Speicher voll

27. August 2017 10:22; Akt: 27.08.2017 10:22 Print

Wohin bloss mit all den Handy-Fotos?

von Andreas Hauri - Cloud oder Fotopapier, das ist hier die Frage. In den Ferien fotografieren wir für gewöhnlich wie wild mit dem Handy drauflos. Und dann?

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Dass immer noch Ferienzeit ist, merken derweil auch Daheimgebliebene. Man bekommt häufiger Foto-Post per Handy zugeschickt. All die Aufnahmen von Freunden und Bekannten, die aus den Ferien grüssen. Selfies aus Paris, Tokio und Lissabon. Panoramabilder aus dem Engadin, Sonnenuntergänge an der Copacabana, Foodporn aus Sizilien.

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Bloss, wohin mit den Schnappschüssen? Früher hätte man noch Dia-Abende organisiert und Freunde mit ausführlichen Reiseberichten gelangweilt. Damit lockt man heute niemanden mehr. Klar, man könnte die Fotos ja einfach entwickeln lassen und ein Album zusammenstellen. Dann hätte man, wie es so schön heisst, etwas in der Hand. Allerdings braucht das Zeit und Geduld. Und manchmal ist die Qualität der Bilder dann doch nicht so gut, dass sie für ein hübsches Album oder Fotobuch taugen.

20 Millionen neue Bilder pro Tag

Also stellt man den ganzen Kram einfach ins Netz? Jede Sekunde werden auf Facebook circa 3000 Fotos hochgeladen. Auf Instagram sind es täglich weit über 20 Millionen neue Bilder. Oder speichert man die Handyfotos einfach in der Cloud ab? Auf der externen Festplatte? Ein nicht repräsentativer Selbsttest kommt zum Schluss: weder noch.

Mein Smartphone habe ich nun etwa zwei Jahre. Mit dem Gerät hab ich bisher auf den Tag genau 1623 Fotos gemacht. Darunter so einiges doppelt. Fotografiert habe ich natürlich längst nicht nur in den Ferien. Ich habe Wi-Fi-Passwörter abfotografiert, die Glatze meines Professors und Till Lindemann von Rammstein auf einer Konzertbühne. Lindemann erkennt man kaum, weil er so weit weg ist, die Glatze habe ich unterdessen gelöscht und mein Wi-Fi-Passwort längst geändert. Speicher fressen die Fotos auf meinen Smartphone natürlich trotzdem.

Fotos ausgedruckt

Ferienfotos gibt es auch ein paar. Etwa aus dem Maggiatal im Tessin von vor einem Jahr. Ganze drei davon habe ich an Freunde von mir geschickt. Und zwar mit der Postkarten-App der Post. Eben erst habe ich sogar ein paar Handyfotos entwickeln lassen. Etwa 25 Stück von meiner Ferienromanze aus Japan. Mir war irgendwie danach, als ich dann wieder in der Schweiz war, die Fotos für immer aufzubewahren. Nicht in der Cloud, sondern auf Papier. Trotz schlechter Qualität. Die meisten davon sind schwülstige Selfies mit meinem Urlaubsflirt. Dazu kommen Aufnahmen vom Fuji, japanischen Gärten, Sushi-Restaurants und dergleichen. Besonders aufregend ist das nicht. Ein Album daraus zu machen, habe ich auch nicht vor.

Fazit: Meine Handyfotos bleiben, was sie sind — Handyfotos. Kaum einmal schaue ich mir welche an, noch seltener zeige ich sie anderen Leuten. Auf Papier oder in die sozialen Netzwerke schaffen es nur die allerwenigsten Aufnahmen. Ansonsten fressen sie Speicher.


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