Herstellungskosten

09. November 2017 14:45; Akt: 09.11.2017 14:55 Print

iPhone X kostet in der Produktion nur 360 Dollar

Kunden müssen für das neue iPhone X tief in die Tasche greifen. Dabei sind die Herstellungskosten sehr viel tiefer. Das füllt die Kassen bei Apple.

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Das erste und das neuste iPhone – Modell X (sprich: zehn). Kaum im Handel wurde das Gerät auch schon von den üblichen Verdächtigen, den Mitarbeitern des Reparaturdiensts iFixit, aufgeschraubt. Doch bevor die Schraubenzieher zum Einsatz kamen, gab es eine Röntgenaufnahme. Deutlich zu sehen ist hier die Spirale für das drahtlose Aufladen des Smartphones. Und auch eine Premiere ist zu entdecken: Es ist das erste iPhone mit zwei Akkus. Et voilà! So sieht das iPhone X von innen aus. Deutlich zu sehen sind hier die beiden Akkuzellen. Die Hauptplatine ist im Gegensatz zu den Vorgängern winzig klein und dadurch besonders dicht und auf zwei Ebenen gestapelt bestückt. Blick auf das verbaute Kameramodul. Die Kamera wird zur Sicherung zusätzlich mit einer Art Klammer mit einem schaumartigen Material an Ort und Stelle gehalten. Das 64-GB-Speichermodul (hier in Rot) wird von Hersteller Toshiba geliefert. Zwei Akkuzellen würden nicht zwingenderweise mehr Laufzeit versprechen, schreibt iFixit. Es erlaube Apple aber eine kreativere Anordnung der Akkuleistung in dem kleinen Gehäuse. Kurzer Zwischenruf: Bevor das iPhone X zerlegt wurde, haben die Bastler die Gesichtserkennung (Face ID) ausprobiert. Der weisse Fleck auf der Hand von iFixit-CEO Kyle Wiens sind die Infrarot-Strahlen, die das Smartphone aussendet. Von hier werden die IR-Signale ausgestrahlt: Das ist der Blick auf den Sensorbalken auf der Oberseite des Geräts. Rechts befindet sich die IR-Kamera, links die Frontkamera. Der Punkt ganz links (rötlich) ist der Infrarotprojektor. Hier der Blick auf die Ladespirale auf der Rückseite des iPhone X. Zum Schluss noch ein Rat von den Reparaturexperten: Auf der Reparaturskala holt das iPhone X 6 von 10 Punkten. Und: Die Reparaturkosten (ohne Apple Care) sind teuer: «Lasst es also nicht fallen.»

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Die Nachfrage nach dem iPhone X ist riesig – trotz des hohen Preises. In der Schweiz ist Apples Luxus-Smartphone ab 1199 Franken erhältlich, in den USA ab 999 Dollar. Damit ist es das bisher teuerste iPhone.

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Im Gegensatz dazu zahlt Techgigant Apple für die Herstellung des iPhone X lediglich 357,50 Dollar, wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt. Dabei bezieht sie sich auf Berechnungen des Analysten Al Cowsky von der Technologie-Beratungsfirma TechInsights.

Marge so hoch wie noch nie

Somit liegt die Preisspanne zwischen Produktionskosten und Endpreis bei rund 64 Prozent. Das ist die höchste Brutto-Gewinnmarge, seit es das iPhone gibt. Anders gesagt: Apple verdient mit jedem einzelnen verkauften Gerät so viel wie mit keinem iPhone zuvor. Zum Vergleich: Beim iPhone 8 liegt die Gewinnmarge bei rund 59 Prozent.

Bei den Berechnungen von TechInsights ist allerdings anzumerken, dass sie nur die reinen Produktionskosten beinhalten. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Patente wurden nicht mit einbezogen. Folglich ist es schwierig zu sagen, wie viel Apple pro Gerät tatsächlich verdient.

Teures Display

Klar ist: Das iPhone X ist in der Herstellung das bisher kostspieligste Smartphone von Apple. So kostet etwa das neue OLED-Display 65,50 Dollar und ist die teuerste Komponente im Gerät. Beim iPhone 8 muss Apple für das Display nur 36 Dollar hinblättern. Und auch das Edelstahl-Gehäuse des iPhone X kostet mit 36 Dollar klar mehr. Der Preis für das Aluminium-Chassis beim kleineren Bruder liegt bei 21.50 Dollar.

(dob)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Raviolo am 09.11.2017 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apfelmus made in China

    Ist ja klar, wenn dieser Apfelmus in China hergestellt wird.

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  • Fliegerchen am 09.11.2017 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist doch wunderbar

    So fliesst auch das Geld von Normalsterblichen in eine Steueroase!

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  • Alex Keller am 09.11.2017 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    Offizielle Bruttomarge

    Laut offizieller Meldung von Apple liegt die Bruttomarge von allen Apple Produkten, inkl. iPhone X zwischen 37,5 bis 38 Prozent. Siehe investor earnings-call on November 2, 2017. Daher kann man davon ausgehen, dass zwischen dem Materialpreis und der Bruttomarge, Entwicklungskosten, Mitarbeiterkosten wie auch Marketingkosten sind.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kaufmann am 13.11.2017 07:45 Report Diesen Beitrag melden

    Genau recherchieren

    In diesen Kosten sind dann aber auch alle Entwicklungs-, Lizenz-, Marketing- und Verkaufskosten weltweit inbegriffen, denn die Herstellungskosten in Asien sind viel tiefer.

  • PiriReis am 12.11.2017 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kosten für ein IPhone???

    Material Kosten für ein I-Phone sind etwas mehr als 85$, Arbeitskosten etwas 12$, Verpackung kostes um die 7$. Dazu kommt Entwicklung, Lizenzen und Patente, Legal Kosten, Werbung, Vertrieb und Verkaufskosten. Profit Hersteller, Verkauf & Apple 360$ kommt wohl in etwa hin

  • Enoch Laterali am 12.11.2017 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bin sehr überrascht - andersherum

    Ehrlich gesagt, das überrascht mich sehr und ich zweifle diese Aussage an: Aber: es überrascht mich andersherum: Ich würde schätzen, dass die Produktion (ohne Entwicklungskosten und Patentkosten) kaum die 50$ übersteigt.

  • Dies Irae am 12.11.2017 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angebot und Nachfrage

    Wenn Angebot und Nachfrage für die Beteiligten stimmt, ist alles in Ordnung. Von meinem Samsung Galaxy Smartphone gesendet ;-)

  • Triathlet am 12.11.2017 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nike.....

    Was denkt ihr, wie hoch die Gewinnmarge bei den Modelabels ist oder bei all den Sportartikeln? Aber: beim iPhone hackt man gerne lauter drauf rum!

    • PiriReis am 12.11.2017 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Triathlet

      Modelabels min 300% beim Label min 120% im Vertrieb. Die 35% Margen das Zwischenhandels sind da eher bescheiden.

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