Releases der Woche

20. Februar 2018 20:02; Akt: 20.02.2018 20:02 Print

Dachs machen Ostschweizer Pop cool

von Neil Werndli - Die St. Galler Band Dachs macht den Ostschweizer Pop wieder cool. Und: Drake verschenkt eine Million Dollar und The Hunna spielen in Zürich.

Dachs klingen mit ihrem St. Galler Dialekt nicht besonders sexy – trotzdem muss man die Texte gehört haben. (Quelle: Youtube / dachs-music)
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Hier präsentieren wir dir wöchentlich ein neues Album und ein frisches Musikvideo. Zudem verschenken wir Tickets für ein Konzert, das wir Musikentdeckern wärmstens empfehlen.

Album der Woche: Dachs – «Immer schö lächlä»

Mundart-Pop ist wieder cool. Das bewiesen in den letzten Jahren unter anderem die Berner Synthie-Helden Jeans for Jesus. Das nächste prägende Schwiizertüütsch-Album kommt aus einer Region, deren Dialekt nicht ganz so beliebt ist: Dachs sind zwei St. Galler und zelebrieren den grellen Ostschweizer-Dialekt auf ihrem ersten Langspieler «Immer schö lächlä».

Besonders sexy klingt das natürlich nicht – im Gegenteil: Zu allem Übel singt Frontmann Basil Kehl auch noch häufig in schrillen Falsett-Lagen, die nur haarscharf an den Chipmunks vorbeischrammen. Nicht jedermanns Sache, klar, ähnlich wie beim St. Galler Kollegen (und wir behaupten jetzt auch mal lyrischen Vorbild) Stahlberger liegt das Charisma von Dachs aber vor allem in den Texten: «Immer schö lächlä» steckt voller ausdrucksstarker Alltagsbeobachtungen.

Mit seiner nonchalanten Art analysiert Kehl das manchmal leicht bünzlige Leben in seiner Heimat. Daraus spinnt er Geschichten, wie etwa in «Si spieled Versteckis», in der das kindliche Spiel zur Metapher für die Entfremdung zweier Geschwister wird. «Cipolata Promis» nimmt die Geltungssucht von Provinz-Stars auf die Schippe und in der ersten Single «Düdado» wird der allseits bekannte Postauto-Kinderreim zur Hymne für den Durchschnittsbürger.


«Düdado»: Ein Kinderreim wird zum modernen Popsong. (Quelle: Youtube / dachs-music)

Die bewusst ländliche Poesie kontrastriert das Duo mit einer ultramodernen Produktion voller glitzernden Synthies und blubbernden Beats à la MGMT. Seine Synthie-Skills stellte Sänger Kehl bereits vergangenes Jahr mit seinem Solo-Projekt Wassily unter Beweis. Seine verspielten Sounds werden bei Dachs leicht glattgebügelt und mit etwas mehr Pop-Glitzer gezuckert.

«Immer schö lächlä» klingt dadurch überraschend zeitgemäss und sichert sich schon jetzt einen Platz auf der Liste der stärksten Schweizer Alben des Jahres. Ostschweizer Pop ist zum ersten Mal cool.

Video der Woche: Drake verschenkt eine Million Dollar

Knapp eine Million Dollar Budget stand Drake für sein Video zu «God's Plan» zur Verfügung. «Wir haben alles verschenkt», heisst es zum Anfang des Clips. «Sagt es dem Label nicht.» Im Anschluss zieht der Rapper durch die Strassen Miamis und verschenkt die ganze Kohle Note für Note an Bedürftige.

Zum Release startete er zudem eine Challenge auf Instagram: «Ich fordere euch heraus, heute etwas Nettes für einen anderen Menschen zu tun», schrieb er. «Es geht mir auch nicht um Hashtags oder all die anderen Marketing-Strategien. Geht einfach raus und macht einen anderen Menschen glücklich.» Guter Typ, dieser Drake.

Konzert-Tipp: The Hunna & Coasts; Mittwoch, 21. Februar; Papiersaal, Zürich.

Auch wenn die Röhrli-Jeans mittlerweile Löcher haben, lebt der klassische 2005er Indie-Rock immer noch. Bands wie Coasts und The Hunna halten die Flagge der melodiösen, tanzbaren Gitarrenmusik weiterhin hoch. Die beiden britischen Newcomer erinnern stilistisch an Kings of Leon – und zwar zu ihren besten Zeiten, noch bevor sie ihre Seele dem Radiopop verkauften. Derzeit touren The Hunna und Coasts gemeinsam durch Europa und machen am Mittwoch Halt im Zürcher Papiersaal. Insbesondere The Hunna gelten als der neue heisse Scheiss im Vereinigten Königreich: Mit ihrem Debüt stiegen sie direkt auf Platz 13 der Albumcharts ein.


The Hunna gelten momentan als eine der besten Live-Bands. (Quelle: Youtube / The Hunna)

Wir verlosen Tickets für die Doppel-Show im Papiersaal: Schick ein Mail an konzerte@20minuten.ch – ausgelost wird am Mittwochmittag um 12 Uhr.

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