von Süssgetränken, Fruchtsaft, Smoothies und weiteren zuckerreichen Getränken, egal ob mit «natürlichem Zucker» oder nicht, rate ich für Kleinkinder ab. Ich finde es aus vielerlei Gründen sinnvoll, Zucker zu essen und nicht zu trinken. Aber das ist ein anderes Thema.

Die drei Faustregeln lassen sich übrigens genauso bei uns Erwachsenen anwenden. So passt das mit der Zuckermenge auch bei uns! Ach ja, und Ausnahmen gehören dazu – bei Erwachsenen und bei Kindern!

Herzliche Grüsse an dich und deine Tochter

Diana


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Moni am 07.11.2017 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Süsses

    Versteh ich nicht, dass ein Kleinkind täglich Süsskram haben soll. Braucht es nun wirklich nicht.

  • Gesunder Menschenverstand am 08.11.2017 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Glücklich vs. Unglücklich

    Genau diese Kinder, welche nichts Süsses durften, habe ich bei Geburtstagspartys, Klassenfesten derart reinstopfen sehen, dass ihnen danach übel war....zudem erlebe ich all diese Kids die nie durften, jetzt in der Pubertät - und nicht mehr den ganzen Tag unter elterlicher Kontrolle - mehr an Gewicht zulegen als meine Teenager Kids die immer durften. (beide in der 25% Kurve) trotz Süssem.....aber genug Bewegung haben!!

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  • gesundy am 07.11.2017 18:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nur eine Portion Süss pro Tag

    Dem kleinen Kind würde ich immer nur eine Portion [verarbeitetes Lebensmittel-]Süss pro Tag geben. Und eine Frucht. Wenn der Zmorge "süss" ist, ist halt Dessert nicht "süss" und wenn der Zmorge "unsüss" ist, dann gibt es Dessert. So wird "süss" weniger zur Gewohnheit, wenn man sich nicht bereits von Kindsbeinen an supersüss gewöhnt! Dasselbe würde auch den grossen Kindern guttun!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gabriel am 09.11.2017 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Zuckermonster

    Ich habe als zwischen 12 und 16 Jahren täglich 500g oder mehr reinen Zucker oder in Form von Süssgetränken zu mir genommen. Jedoch waren weder hyperaktives Verhalten, Agressivität noch andere Typische Verhaltensmuster erkennbar. Gesundheitliche Schäden kann ich soweit auch nicht bestätigen. Ich frage mich deshalb wie die tägliche Tagesdosis genau definiert wird und ab wieviel Gramm man die Auswirkungen davon erkennt.

  • alessi am 09.11.2017 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Überall Zucker drin..

    und somit ist es fast unumgänglich dem Zucker ausdem Weg zu gehen. Verbote ist Negativ behaftet und kann auch als Gegenreaktionen nun erst recht Haltung bei Kinder spätestens aber bei Jugendlichen hervorrufen. Der Weg der Aufklärung ist eventuell nachhaltiger, die Kinder längerfristig vor zu hohen Zucker Konsum fernzuhalten/zu schützen. Und bei Babys nach der Stillzeit, wann immer möglich auf fertig Produkte verzinchten! Frische und Naturbelasene Kost zubereiten...

  • Berta am 08.11.2017 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht verbieten

    Meine Tochter kriegt null Fertigprodukte oder gesüsste, angeblich gesunde Kindernahrung die Industriell hergestellt wird. Aber seit sie 1,5 Jahre alt ist steht ein Glas mit Süssigkeiten zur freien Verfügung in ihrem Zimmer. Wir müssen es sehr selten nachfüllen, was frei zugänglich ist hat schnell den Reiz verloren. Lieber sind ihr Tomaten und Käse als Snack.

    • Lucretia M. am 08.11.2017 20:30 Report Diesen Beitrag melden

      Genau!

      Ich war als Nanny in England. David war ein Schleckmaul! So habe ich eine kleine Schale mit Süssigkeiten gemacht und er durfte sich bedienen. Am Anfang griff er voll zu. Nach und nach...musste ich kaum etwas nachfüllen.Eben..es hat den Reiz verloren.

    • Bern am 09.11.2017 09:21 Report Diesen Beitrag melden

      gutes mittelmass

      Wir haben als Kinder fast nie Süsskram gekriegt. Jetzt wo ich älter bin, muss ich aufpassen, dass ich nicht ab und zu in einen Rausch verfalle

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  • Pascal am 08.11.2017 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nur keine Gewohnheit

    Als Kind bekam ich wohl Süssigkeiten, aber eben nicht jeden Ta, vielleicht ein oder zweimal pro Woche ohne einen festen Rhythmus Von dem her glaube ich, dass die Menge nur das eine ist. Die Gewohnheit ist das andere. Das Kind soll nicht aus Gewohnheit zu Süssigkeiten greifen, sondern einen spielerischen, aber vernünfigen Umgang damit lernen und auch mal verzichten können.

  • Geniesser am 08.11.2017 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Mögen ist kein gutes Argument!

    die Frage nach dem wieviel ist ok lässt sich ganz einfach beantworten: Möglichst wenig!!