Sitzungen und Unterforderung

07. November 2017 16:26; Akt: 07.11.2017 16:45 Print

Chefs denken, dass Sie sich im Job langweilen

von Dominic Benz - Von ihren Angestellten haben Vorgesetzte kein gutes Bild: Drei Viertel glauben, dass die Arbeiter sich langweilen. Grund seien vor allem öde Meetings.

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Wenn Ihr Vorgesetzter Sie anschaut, denkt er oft eines: dass Sie sich langweilen. Der Grund: Drei von vier Schweizer Managern glauben, dass ihre Angestellten den Berufsalltag als eintönig empfinden. Das zeigt eine Studie des Personalvermittlers Robert Half.

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Langweilen Sie sich im Job?

Dabei gibt jeder dritte Chef mühsamen Sitzungen die Schuld: Ineffiziente und schlecht organisierte sowie zu viele Meetings würden für die grosse Langeweile im Büro sorgen. Ebenfalls gut ein Drittel denkt, dass die Unterforderung bei den täglichen Aufgaben für den eintönigen Job verantwortlich ist.

Chefs drücken sich vor Verantwortung

Die Chefs scheinen sich allerdings aus der Verantwortung zu stehlen: Nur fast jeder Zehnte erachtet ein schlechtes und führungsschwaches Management als Verursacher von Langeweile bei der Arbeit. Welche Gründe für die Manager sonst noch in Frage kommen, sehen Sie in der obigen Bildergalerie.

Doch gerade das Management sollte daran interessiert sein, dass ihre Angestellten nicht Däumchen drehen. Denn: «Langeweile im Job hat einen demotivierenden Effekt und wirkt somit negativ auf die Produktivität und das Unternehmensergebnis ein», sagt Yeng Chow von Robert Half.

Jobwechsel als gleichberechtigte Lösung

Aber auch die Angestellten nimmt Chow in die Pflicht: «Jeder sollte sich fragen: Warum bin ich gelangweilt? Warum finde ich meine Arbeit nicht interessant?» Falls sich keine Lösung anbiete, sei ein anderer Job eine Möglichkeit. «Mitarbeiter sollten sich nicht prinzipiell gegen einen Jobwechsel sperren, sondern – falls erforderlich – als gleichberechtigte Lösung in Betracht ziehen», sagt Chow.

Dass die Arbeit für viele Angestellte langweilig sei, ist laut Personalexperte Jörg Buckmann weit verbreitet: «Kein Wunder, gehört das sogenannte Boreout, also das Ausbrennen wegen Langeweile, längst zu einem ernsthaften Problem in der Arbeitswelt», sagt er zu 20 Minuten.

Jahresendgespräche als Gelegenheit nutzen

Für Buckmann ist die Vielzahl an Sitzungen ein Problem und trägt zu einem öden Büroalltag bei: «Für jede Kleinigkeit wird ein Meeting einberufen.» Diese seien oft miserabel vorbereitet und schlecht geleitet.

Doch Buckmann sieht Möglichkeiten, um die Langeweile zu vertreiben. Dabei müssten aber die Mitarbeiter selbst aktiv werden. Gelegenheit dazu bieten die Jahresendgespräche: «Sie sind der perfekte Zeitpunkt, den Wunsch nach mehr Arbeit oder spannenderen Aufgaben zu platzieren», so der Experte.

Was Mitarbeiter weiter gegen Langeweile im Job tun können und was hinter den lästigen Sitzungen genau steckt, erfahren Sie im Interview mit Jörg Buckmann demnächst bei 20 Minuten.


Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nobody am 07.11.2017 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Jobwechsel wegen langweile

    Wir haben gerade Massenentlassung. Mit 50ig frage ich mich nicht ob mein Job langweilig war/ist sondern ehrer ob ich wieder einen Job finde. Stellenwechsel bei Langeweile? Sicher macht der Job mehr Spass wenn man nicht unterfordert oder es einem langweilig ist. Mir ist es lieber langweilig als gar kein Job.

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  • Christofferus am 07.11.2017 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Koch

    In der Umfrage fehlt: Nein, ich habe einen stressigen Job!

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  • Christofferus am 07.11.2017 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Hmmmm?!

    Als die Chefs noch keine Chefs waren dachten sie da gleich?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Denker am 12.11.2017 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Begriffe muss man unterscheiden

    Also ich mache immer einen ganz klaren Unterschied zwischen Chef und Vorgesetzter. Chefs wissen was sie machen, Vorgesetzte sind eben nur "vor-gesetzt" wie eine Dose Ravioli im Militär. Chefs sind am aussterben oder schon ausgestorben heutzutage. Ein hoch auf unsere Ceo's

  • Konstanzer am 08.11.2017 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    Die meisten Chefs haben nur

    Theoretisch aber nicht wirklich eine Ahnung was seine Untergebenen leisten. Sie Kenne den Arbeitablauf nicht im Detail, dadurch haben sie das Gefühl das der Mitarbeiter nicht viel zu tun hat. Bei mir ist es zumindest so. Ich Arbeite in einer Chemie Firma der Produktionsleiter hat nie in der Produktion gearbeitet und hat keine Ahnung vom Zeitaufwand der Handling arbeiten. Das sieht man das er zingend das Handling komplizierter gestaltet, wir dürfen dazu nichts sagen, sein Spruch ich will das so und ich sage das...

  • Salto M. am 08.11.2017 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja

    Ist doch Absurd. Die meisten Aussagen der Chef's stimmen doch genau. Nur geändert wird nichts. Arbeiten kann so schön sein wenn nicht ständig ein Chef versucht erwas zu "verbessern" und bei Jungen Chef's ist der Drang sich zu beweisen von grossem Übel. Einen meiner Chef's habe ich bewundert. 90% seiner Arbeitszeit war er irgendwo am plaudern und hat uns in Ruhe arbeiten lassen. Er hat immer gerochen wenn was nicht richtig klappte und kam dazu um das Problem zu lösen. In den 10% die er gearbeiter hat, hat er mehr bewegt als viele andere. Das ganze Team war zufrieden die Leistungen aller top.

  • Workingpoor am 08.11.2017 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Führung in der firma

    Kaderjob=gut verdient und nicht tun. In mein firma sind 110 angestellten davon sind 30 am büros sitzen. Kein wunder die werden langweilig sein

  • Ein Mensch am 08.11.2017 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Büroproblem

    Typisches Büroproblem. Solange man Ressourcen hat dermassen viel Zeit in zu lange, ineffiziente und vor allem überflüssige Meetings zu verpulfern, scheint es ja gut zu laufen, oder?