Die i-Yacht

16. April 2012 13:57; Akt: 16.04.2012 15:06 Print

«Revolutionäres Projekt mit Steve Jobs»

Der französische Designer Philippe Starck fantasiert von einer streng geheimen Zusammenarbeit mit Apple. Doch der US-Konzern dementiert. Des Rätsels Lösung ist beim verstorbenen Firmenchef zu suchen.

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Mit seinen Äusserungen sorgte Philippe Starck für Wirbel. Der bekannte französische Designer sagte in einem Radiointerview bei «France Info», dass er mit Apple an einem neuen Projekt arbeite. Das Ergebnis werde in acht Monaten vorgestellt - mehr dürfe er wegen des «religiösen Kults der Geheimhaltung», der beim US-Konzern herrsche, nicht verraten.

Die Gerüchte schossen ins Kraut. Sollte es sich gar um den iFernseher handeln? Tatsächlich ist der Franzose ein gewiefter Selbstdarsteller. Doch Apple will offiziell nichts von einer Zusammenarbeit wissen. Eine Sprecherin des Unternehmens verneinte gegenüber «All Things Digital», dass es ein gemeinsames Projekt gebe.

In Tat und Wahrheit dürfte es um eine privates Herzensangelegenheit des im vergangenen Oktober gestorbenen Apple-Gründers gehen. Sie hätten sich über sieben Jahre hinweg regelmässig getroffen, sagte Starck im Radiointerview und wies darauf hin, dass er weiterhin mit Jobs' Witwe, Laurene Powell, in persönlichem Kontakt stehe. Mehr könne er nicht sagen zum geheimnisvollen Projekt. Es sei aber «ziemlich revolutionär».

Wände aus Glas

Das besagte Projekt dürfte eine Yacht der Superlative sein, wie «All Things Digital» vermutet. Starck hat sich als Erbauer von Luxusyachten einen Namen gemacht - und Jobs wollte zeitlebens ein eigenes Schiff bauen.

In der von Jobs autorisierten Biografie beschreibt Autor Walter Isacsson die Modelle und Bauzeichnungen, die ihm der todkranke Apple-Gründer zeigte. Die von ihm geplante Yacht sei schnittig und minimalistisch, mit perfekten Decks aus Teakholz - ohne jeden Schnickschnack. «Wie bei einem Apple Store hatten die Kabinenfenster grosse Scheiben, die fast vom Boden bis zur Decke reichten, und der Hauptaufenthaltsraum sollte rund 13 Meter lange und drei Meter hohe Glaswände haben.»

In See stechen dürfte die Steve-Jobs-Yacht von Holland aus. Erbauerin ist die auf individuelle Kundenwünsche spezialisierte niederländische Firma Feadship. Die Produktion hatte längst begonnen - als Jobs noch immer am Design herumtüftelte. Er wisse, dass er möglicherweise sterbe und seine Frau mit einem halbfertigen Boot zurücklasse, sagte Jobs. «Aber ich muss damit weitermachen. Wenn ich es nicht tue, dann gestehe ich praktisch ein, dass ich sterben werde.»

(dsc)