Umfrage zeigt

08. September 2011 11:00; Akt: 08.09.2011 11:56 Print

Zwei Drittel wollen die Einheitskasse

Die Einheitskrankenkasse hat bei der Schweizer Bevölkerung gute Chance, wie eine santésuisse-Umfrage zeigt. Auch die Managed-Care-Netze sollen ausgebaut werden.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zwei Drittel der Schweizer können sich für die Idee einer Einheitskrankenkasse erwärmen, wie eine Umfrage von santésuisse aufzeigt. Sie wollen aber eine schrittweise Reform. Ferner möchte eine klare Mehrheit einen Ausbau der Managed-Care-Netze.

Umfrage
Wollen Sie die Einheitskrankenkasse?
71 %
29 %
Insgesamt 2669 Teilnehmer

Laut der am Donnerstag vorgestellten «sondage santé» des Krankenkassenverbandes santésuisse sprachen sich 66 Prozent der Befragten für oder «eher für» die Schaffung einer Einheitskasse aus: 28 Prozent neigten zu dieser Lösung, 38 Prozent plädierten dafür. Allerdings wünschen 61 Prozent eine schrittweise Reform des Systems und keine grosse Gesundheitsreform.

Santésuisse zeigt sich von dem Ergebnis nicht überrascht. Die Bevölkerung habe keinerlei Anhaltspunkte, um die tatsächlichen Folgen einer Einheitskasse abschätzen zu können. Auch santésuisse möchte das Gesundheitssystem schrittweise reformieren und die Ausgaben senken, ohne dabei alles über Bord zu werfen, schreibt der Verband.

Breite Unterstützung für Managed-Care-Netze

Des Weiteren zeigt die Umfrage auf, dass 75 Prozent der Befragten die medizinischen Netzwerke Managed Care kennen, in denen Patienten während des gesamten Behandlungsprozesses begleitet und betreut werden.

Managed-Care-Netze wenden betriebliche Managementprinzipien auf die medizinische Versorgung an. 72 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass diese Systeme die medizinische Betreuung verbessern und die Gesundheitskosten senken.

Die Umfrage zeige auch eine Reihe von Wissenslücken über das Gesundheitssystem, schreibt santésuisse. 90 Prozent der Befragten überschätzten den Anteil der Verwaltungskosten: Sie glaubten, dass sie im Schnitt bei 31 Prozent der Gesundheitskosten lägen. Dabei machten sie nur etwa 5 Prozent aus.

Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut Demoscope durchgeführt. Dieses befragte 1219 Personen.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 807687 am 24.10.2012 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Auch wenn die Verwaltungskosten steigen

    ...sollten, ist eine Einheitskasse immer noch viel kostensparender als die unzähligen Kassen und Kässeli, die wir jetzt haben. Die Einheitskasse sollte es aber nur für die Grundversicherung geben. Alle anderen Versicherungen sollten von anderen Kassen, meinetwegen von den bestehenden, angeboten werden. So werden Quersubventionen vermieden.

  • Bodo Haudruff am 20.11.2012 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild vorhanden

    Die SUVA macht vor dass es geht und wie es geht. Keine Konkurrenz, also quasi Monopolist und dennoch eine schlanke Verwaltung und moderate Betriebskosten.

  • René Kälin am 08.09.2011 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    SUVA

    Die SUVA funktioniert sehr gut, bringt gute Leistung und ist viel günstiger als die privaten Unfallversicherungen. Also was die SUVA in in der Unfallversicherung kann, das kann eine staatliche Krankenkasse auch. Wegfallen würden die hohen Abwerbungskosten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Meisner am 07.04.2013 15:53 Report Diesen Beitrag melden

    Mittelstand bezahlt und bezahlt

    Die Einheitskasse dürfte schon von Anfang an das Ziel der KVG Befürworter gewesen sein. Wie führe ich eine neue Kopfsteuer ein um das Asyl- und Sozialwesen quer zu finanzieren? Antwort: Ich appeliere an den Gesundheits-Instinkt - denn Gesundheit ist das wichtigste Gut. Nach ein paar Jahre verstaatliche ich dann diese Zwangsversicherung und baue sie gleichzeitig immer weiter aus. Ein Lehrbuchbeispiel warum neue Versicherungen und Gebühren an der Urne stets abgelehnt werden sollten. Denn am Ende bezahlt immer der Mittelstand und der "arme" Immigrant kassiert Gratisleistungen.

  • Bodo Haudruff am 20.11.2012 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild vorhanden

    Die SUVA macht vor dass es geht und wie es geht. Keine Konkurrenz, also quasi Monopolist und dennoch eine schlanke Verwaltung und moderate Betriebskosten.

  • 807687 am 24.10.2012 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Auch wenn die Verwaltungskosten steigen

    ...sollten, ist eine Einheitskasse immer noch viel kostensparender als die unzähligen Kassen und Kässeli, die wir jetzt haben. Die Einheitskasse sollte es aber nur für die Grundversicherung geben. Alle anderen Versicherungen sollten von anderen Kassen, meinetwegen von den bestehenden, angeboten werden. So werden Quersubventionen vermieden.

  • USer am 29.09.2011 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    Was bringt eine Einheitskasse ?

    Man Sollte mal die Verwaltungskossten der Krankenkassen (rund 5.5%) anschauen, da frage ich mich wie viel da mit einer einheitskasse gespart werden soll. 1%? Wie hoch sind die der SUVA? Hat die nicht die höheren Verwaltungskossten? Warum wird nie darüber gesprochen wäre doch interessant. Ich vermute die SUVA hat die höheren kossten ob wohl sie so was wie eine Einheitskasse ist.

  • Döme am 08.09.2011 20:33 Report Diesen Beitrag melden

    Monopol

    Liebe Leute lasst euch nicht blenden und denkt an die SBB. Die haben ein Monopol und diktieren somit die Preise. Wettbewerb muss hier sein. Jedoch bin ich auch der Meinung das etwas getan werden muss.