«Ocean's 8»

23. Juni 2018 14:50; Akt: 23.06.2018 14:50 Print

Funktioniert das Gauner-Kino auch mit Frauen?

Mit «Ocean's 8» hat eine weitere Blockbuster-Reihe ihr weibliches Pendant bekommen. Manche Dinge gelingen dem Film gut, andere hingegen gar nicht.

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Als bekannt wurde, dass die «Ocean's»-Trilogie mit einem rein weiblichen Cast wiederbelebt wird, war das Stöhnen gross: Noch ein Remake der Gleichstellung halber, das ging letzten Sommer doch schon bei «Ghostbusters» in die Hose. Es wundert nicht.

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Spin-offs erfolgreicher Franchises haben immer einen schweren Stand, die Erwartungen sind hoch, auch ohne Gender-Konzept. «Ocean's 8» sollte mit allen Gimmicks der Vorgänger kommen, und dessen Regisseur und Heist-Film-Profi Steven Soderbergh (55) war weiter als Produzent involviert.

Wir fassen zusammen, welche Versprechen das Spin-off einhält und wo es kläglich scheitert.

Unterfordert: der Cast
Mit Sandra Bullock (53), Cate Blanchett (49) und Anne Hathaway (35) sind drei oscarprämierte Hollywood-Allrounder dabei, Rap- und Schauspiel-Newcomerin Awkwafina (29) und Mindy Kaling (38) bringen Comedy, Mega-Star Rihanna (30) liefert Popkultur, und Sarah Paulson (43) sowie Helena Bonham Carter (52) sprenkeln das Ensemble mit Arthouse-Charme. Sie könnten allesamt brillieren, gäbe ihnen das Drehbuch die Chance dazu.

Gescheitert: das Gender-Konzept
Während die einzelnen Figuren durchaus Spannung aufbauen und Klischees hinterfragen, etwa Rihanna als jamaikanisches Hacker-Genie, versumpft ihre individuelle Stärke in Gruppenmomenten. So übernehmen Mode-, Schmuck- und Racheplot – gängige Girls-Klischees – den Lead.

Dabei hätten diese durch smarte Dialoge, das «Ocean's»-typische Schmäh-Ping-Pong und Ganggefühl gut aufgehoben werden können. Doch erst Comedian James Corden (39), der gegen Ende scheinbar aus dem Nichts ums Eck kommt, bringt neue Dynamik. Noch ein Klischee bestätigt.

Halb gelungen: die Story-Twists
Die Geschichte um das selbstverliebte Starlet Daphne Kluger, dem die Juwelen vom Hals gestohlen werden sollen, hat einen Dreh, für dessen Darstellung Anne Hathaway ein echtes Juwel verdient. Der andere Twist ist James Corden, der zwar Spass macht, aber eben dem Film mit Blick aufs übergeordnete Gender-Konzept nicht guttut.

Perfekt: das Pomp-Prinzip
So geballt wie in «Ocean's 8» kamen Gloss und Glamour selten auf die Leinwand. Met-Gala, Social-Media- und Fashion-Celebs, flamboyante Designerkleider; es ist ein bisschen, als würde man knappe zwei Stunden durch Fotostrecken einer guten «Vogue» blättern. Das Highlight: Rihanna mit Dreadlocks und Volants-gesäumtem Mega-Dekolleté im samtroten Galakleid.

Das Fazit: Der Film macht durchaus Spass, vor allem visuell, schafft es aber nie, richtig zu begeistern. Schade.

«Ocean's 8» läuft jetzt in den Deutschschweizer Kinos.


Der Trailer zum weiblichen Ableger der erfolgreichen Trickdieb-Trilogie. (Video: 20th Century Fox)

(mel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • CptMcROFLcopter am 23.06.2018 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es nervt

    Ich habe kein Problem mit Filmen, in welchen alle Hauptrollen mit Frauen besetzt sind. Allerdings stören mich diese Gender-Remakes. Macht einfach etwas Neues.

    einklappen einklappen
  • Sabine am 23.06.2018 15:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Geschichte wiederholt sich.

    Es wird sein wie beim Ghostbuster Remake. Da alles Frauen sind wird jede Kritik als Frauenfeindlich wahrgenommen und ignoriert. Und deshalb wird man nicht aus den Fehler lernen.

  • Palki am 23.06.2018 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein, funktioniert nicht...

    Genau wie der letzte Ghost Busters...

Die neusten Leser-Kommentare

  • EBAF am 24.06.2018 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist doch nichts anderes..

    ..als die volle Feminismus-Keule! Hoffen wohl, ein Stück der vermeintlich solidarischen Anhängerschaft der "Me-Too"- Bewegung ins Kino locken zu können. Aber jede/r wie sie/er will - Ich schaue mir den Film ganz bestimmt nicht an.

  • Schreiberling am 23.06.2018 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anderer Tittel und gut ists..

    Wenn Sie einfach einen anderen Filmtittel gewählt hätten, wäre dieser Film ein Erfolg, womöhlich.

  • Brumm am 23.06.2018 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum so billig

    Man hätte mit dieser Besetzung was eigenes, frisches machen können.

  • Persusson am 23.06.2018 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Antrieb.

    Kommt darauf an, aus welchem Antrieb der Film geschrieben wurde. Frauen haben nur um Frauen zu haben ist natürlich absoluter Blödsinn und einen solchen Antrieb merkt man meistens sofort. Bei einem Film, der eine Geschichte erzählen will, sind die Geschlechter der Rollen für das Publikum normalerweise total egal.

  • Donna M. am 23.06.2018 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bild dir deine eigene Meinung

    Am besten ist, man schaut sich den Film erst mal an und bildet seine eigene Meinung. Ist immer noch besser als auf Filmkritiker, welche auch nicht immer richtig liegen, zu hören. Ich werde ihn schauen, dann weiss ich was Sache ist.