Medienkrise

08. Januar 2018 16:53; Akt: 08.01.2018 17:56 Print

Nachrichtenagentur SDA streicht jede fünfte Stelle

Die Schweizerische Depeschenagentur reagiert auf die Medienkrise mit einem Stellenabbau. 40 von 180 Stellen fallen weg.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die sehr schwierige Lage der Schweizer Medien schlägt auf die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) durch. Die nationale Nachrichtenagentur der Schweiz wird umfassend reorganisiert. Das führt in den nächsten zwei Jahren zu einem Abbau von bis zu 40 der 180 Stellen.

Obwohl die SDA die Verträge mit den wichtigsten Kunden erneuern konnte, rechnet die Nachrichtenagentur wegen des grossen Preisdrucks mit einem Rückgang des Umsatzes um 9,6 Prozent auf 29,5 Millionen Franken, wie die SDA-Geschäftsleitung am Montag mitteilte. Auf Ebene Betriebsergebnis (Ebit) dürfte ein Verlust von 1,9 Millionen Franken resultieren.

Vor diesem Hintergrund sei eine Restrukturierung der SDA unvermeidlich. Insgesamt werde es zu einem Abbau von 35 bis 40 Stellen kommen. Um den Stellenabbau abzufedern, sei ein Sozialplan im Umfang von 1,5 bis 2 Millionen Franken vorgesehen, hiess es weiter. Mitarbeitende, die von einer Entlassung betroffen seien, werde die Möglichkeit geboten, sich im Rahmen eines Outplacements beraten zu lassen.

AWP übernimmt Wirtschaftsdienst

Um die Zahl der Entlassungen so tief wie möglich zu halten, gilt bereits seit Herbst 2017 ein Stellenstopp. Auslaufende Verträge mit Stagiaires werden nicht erneuert. Ferner kommt es zu Frühpensionierungen und Pensenreduktionen.

Im Rahmen eines Konsultationsverfahrens erhalten die Kader und die Redaktionskommission der SDA die Gelegenheit, Vorschläge zur Restrukturierung einzubringen, um optimale Lösungen zu finden.

Die Wirtschaftsberichterstattung übernimmt künftig die zur SDA-Gruppe gehörende Nachrichtenagentur AWP. Die SDA-Regionalredaktionen liefern weiterhin Wirtschaftsmeldungen aus ihrer Region.

Regionales Netz bleibt erhalten

Die SDA wird die Teams der Inland- und Auslandredaktion zusammenlegen. Die Berichterstattung über nationale und internationale Themen aus Politik, Kultur, Wissenschaft, Gesellschaft und Sport ist gewährleistet. Der Umfang nimmt jedoch ab. Das Netz der Regionalbüros an 13 Standorten in der Schweiz bleibt erhalten. Zudem wird die SDA ihre Präsenz in den Regionen und die Kundennähe in den nächsten Jahren stärken.

Die Restrukturierung der SDA erfolgt unabhängig von der Ende Oktober 2017 angekündigten Fusion mit der Bildagentur Keystone, die noch von der Eidg. Wettbewerbskommission genehmigt werden muss. Die Fusion soll rückwirkend per 1. Januar 2018 vollzogen werden. Im Zeitraum 2018 bis 2020 schüttet die Keystone-SDA keine Dividende aus. Mit der Fusion wird die Keystone-SDA zu einem innovativen, multimedialen Medienhaus mit starker Verankerung in den Regionen.

(oli/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris am 08.01.2018 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    Erstaunlich

    Wird doch heute kaum mehr recherchiert und nur noch abgeschrieben. Offensichtlich aber leider nur bei anderen Zeitung, das kostet nichts.

    einklappen einklappen
  • peter bob am 08.01.2018 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    an alle Bürogummis und Akademiker

    Nun kommt auch Eure Zeit des Abbaus. Mal schauen wie ihr die eure Last der Zuwanderung durch Billigkräften bewertet.

    einklappen einklappen
  • sepp am 08.01.2018 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entlassungen

    nun sind endlich diejenige an der Reihe, die doch die unaufhaltsame Zuwanderung doch so hoch lobten. wird Zeit, dass die n7n dann kommen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Leser am 10.01.2018 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    ... noch weniger Politik?

    Wieso scheut man sich hier vor der öffentlichen Debatte?

  • Yvonne am 09.01.2018 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Lösung SRF

    Geht zu SRF, die haben noch viel Platz und Gute Aussichten wenn No Billag abgelehnt wird.

  • Billaggegner am 09.01.2018 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Da sieht man's wieder

    Interessant! Die Medien können doch sparen.. wenn der Druck gross genug ist! Das sollte auch die SRG endlich erkennen! NoBillag!!! unbedingt Ja stimmen! In der Privatwirtschaft passiert das dauernd und das interessiert die Medien überhaupt nicht. Vielleicht mal eine Schlagzeile, wenn das Sommerloch ansteht? Und die Medien sind nun mal keine heiligen Kühe. Wir sind in der Schweiz, nicht in Indien.

  • Andreas Meier am 09.01.2018 08:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur die erste Welle

    Wenn am 4.3. die No-Billag-Initiative angenommen wird, kann die SDA ihre Porten gleich ganz schliessen

    • gero am 09.01.2018 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andreas Meier

      Die SDA hat mit der SRG nix zu tun. Sämtliche Schweizer Zeitungen beziehen Agenturmeldungen von der SDA.

    • Do Me am 09.01.2018 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @gero

      Die SRG (wie auch Tamedia) ist Grossaktionärin der SDA. Was glauben Sie was mit der SDA geschieht, wenn die SRG aufgelöst wird?

    einklappen einklappen
  • Kritischer Leser am 09.01.2018 06:51 Report Diesen Beitrag melden

    Voll daneben!

    Fuer Copy Paste braucht es natuerlich viel weniger Sachverstaendige. Aus dieser Sicht ist es vollkommen klar, wo man den Rotstift ansetzt! Es wird kuenftig natuerlich sehr schwierig fuer die Medien, die Leserschaft wieder soweit zu bringen, dass sie aus recherchierten PRO & CONTRA eine Meinung bilden kann!!

    • Xeno72 am 09.01.2018 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kritischer Leser

      Für Recherchen zahlt ja niemand mehr, das ist das Problem.

    einklappen einklappen