Facebook

03. Mai 2017 17:57; Akt: 03.05.2017 19:18 Print

Mit 3000 neuen Stellen gegen Gewaltposts

Reaktion auf Verbrechensvideos: Facebook stellt neue Mitarbeiter ein, die Gewaltbeiträge auf der Plattform löschen sollen.

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Facebook erhält Millionen Hinweise pro Woche: Mark Zuckerberg bei einer Rede in San José, Kalifornien. (18. April 2017) (Bild: Keystone)

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Facebook will nach dem Schock über Gewaltvideos bei dem Online-Netzwerk 3000 weitere Mitarbeiter zum Herausfiltern von Inhalten einstellen. Sie sollen im Laufe eines Jahres weltweit dazukommen, schrieb Gründer und Chef Mark Zuckerberg am Mittwoch.

Es ist eine drastische Ausweitung des Teams: Facebook enthüllte bei der Ankündigung auch, dass die «Millionen Hinweise pro Woche» bisher von 4500 Mitarbeitern geprüft würden.

Bei Kinderpornografie wird Software eingesetzt

Das Online-Netzwerk mit rund 1,9 Milliarden Nutzern war in den vergangenen Wochen massiv in die Kritik geraten, nachdem mehrfach Videos mit Gewalttaten stundenlang auf der Plattform blieben. Erst filmte ein US-Amerikaner, wie er einen Passanten erschoss. Dann übertrug ein Mann in Thailand live bei Facebook, wie er seine kleine Tochter tötete, und brachte sich dann selbst um.

Facebook verlässt sich bei verbotenen Inhalten in den meisten Fällen auf Hinweise von Nutzern, die dann von Mitarbeitern geprüft werden. Lediglich bei Kinderpornografie wird Software eingesetzt, die sie automatisch herausfiltert. Seit kurzem werden auch sogenannte «Rachepornos» – intime Bilder, die ohne Zustimmung veröffentlicht werden – per Computer gefunden, sofern das Foto einmal gemeldet wurde.

«Schnell reagieren»

Zuckerberg nannte die jüngsten Fälle mit bei Facebook veröffentlichter Gewalt «herzzerreissend». Er habe darüber nachgedacht, wie das Netzwerk damit besser fertig werden könne. «Wenn wir eine sichere Gemeinschaft aufbauen wollen, müssen wir schnell reagieren», schrieb er.

Die zusätzlichen Prüfer sollen auch Hinweisen auf andere Probleme wie Hassrede nachgehen. In den vergangenen Monaten hatte Facebook bereits zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, auf Nutzer hinzuweisen, die bei Livestreams Anzeichen für Selbstmordgedanken zeigen.

Vergangene Woche sei nach einem solchen Hinweis die Polizei alarmiert worden und habe einen Nutzer gestoppt, bevor er sich etwas antun konnte, hob Zuckerberg als positives Beispiel hervor. «In anderen Fällen hatten wir weniger Glück», räumte er ein. Zuckerberg machte keine Angaben dazu, in welchen Regionen die zusätzlichen Mitarbeiter hinzukommen sollen.

(mch/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • res friedli am 03.05.2017 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    facebook handelt nur unter druck

    zuckerberg muss handeln. was im artikel nicht zu lesen ist: die EU und demokratische kreise in usa machen druck auf das sogenannt soziale netzwerk facebook. hadelt "zuck" jetzt nicht, wird facebook in europa dichtgemacht werden. und ja: es gibt dort draussen ein leben ohne faebook! und ja: soziale medien leisten einen enormen beitrag zur verrohung unserer gesellschaften. und ja: deshalb wollen chinesen facebook auf gar keinen fall!

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  • K. Rausch am 03.05.2017 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Traumjob

    Den ganzen Tag lang fragwürdige Videos und Bilder vorgesetzt zu bekommen macht doch die Psyche eines Menschen kaputt. Ich würde das jedenfalls nicht machen wollen.

  • boba am 03.05.2017 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    traurig :(

    dass dieses problem erst jetzt nach so langer zeit facebook-geschichte intensiv und publik behandelt wird, ist traurig. die gleichen probleme hat youtoube auch. komplettes unterbinden von gewaltvideos/gewaltbildern stell ich mir schwierig vor. einige beiträge, sei es auch nur für ein paar minuten, schaffen es doch ans ziel. es bleibt wie immer: es muss was passieren, damit gehandelt wird.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kain Spam am 04.05.2017 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kriterien

    Die Frage ist nur WAS als Gewaltpost gilt und WER das definiert.

  • huschmie am 03.05.2017 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    Zuckerberg sagt was gut und was böse ist

    Früher definierte die Kirche, was erlaubt ist und was nicht. Heute macht es Zuckerberg. Er allein, was gut und was böse ist.

    • leto am 04.05.2017 09:22 Report Diesen Beitrag melden

      @huschmie

      übertreib nicht.. keine ahnung aber in meinem bekanntenkreis ist keiner mehr bei facebook. daher ist es total übertrieben zu sagen er alleine sagt was gut und böse ist. falls du es noch nicht weisst.. es gibt auch einleben ausserhalb von facebook

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  • Toni am 03.05.2017 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute idee

    Finde ich gut das sie das tun, den die geschichtsbücher eines astronauten habe auch viele menschen zu gewalt aufgerufen... aber 3000 mitarbeiter für die honorare eines menschen einzustellen finde ich übertrieben..

  • K. Rausch am 03.05.2017 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Traumjob

    Den ganzen Tag lang fragwürdige Videos und Bilder vorgesetzt zu bekommen macht doch die Psyche eines Menschen kaputt. Ich würde das jedenfalls nicht machen wollen.

  • res friedli am 03.05.2017 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    facebook handelt nur unter druck

    zuckerberg muss handeln. was im artikel nicht zu lesen ist: die EU und demokratische kreise in usa machen druck auf das sogenannt soziale netzwerk facebook. hadelt "zuck" jetzt nicht, wird facebook in europa dichtgemacht werden. und ja: es gibt dort draussen ein leben ohne faebook! und ja: soziale medien leisten einen enormen beitrag zur verrohung unserer gesellschaften. und ja: deshalb wollen chinesen facebook auf gar keinen fall!

    • A. Nus am 04.05.2017 08:28 Report Diesen Beitrag melden

      Überlegen

      Ich denke Chinesen wollen fb. Nur der chinesische Staat nicht.

    • Sceptic am 04.05.2017 13:04 Report Diesen Beitrag melden

      Und woher kommt der Druck

      Die Verrohung unserer Gesellschaft wird schon seit Jahren durch Gruppierungen und Organisationen WEIT grösser als das Fratzenbuch vorangetrieben. Der wahre Grund hinter diesem Druck ist schlicht Zensur. Das Unterbinden unliebsamer Wahrheiten und Tatsachen. Unter dem Deckmantel "Hassprediger" oder "Gewaltpost" lässt sich dann absolut jede Meinung unterbinden, welche nicht der offiziellen Geschichte entspricht oder VIPs anprangert. Was "Wahr" oder "Gewalt" ist, entscheidet dann wieder eine "höhere Instanz" für uns, deren Motive und Agenda natürlich keines öffentlichen Diskurses bedarf.

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