SIX

10. November 2017 07:46; Akt: 10.11.2017 08:33 Print

Schweizer Börse erhält neuen Chef

Fürs neue Jahr meldet SIX neben einem Leitungs- auch einen Strategiewechsel: Man will eine Mehrheit am Geschäft mit Bezahlterminals verkaufen.

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Neuer SIX-CEO: Jos Dijsselhof war bis vor kurzem operativer Chef der Mehrländerbörse Euronext. (10. November 2017) (Bild: SIX)

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Die Finanzinfrastrukturbetreiberin SIX will die Mehrheit an ihrer Sparte verkaufen, die das Bezahlen mit Plastikkarten an den Ladenkassen umfasst. Mit einem starken Partner soll das Geschäft eine bessere Zukunft haben als im Alleingang.

Damit solle ein führender europäischer Anbieter im Kartenakzeptanz- und -verarbeitungsgeschäft geschaffen werden, teilte die SIX heute in einem Communiqué mit. Die SIX selber wolle eine starke Minderheitsbeteiligung behalten, um noch Einfluss auf die Weiterentwicklung nehmen zu können.

Wandel im Zahlungsverkehr

Der Verkauf der Mehrheit ist keine Überraschung. Seit Monaten hatte die Betreiberin der Schweizer Börse die Zukunft des Kartengeschäfts überprüft. Grund dafür war der starke Wandel im bargeldlosen Zahlungsverkehr, der unter Margendruck und zunehmender Konkurrenz leidet. Die Suche nach einem strategischen Partner wird jetzt gestartet. Der Deal solle bis spätestens nächsten Sommer über die Bühne gegangen sein, hiess es weiter.

Nach dem Abgang von Urs Rüegsegger erhält die SIX einen neuen Chef: Der Niederländer Jos Dijsselhof werde am 1. Januar 2018 das Amt antreten. Rüegsegger hatte im Mai seinen Rücktritt angekündigt. Der 52-Jährige Dijsselhof war bis vor kurzem operativer Chef und zeitweilig sogar Interims-Chef der Mehrländerbörse Euronext. Er sei aufgrund seiner breiten Erfahrung im Wertschriften- und Finanzdatengeschäft sowie im Zahlungsverkehr bestens vertraut mit den Geschäftsmodellen von SIX, hiess es im Communiqué.

Dijsselhof verfügt über einen Abschluss in Computerwissenschaft sowie Betriebswirtschaft und hat in seiner Karriere zahlreiche Umstrukturierungsprojekte geleitet. Er war unter anderem für ABN Amro Bank, Royal Bank of Scotland und ANZ Australia & New Zealand Banking Group tätig.

(sep/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jessica Breitenmoser am 10.11.2017 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Gab es keinen Schweizer?

    Und natürlich wurde wieder ein Chef im Ausland eingekauft.

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  • P Glotz am 10.11.2017 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt noch die IT in den Griff kriegen.

    Und jetzt muss endlich die IT aufgeräumt werden. Da sind Leute am Ruder, die keine Ahnung haben. Desolate Infrastruktur und Kostensenkungen in den letzten paar Jahren haben die Informatik zugrunde gerichtet.

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  • Simba74 am 10.11.2017 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    als Händler mit Laden

    bezahlte ich 2600.- für ein Terminal welches 3 Jahre einsetzbar war. Eine absolute Frechheit sich noch am Geräteverkauf zu bereichern da ja jede Transaktion kostet......

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dutch Vision am 11.11.2017 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Staatsbetrieb

    Der hat es so gut gemacht in die Vergangenheit dass die Royal Bank of Scotland und die ABN AMRO beiden gerettet werden müsste. und so ein toller CEO wird sicher die SIX zum Staatsbetrieb machen. Oder sollen dort auch die Steuerzahler einspringen und mal wieder die Boni zahlen?

  • Al Z. am 11.11.2017 06:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wird Folgen haben ...

    Die Kernkompetenzen verkaufen?! Sehr kurzsichtig! Über kurz oder lang wird das Unternehmen verschwinden und die Grossbanlen ihr System einrichten und Gebühren kassieren! Schöne neue Welt und die wenigsten realisieren es!

  • e2783 am 11.11.2017 05:14 Report Diesen Beitrag melden

    Euronext schluckt SIX?

    Was hier vergessen wurde zu sagen, das er bei Euronext ein Rolle hatte. Da ja das Ertragsgeschäft verkauft wird, wir Wissen alle was Minderheitsbeteiligungen bedeutet (Siehe Swissair), bleibt nun die Geschäftseinheit der Finanzmarktdaten. Ein Geschäftsfeld nur davon lebt, weil die Preise an die Banken diktiert werden. Obwohl alle Banken im Board der SIX sitzen. Alle zahlen viel zu viel für die Qualität der SIX, haben aber nicht den Mut Ihre Produktion auf andere Quellen umzustellen. Mich würde es nicht wundern, wenn SIX von Euronext in 2 Jahren geschluckt wird.

    • Branchenkenner am 11.11.2017 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @e2783

      Nicht die SIX diktiert den Banken die Preise. Die Hauptaktionäre der SIX diktieren die Preise, was sich teilweise negativ auf die Weiterentwicklung der SIX auswirkt. Zudem erhalten die Banken unglaublich attraktive Dividenden, welche die Preise wiederum massiv relativieren.

    • e2783 (Auch Branchenkenner) am 12.11.2017 20:36 Report Diesen Beitrag melden

      Gebe Ihnen teilweise Recht :-)

      Ich gebe Ihnen fast in allen Punkten Recht! Hauptproblem ist vora llem der Einfluss von CS & UBS gegegn die anderen Banken. Deshalb glaube ich auch das eine Fusion in der Zukunft vor der Tür steht. UBS könnte den Service der SIX heute bereits selber anbieten, braucht deshalb die SIX nicht wirklich! Würde die andern Banken den Mut finden, die Rest der SIX mit einer Standard API Struktkur auszurüsten. Die Banken sich gemeinsam um die Datenpflege kümmern würden und Ihre eigenen FIS Services vernetzen würden, könnte die SIX als Swiss FIS Service ein spannendes Geschäftsmodel sein. SIPUG Thema?

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  • marko 32 am 10.11.2017 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chef

    Glückwunsch

  • Verschlaufi am 10.11.2017 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind die Schweizer?

    Wo sind alle die wahnsinnig guten schweizer Banker? Deutschland ist ja nicht gerade ein Bankereldorado. Sind die Schweizer alle in den Beamtenstatus abgewandert? Wollen oder können sie keine Verantwortung übernehmen? Also bei uns in der Realindustrie wurde noch nie ein Banker gesichtet.

    • Xeno72 am 10.11.2017 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Verschlaufi

      Deutschland?

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