Abbau ab 2019

06. November 2017 16:43; Akt: 06.11.2017 20:11 Print

Roche streicht in Kaiseraugst 230 Stellen

Erneut ein grosser Stellenabbau im Kanton Aargau: Der Pharmakonzern Roche plant, Teile der Verpackungseinheit in Kaiseraugst zu verlegen.

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Der Pharmakonzern Roche will in Kaiseraugst AG 235 Stellen streichen. Teile der Verpackungseinheit sollen an andere Standorte verlegt werden. Die meisten Stellen werden ab 2019 betroffen sein.

An andere Standorte verlagern will Roche die Verpackungseinheit für etablierte, chemisch hergestellte Medikamente mit grossen Produktionsvolumen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Diese Produkte sollen in Zukunft an jenen Standorten verpackt werden, an denen sie produziert werden.

In Kaiseraugst will sich Roche künftig auf die Produktion und Markteinführung von neuen, hochwirksamen Medikamenten in kleineren Mengen fokussieren. Von der Änderung betroffen sind gemäss Mitteilung voraussichtlich 235 Stellen. Auf wie viele Mitarbeitende sich diese verteilen, war auf Anfrage von Roche nicht zu erfahren.

Die Anpassung soll über die «kommenden Jahre» erfolgen. Beginnen soll sie gemäss einer Roche-Sprecherin im nächsten Jahr. Zunächst finde ein Konsultationsverfahren mit den Personalvertretungen statt. Die meisten Stellen sollen ab 2019 wegfallen. Betroffene Mitarbeitende sollen Unterstützung bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen erhalten.

Folge von Produktionsstandort-Verkäufen

Hintergrund für die organisatorischen Anpassungen sind gemäss der Sprecherin Verkäufe von zwei Roche-Produktionsstandorten im italienischen Segrate sowie im spanischen Leganés. In Kaiseraugst abgebaut werden sollen die dazugehörigen Verpackungsabteilungen.

Durch die Zusammenlegung von Produktion und Verpackung am selben Ort erhofft sich Roche eine flexiblere Gestaltung der Lieferprozesse sowie schnellere Lieferzeiten. Ob durch die Verlagerung im Ausland neue Stellen geschaffen werden, konnte die Roche-Sprecherin nicht sagen. Dies liege in der Verantwortung der neuen Besitzer.

Die Fabrik in Italien ging per 1. September an die neuen Besitzer über. Der Besitzerwechsel beim Standort in Spanien ist per 1. Dezember vorgesehen. Die Trennung von diesen beiden sowie zwei weiteren Produktionsstandorten hatte Roche im November 2015 angekündigt. Als Grund wurde die tiefe Auslastung der Fabriken genannt, die kleine Moleküle für Medikamente produzieren.

In Kaiseraugst sind gemäss Roche derzeit rund 2300 der weltweit 94'000 Mitarbeitenden beschäftigt. Trotz des Abbaus blieben Kaiseraugst und Basel zwei der bedeutendsten Standorte, heisst es weiter. Im vergangenen Jahr hatte Roche wegen einer Zusammenlegung zweier Produktionsorganisationen in Basel bereits einen Abbau von 168 Stellen angekündigt.

Unia fordert Schutz für ältere Mitarbeitende

Es sei nicht vertretbar, dass durch die Umbaupläne von Roche erneut hunderte Beschäftigte in ihrer Existenz bedroht seien, nachdem erst kürzlich ein Restrukturierungsprozess abgeschlossen worden sei, teilte die Gewerkschaft Unia mit. Roche stehe wirtschaftlich solide da und fahre weiterhin hohe Gewinn ein.

Der Konzern wäre daher ohne Weiteres in der Lage, denn Stellenabbau sozialverträglich durchzuführen. Konkret fordert die Unia, auf Kündigungen bei langjährigen Arbeitnehmenden und Angestellten über 55 Jahren zu verzichten. Für die weiteren Mitarbeitenden müssten Anschlusslösungen gefunden werden.

Weiter solle Roche der Arbeiterkommission die notwendigen Unterlagen für das Konsultationsverfahren aushändigen. Die Arbeiterkommission ist die erste Anlaufstelle für die Mitarbeitenden. Die Unia will sie und die betroffenen Arbeitnehmern unterstützen. Es müsse Transparenz über die Abbaupläne geschaffen werden, sowohl über die wirtschaftliche Situation von Roche als auch über den Zeitplan, schreibt die Gewerkschaft.

(mch/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rosmarie Wüthrich am 06.11.2017 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nun wandern wir aus

    Es wird die Zeit kommen, da müssen die Schweizer den Arbeitsstellen ins Ausland nachwandern. Wir werden dann sehen, ob wir auch mit so offenen Armen empfangen werden wie die Fachkräfte aus dem Ausland.

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  • Tina am 06.11.2017 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    abbauen und neue billige einstellen

    Ja, klar abbauen, um kurz danach wieder billige Arbeitskräfte einzustellen! Das ist doch alles ganz legal, diese Multis spielen mit der Bevölkerung wie mit Puppen und es wird noch schlimmer kommen, immer Dank unseren Politikern!

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  • wilde am 06.11.2017 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    langsamm

    die Schweiz geht langsam zu Grunde. so ist es.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • FABIO am 07.11.2017 23:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hier hat niemand eine Ahnung

    Hahaha es kommt wie es kommen muss. Diese Firmen machen nichts unüberlegtes, da sie immer an ihren Image denken/denken müssen. Wir Menschen und die ganze Gesellschaft sind Schuld dran. Wenn man in der Medizin schon anfängt zu sparen und man lieber ein günstigeres Medikament kaufen will, weil man es wo anders bekommen kann und es die gleiche Wirkung hat wie das von der Roche. Na dann ist das so. Ändern kann man es nicht. Es wird nur noch schlimmer

  • Gut Gebrüllt am 07.11.2017 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medikamente Made in China?

    Nein Danke verzichte auf Medikamente Verpackt Made in China! Preise werden Nicht Fallen. Es werden viele Medikamente Nicht mehr verfügbar sein in der Schweiz.

  • Gut Gebrüllt am 07.11.2017 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fallen jetzt die Medikamenten Preise?

    Fallen jetzt die Medikamenten Preise? Ausbau in der Chef Etage darum müssen Normale Mitarbeiter die in der Verpackung Arbeiten den Platz Räumen.

  • Antonio Giovenni am 07.11.2017 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    In der CH die grosse Kohle machen, Arbeiter entlassen im Ausland billig herstellen und dennoch die gleich grossen Preise weiterhin in der CH verlangen. Ich frage mich wie lange das so noch geht.

  • a.meyer am 07.11.2017 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Einkaufen

    Also wenn die in Ausland gehen dann sollte wir auch die Medikamente in Auslandpreise Einkaufen.

    • Antonio Giovenni am 07.11.2017 15:45 Report Diesen Beitrag melden

      Schön wärs

      aber dem Schweizer kann man immer mehr aus der Tasche ziehen. Wir lassen uns das gefallen und wenn wir dann im Ausland die gleichen Produkte bis zu 100 % billiger bekommen sind wir dann die bösen.

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