«Revenge Porn»

08. November 2017 12:33; Akt: 09.11.2017 07:58 Print

Facebook fordert User auf, Nacktbilder einzuschicken

Der Social-Media-Riese will effektiver gegen «Revenge Porn» vorgehen. Dafür testet er eine neue Technologie.

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Wie viel Nacktheit ist auf Facebook zulässig? Ein Post des Gemäldes «Der Ursprung der Welt» von Gustave Courbet sorgte auf Facebook für rote Köpfe (Aufnahme: Musée d'Orsay in Paris am 12. Februar 2016). (Bild: Keystone/Francois Mori)

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Facebook will seine User gezielter vor Rachepornos schützen. In einem in Australien in Zusammenarbeit mit der Regierung lancierten Pilotprojekt testet das Social-Media-Unternehmen eine neue Technologie, die das Veröffentlichen und Verbreiten von Nacktbildern und -videos der oder des Ex auf der Facebook-Seite verunmöglichen soll.

«Wir sehen viele Fälle, bei denen Fotos oder Videos zwar einst in beidseitigem Einverständnis aufgenommen wurden, bei denen aber für eine weitere Verbreitung die Einwilligung fehlt», erklärt Julie Inman Grant, Beauftragte der mit Facebook zusammenarbeitenden Regierungsabteilung e-Safety, dem amerikanischen Newsportal «ABC News».

Um diese Technologie wirksam gegen «Revenge Porn» nutzen zu können, sei Facebook auf die Unterstützung seiner Nutzer angewiesen. Diese sollen Nacktbilder, von denen sie Angst haben, dass sie ohne Einverständnis auf Facebook gepostet werden, einschicken. Nach dem Ausfüllen eines Online-Formulars sendet man die Fotos über Messenger an sich selber.

Eine von fünf australischen Frauen

Die Bilder werden danach auf Facebook in einem Link mit einem digitalen Fingerabdruck versehen. «Nicht die Bilder, sondern dieser Link wird gespeichert», erklärt Inman Grant. «Will nun jemand das gleiche Bild heraufladen, wird der Link erkannt und ein Upload verhindert.»

Facebook baut mit diesem Pilotprojekt, das neben Australien noch drei nicht genannte Länder umfasst, ein seit April bereits bestehendes Programm aus. Wie die englische Zeitung «The Guardian» berichtet, wurden schon bisher von Usern gemeldete Fotos von einem Team ausgewertet und bei allfälligem Vergehen gegen Facebook-Richtlinien von der Seite entfernt. Ein erneuter Upload von gelöschtem Material soll dabei durch die Anwendung von Bildabgleich-Technologie verunmöglicht werden.

Gemäss e-Safety wird in Australien eine von fünf Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren Opfer von Rachepornos. In den USA sind laut einer vom «Guardian» zitierten Studie von 2016 vier Prozent aller Internetnutzer betroffen. Bei Frauen unter 30 Jahren fallen gar zehn Prozent diesem Missbrauch zum Opfer.

(sep)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Denk mal am 08.11.2017 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    etwas verwirrend

    Ich will meine Privatsphäre schützen, also lade ich meine privatesten Bilder zu Facbook hoch damit diese mir helfen meine Privatsphäre zu schützen?

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  • Steffi am 08.11.2017 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist so blöd?

    und schick Facebook Nacktbilder von sich? Also wirklich, plumper geht es wohl nicht, nur um auch noch an intime Daten der Nutzer zu kommen.

  • Peter Miller am 08.11.2017 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht machen - bester Tip

    Dafür ist es dann ein Mitarbeiter oder Facebook selber, welche die Fotos speichert und für sich behält. Lieber keine Nacktfotos machen oder machen lassen. Problem gelöst. Möglich ist aber, das der Expartner vorher ne versteckte Cam positionieren konnte, wovon der Partner nichts wusste.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Spectre121 am 09.11.2017 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freiwillige dummheit 

    Hahahaha jetzt soll man das Zeug auch noch freiwillig rausgeben damit FB dann gehackt wird und es sowieso raus kommt ? Ich lasse es dann doch lieber mit so Fötelis und Videos sein.

  • Informatiker am 08.11.2017 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    macht kein Sinn

    was soll das bringen? ich kann das Bild doch etwas verändern und dann ist es nicht mehr das gleiche Bild

  • Chef am 08.11.2017 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leute gibts

    An alle die das Prinzip wiedermal nicht verstanden haben, lest den Text doch noch einmal.

  • Andi Z. am 08.11.2017 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Delete

    Facebook-Account. Problem solved.

    • Mike am 08.11.2017 16:30 Report Diesen Beitrag melden

      @Andi Z.

      Normalerweise bin ich ja Ihrer Meinung. Aber bei diesem Artikel ist das definitiv nicht die Antwort.

    • Manu R. am 08.11.2017 16:45 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig....

      Habe ich vor etwa sieben Jahren gemacht. Man glaubt es kaum, aber ich leben noch :-)

    • zyx94 am 08.11.2017 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andi Z.

      Nur bringt das auch nix mehr, wenn man das Bild schon veröffentlicht hat, denn was einmal im Netz landet, ist für immer da irgendwo. Aber tja, wer solche Bilder von sich machen od. machen lassen, versenden od. sogar veröffentlichen muss, ist meiner Ansicht nach einfach nur selbst Schuld & hats nicht anders verdient.

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  • Armin am 08.11.2017 15:22 Report Diesen Beitrag melden

    weitere Entwicklungen ..

    ... vielleicht geht es auch darum, eine KI zu entwerfen, welches Pilze automatisch entdeckt ...