Crash von Dow Jones

09. Februar 2018 08:56; Akt: 09.02.2018 18:12 Print

Schweizer Börse schliesst erneut mit Verlusten

Nach dem erneuten Einbruch des Dow Jones startete die Schweizer Börse zwar gefestigt, der SMI rutschte aber kurz nach Mittag wieder ab.

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Die Schweizer Börse zeigt sich nach den Strapazen der letzten Tage zuerst erholt. (Archivbild) (Bild: Keystone)

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Der Schweizer Aktienmarkt hat nach einem weiteren turbulenten Handelstag mit deutlichen Verlusten geschlossen. Nach einem bereits volatilen Start in die Sitzung, mit allerdings mehrheitlich positiven Notierungen, rutschte der SMI kurz nach Mittag um über 100 Punkte ab.

Parallel zu den ebenfalls ohne klare Richtung eröffnenden US-Börsen machte der Leitindex dann am Nachmittag innert kurzer Zeit weitere Sprünge in ähnlicher Grössenordnung. Die derzeitige Hektik an den Märkten wurde damit zum Wochenschluss noch einmal gut wiedergegeben.

Entsprechend notierte auch der als Angstbarometer bekannte Volatilitätsindex VSMI zuletzt bei über 26 Punkten, was gegenüber Ende Januar in etwa einer Verdoppelung entspricht.

Derzeit streiten sich die Experten in Bezug auf die Einschätzung der Lage: Der Einbruch der Aktien sei nur eine längst überfällige Korrektur auf hohem Niveau und die Situation werde sich bald wieder stabilisieren, heisst es auf der einen Seite.

Die anziehende Inflation und die steigenden Zinsen dürften die Dividendenpapiere noch länger und heftiger unter Druck setzen, meinen die pessimistischeren Akteure. Einigkeit scheint bis zu einem gewissen Grad immerhin darüber zu herrschen, dass die Volatilität kurzfristig hoch bleiben wird.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,93 Prozent tiefer bei 8682,0 Punkten. Im Wochenvergleich ergab sich damit ein Minus von 5,8 Prozent, dies nach einem Verlust von 3,1 Prozent in der Vorwoche. Der breite Swiss Performance Index (SPI) fiel um 0,96 Prozent auf 10'007,05 Punkte.

Zahlreiche Verlierer

Die grössten Verluste erlitten bis zum Schluss die Aktien von Aryzta (-4,4 Prozent). Diese wurden nebst der allgemeinen Ausverkaufsstimmung von Spekulationen um eine mögliche Kapitalerhöhung belastet, hiess es in Börsenkreisen.

Dahinter büssten auch die Papiere von Swatch (-2,1 Prozent), Logitech (-2,2 Prozent) und Lonza (-2,6 Prozent) deutlicher an Terrain ein. Ebenfalls klar unter Druck standen Titel wie Schindler (-1,9 Prozent) oder UBS (-1,6 Prozent).

Von den übrigen Finanzwerten verloren Julius Bär (-1,3 Prozent), Swiss Life (-1,2 Prozent) und Partners Group (-1,5 Prozent) mehr als etwa CS (-0,7 Prozent) oder Swiss Re ( 0,2 Prozent). Die Titel von ABB, welche am Vortag nach Zahlen noch um knapp 7 Prozent eingebrochen waren, fielen um weitere 1,6 Prozent zurück.

Während sich die Papiere von Novartis (-1,0 Prozent) in etwa mit dem Markt bewegten, hielten sich diejenigen von Roche (-0,7 Prozent) und vor allem von Nestlé (-0,5 Prozent) etwas besser.

Kaum Gewinner

Die einzigen Gewinner waren die Titel von Sonova ( 0,8 Prozent), Dufry ( 0,3 Prozent) und die bereits erwähnten Swiss Re.

Im breiten Markt profitierten die Aktien von Ems-Chemie ( 1,9 Prozent) und die Partizipationsscheine der Graubündner Kantonalbank ( 1,7 Prozent) jeweils von starken Zahlen, Mobimo (-1,8 Prozent) konnten dagegen diesbezüglich nicht überzeugen und fielen zurück.

(sep/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinz Geissbühler am 09.02.2018 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Käsehandel

    Die ganze Börse ist ein Kindergarten. Das ewige gejammer geht mir auf die nerven. Ich war früher Delegierter bei der Oberländer Käseunion. Angebot und Nachfrage diktierte den Käsepreis und nicht hochglanz Appel Krawattenträger.

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  • Peter West am 09.02.2018 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Blödsinn es geht nach unten!

    Nicht die Schweizer Börse sondern die Amerikanische gibt den Welt-Takt an der globalen Börse an. Auch wenn die Börse in der Schweiz jetzt aktuell am steigen ist. Sie wird bestimmt wieder fallen wenn es um 15:30 Uhr in Amerika Heute weiter abwärts geht. Mein Tip verkaufen! Der SMI wird bis am Sommer bei 7000 Punkten sein. Die Zinse steigen, die Volatilität steigt. Die Bären sind los!

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  • Josef am 09.02.2018 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wie schade.

    Wann soll ich denn Aktien kaufen, wenns nicht endlich zu einem richtigen Crash kommt. Im Moment sind die Papiere immer noch viel zu teuer, um einen ordentlichen Gewinn zu machen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rita am 11.02.2018 23:46 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenz

    Tja, Korruption und Gier sind nicht gut

  • Matthias Alexander am 11.02.2018 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Aktien

    Habe vor zwei Monaten alle Aktien verkauft

  • Mike Meier am 10.02.2018 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Noch kein Crash, aber...

    ...der CHF ist wieder stärker. Immerhin ein Indiz, dass Anleger in den Franken flüchten. Die SNB wird wieder kräftig Euros laden...und ihre Aktien driften wohl auch in den roten Bereich. Sieht so oder so nicht gut aus.

  • M.F.Luder am 10.02.2018 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts hat sich seit 2008 geändert

    Es wird uns wieder passieren. Es ist nichts gelöst. Das System ist kranker als vorher. Wir haben eine höhere Verschuldung, nicht nur absolut, sondern relativ, also in Prozent der Weltwirtschaftsleistung. Die Notenbanken drucken, drucken, drucken. Alle denken, das geht immer so weiter. Das geht natürlich nicht immer so weiter. Und gerade weil es jetzt schon so lange so geht, wird irgendwann das böse Erwachen kommen.

    • Di Dago am 10.02.2018 16:21 Report Diesen Beitrag melden

      Es ist eigentlich sogar so,

      dass bisher Versucht wurde ein (Finanz)Feuer mit (Geld)Benzin zu löschen. Das Geld und Waren / Angebot und Nachfrage Gleichgewicht ist erheblich gestört. Es wird viel mehr Produziert als tatsächlich verkauft werden kann - es ist nur eine Frage der Zeit bis das System implodiert, dagegen ist 07/08 die reinste Kinderveranstaltung gewesen.

    • Cris am 10.02.2018 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.F.Luder

      Die Notenbanken drucken, um irgendwie verzeifelt noch Geld in die Realwirtschaft zu bringen (zwecks Wirtschaftswachstum) ... Was nicht gesagt wird, private Banken emittieren noch VIEL mehr Geld, aber eben v.a. in die Finanzwirtschaft+Spekulation. Das heutige Geldsystem versagt: Nationalbanken müssen die Geldmenge wieder direkt regeln können, anstatt das privaten Banken zu überlassen (Leitzins funktioniert nicht). Für die Stabilität des Geldsystems, und gegen kommende Bankenrettungen braucht es dringend VOLLGELD. Abstimmung im Juni!

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  • Schneiderin am 09.02.2018 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja keine Experten

    Fast wie bei Fussballthemen oder im Hause SRG. Man beschafft sich Experten (Schawinski), auf deren Ratschläge man verzichten sollte. Eigene Erfahrung zählt.