Releases der Woche

03. Juli 2018 14:38; Akt: 03.07.2018 14:38 Print

Drake hört einfach nicht auf zu jammern

von Neil Werndli - Der Kanadier gibt sich erneut weinerlich, Marilyn Manson covert einen Klassiker und der Strokes-Gitarrist kommt nach Zürich – die Musik-News der Woche.

In «I'm Upset» trifft Drake seine Gang aus der Serie «Degrassi» wieder. (Quelle: Youtube/Drake)
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Album der Woche: Drake – «Scorpion»

Drake ist der erfolgreichste Solokünstler der Geschichte: Niemand vor ihm hat mehr Billboard-Hits gelandet. Ausserdem wurde kein Album in den ersten 24 Stunden so häufig gestreamt wie der fünfte Langspieler «Scorpion» des kanadischen Rappers.

Mit dem Erfolg kommen aber auch die Hater: Drake ist der Nickelback des Rap und all die Witze verletzen ihn zutiefst: «Scorpion» ergänzt er mit einer Art offenem Brief, in dem er sich über all die bösen, bösen Kommentare beklagt. So weit nichts Neues: Selbstmitleid beherrschte der «One Dance»-Sänger schon immer.

Drake rappt über sein geheimes Kind

Auf dem Cover starrt Drizzy (der Spitzname ist irgendwie fast schon zu albern für einen so quengligen Künstler) mit leerem Blick in die Ferne, und der weinerliche Charakter zeigt sich auch in den Songs: «Ihr werdet mich nie lieben, solange ich nicht weg bin», rappt er etwa in «Emotionless» über ein Sample von Mariah Carey.

Randbemerkung: Im gleichen Song macht Drake öffentlich, dass er eben tatsächlich Vater ist, wie es Pusha T kürzlich in einem Disstrack behauptete: «Ich versteckte mein Kind nicht vor der Welt, ich versteckte die Welt vor meinem Kind.» Dass er überhaupt nochmals auf den Beef eingeht, ist nur ein weiteres Indiz dafür, dass an dem kanadischen Waschlappen nichts abprallt.

Aber so funktioniert der Brand des Rappers, der von Rihanna öffentlich in die Friendzone gesteckt wurde, nun mal. Passenderweise nennt er einen der Songs «Can’t Take a Joke» – Drakes Karriere ist ein einziges, unermüdliches «Miimimimii».

Die zwei Gesichter des Drake

Zur Musik: «Scorpion» besteht aus zwei Teilen, der Rap-lastigen A-Seite und einer B-Seite, die den Fokus auf R’n’B legt. Der Fairness halber soll gesagt werden, dass das Album in Sachen Produktion tatsächlich grosses Tischtennis ist.

Drake stehen sowohl basslastige Trap-Nummern, schön zu hören im rauen «Nonstop», als auch 90s-Slow-Jams wie «Don’t Matter to Me». In Letzterem haucht er ganz beiläufig dem verstorbenen King of Pop neues Leben ein: Der Refrain besteht aus einem bisher unveröffentlichten Michael-Jackson-Sample.

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Der Trailer zum neuen Drake-Album «Scorpion». (Quelle: Instagram/champagnepapi)

Dass sich Drake von zwei so unterschiedlichen Seiten zeigt, rechtfertigt auch die Überlänge von 25 Songs. Klar gibt es schwächere Momente, etwa das öde «Peak» (wer bitteschön hat Drake dieses Fisher-Price-Keyboard in die Hand gedrückt?), und Hater werden spätestens nach einer Stunde den Kopf gegen die Wand schlagen und «bitte mach, dass es aufhört» schreien.

Für Fans ist «Scorpion» aber ein reichhaltiges Geschenk, und wahrscheinlich wird Drizzy mit diesem Monster-Album noch einige Rekorde mehr brechen.

Video der Woche: Marilyn Manson verstörend wie immer

«Cry Little Sister» ist vor allem bekannt aus dem Kult-Horrorfilm «The Lost Boys». Nun hat Schock-Rocker Marilyn Manson ein Cover veröffentlicht. Das Video sieht aus wie ein psychedelisch angehauchter Albtraum – nicht nur wegen des verstörenden Aussehens des Sängers. «Es soll eine übernatürliche Erfahrung sein», sagt Manson.


Wenn dich Marilyn Manson in deinen Albträumen verfolgt, sieht das wohl etwa so aus. (Quelle: Youtube/MarilynMansonVEVO)

Konzert-Tipp: Der Strokes-Gitarrist unter freiem Himmel
Albert Hammond Jr; Dienstag, 10. Juli, Rote Fabrik, Zürich

Das musikalische Talent steckt tief in der DNS von Albert Hammond Jr. Sein Vater war ein berühmter Singer-Songwriter, der Junior krempelte dann als Gitarrist bei The Strokes den Indie-Rock um. Die Band scheint momentan jedoch auf Eis gelegt, deshalb kümmert sich Albert um sein Soloprojekt – Anfang 2018 veröffentlichte er sein viertes Album «Francis Trouble».

Die Titelfigur ist ein Zwillingsbruder, den Hammonds Mutter während der Schwangerschaft verlor. Nun stellt er sich vor, wie das Leben seines Bruders verlaufen wäre. Trotz düsterem Thema entstanden so kraftvolle, aufmunternde Indie-Rock-Hymnen, die Hammond nun live in der Sommerbar auf dem Vorplatz der Roten Fabrik präsentiert.

Wir verlosen 2 x 2 Tickets für die Show!
Schicke zur Teilnahme ein Mail an konzerte@20minuten.ch – ausgelost wird am Mittwochabend um 18 Uhr.


Albert Hammond Jr ist auf seinem neuen Album in Bestform. (Quelle: Youtube/Red Bull Records)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sonja simmenring am 03.07.2018 15:06 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Drake

    Ich mag mich noch erinnern als Hiphop noch gut war, damals Ende 90ger...

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  • I_AM_VAMPIRE am 03.07.2018 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aha

    Ich kann den Hype um Drakr einfach nicht verstehen. Seine Musik und vorallem seine Raps oder was das sein soll nerven mich total.

  • Ernst Isach am 03.07.2018 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Rapper!?

    Drake ist kein Rapper, nennt das irgendwie anders, singen oder so, aber rappen kann man dem nicht sagen. Biggie würde sich im Grabe umdrehen wenn er das hören würde...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • murat seebach am 03.07.2018 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fakt.

    Drake ist der G.O.A.T

  • Tremendous Repeat am 03.07.2018 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow

    Was soll man dazu sagen? Mal wieder exakt das gleiche. Man versteht mal wieder die hälfte nicht, er klingt als würde er in jeder Sekunde gleich einpennen und die Texte sowie Hooks sind Grottenschlecht. Glückwunsch Welt, dass so ein talentloser niemand überhaupt berühmt werden kann.

  • I_AM_VAMPIRE am 03.07.2018 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aha

    Ich kann den Hype um Drakr einfach nicht verstehen. Seine Musik und vorallem seine Raps oder was das sein soll nerven mich total.

  • Peer Smeller am 03.07.2018 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Und hallo wo ist das Problem?

    Ist es ein Problem, dass Menschen Emotionen haben?

  • Ernst Isach am 03.07.2018 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Rapper!?

    Drake ist kein Rapper, nennt das irgendwie anders, singen oder so, aber rappen kann man dem nicht sagen. Biggie würde sich im Grabe umdrehen wenn er das hören würde...

    • fabian egger am 03.07.2018 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ernst Isach

      ach ja? dann hör die doch ein mal "back to back" an.

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