Ab August

11. Juni 2018 18:46; Akt: 11.06.2018 18:46 Print

Tesla kündigt Funktionen zum autonomen Fahren an

Mit der neuen Software-Version von Teslas Elektroautos sollen erste Funktionen zum autonomen Fahren kommen. Details will Tesla-Chef Elon Musk aber nicht verraten.

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Tesla-Chef Elon Musk versprach erste Funktionen zum autonomen Fahren ab August 2018. Details wollte er keine nennen. Das, obwohl das Fahrassistenz-System nach mehreren Unfällen noch untersucht wird. Derzeit werden in den USA mehrere Unfälle untersucht, bei denen Teslas mit eingeschaltetem Autopilot-System auf Hindernisse wie stehende Fahrzeuge sowie einen Betonpoller auf der Autobahn auffuhren. In Laguna Beach, Kalifornien, war Ende Mai 2018 ein Tesla im Autopilot-Modus unterwegs, als das Fahrzeug des Typus Model S in ein geparktes Fahrzeug krachte – ausgerechnet ein Polizeiauto. Der Fahrer des Teslas erlitt leichte Verletzungen. Bereits im Mai war in Utah ein Model S mit einem stehenden Feuerwehrfahrzeug zusammengestossen, und auch ... ... im Januar gab es in Los Angeles einen Crash mit einem geparkten Feuerwehrfahrzeug. In der Schweiz kam es an Auffahrt zu einem tödlichen Zwischenfall mit einem Tesla: Vor dem Nordportal des Monte-Ceneri-Tunnels kollidierte ein 48-jähriger Fahrer aus Süddeutschland mit der Leitplanke. Danach ... ... überschlug sich der Wagen und ging in Flammen auf. Für den Fahrer des Autos kam jede Hilfe zu spät. Er verbrannte in seinem Wagen. Es wird vermutet, dass das Feuer durch eine Überhitzung der Batterie ausgelöst worden sein könnte. Glimpflicher ging dieser Unfall auf der A13 bei Trimmis GR aus: Am 11. April verlor ein ausländischer Lastwagen zwei Räder. Eines davon traf die Frontscheibe eines Teslas. Auf der Autobahn A3 zwischen Sargans und Walenstadt kam es im April 2017 zu einem weiteren Unfall mit einem Tesla. Dieser hatte beim Spurwechsel einen Bus gestreift und war dann in die Leitplanke gefahren. Ob der Autopilot an war, ist unklar. Der Tesla verlor dabei ein Rad. Im April war ein 46-jähriger Autofahrer auf dem Julierpass mit seinem Tesla verunfallt. Er hatte zu einem Überholmanöver angesetzt und in der folgenden Rechtskurve die Kontrolle über das Elektroauto verloren.

Fehler gesehen?

Noch während Teslas Fahrassistenz-System nach mehreren Unfällen untersucht wird, verspricht Firmenchef Elon Musk zum August erste Funktionen zum autonomen Fahren. Sie sollen mit der neuen Version der Software von Teslas Elektroautos aktiviert werden, schrieb Musk am späten Sonntag auf Twitter.

Zugleich nannte er keine weiteren Details dazu, so dass unklar blieb, in welchem Umfang und unter welchen Umständen der Computer die Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen soll.

Bei der Autopilot-Software betont Tesla, dass es lediglich ein Assistenzsystem sei, das die Wagen nicht zu selbstfahrenden Autos mache. Deshalb sollen die Fahrer stets den Überblick über die Verkehrslage und die Kontrolle über das Fahrzeug behalten. Zugleich baut Tesla bereits seit 2016 Kameras und andere Hardware ein, die die Wagen fit für komplett autonomes Fahren machen sollen.

Neue Features kosten bis zu 7000 Franken

Tesla-Kunden können sich bereits die Option auf entsprechende Funktionen sichern, die je nach Verfügbarkeit und Zulassung durch die Aufsichtsbehörden freigeschaltet werden sollen. Das kostet umgerechnet rund 4200 Franken beim Neuwagenkauf und 4900 Franken bei Aktivierung nach Auslieferung. Die verbesserte Autopilot-Funktionalität lässt sich Tesla mit 7000 Franken bezahlen.

Derzeit werden in den USA mehrere Unfälle untersucht, bei denen Teslas mit eingeschaltetem Autopilot-System auf Hindernisse wie stehende Fahrzeuge sowie einen Betonpoller auf der Autobahn auffuhren.

Erst vor wenigen Tagen erklärten Unfallermittler der US-Behörde NTSB im vorläufigen Bericht zu einem tödlichen Crash im März in Kalifornien, der Autopilot habe einen Tesla Model X in Richtung des Betonpollers auf der Autobahn beschleunigt.

(kle/ap)