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24. Juli 2009 10:57; Akt: 24.07.2009 11:33 Print

Ich sehe was, was du nicht siehst

Erotische Urlaubsbilder, private E-Mails und Passwörter: Wer seinen Rechner zur Reparatur bringt, zieht blank. Einige Techniker nutzen das schamlos aus.

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Der britische Fernsehsender Sky News hat einen Laptop in sechs Läden zur Reparatur gebracht. Er wurde mit einem einfachen Fehler versehen, den jeder geschulte Mitarbeiter binnen Minuten erkennen müsste. Darüber hinaus wurden auf dem Rechner zwei kleine Freeware-Tools installiert. Das eine zeichnete jede Tastaturbewegung auf, das andere aktivierte die Webcam, ohne dass der Nutzer etwas davon merkte.

Das Ergebnis für den ersten Shop: Ein Mitarbeiter rief die vermeintliche PC-Besitzerin an und stellte ihr umgerechnet 175 Franken für den Austausch einer Hardwarekomponente in Rechnung, der nie stattgefunden hatte. Denn sein Kollege hatte das Problem mit wenigen Klicks gelöst. Anschliessend schaute sich der Techniker - von der Webcam beobachtet - private Bikinifotos an und rief überdies Kollegen herbei, auf dass diese auch ein wenig Abwechslung vom Arbeitsalltag hätten. Danach lud man Fotos und Login-Daten auf einen USB-Stick. Abschliessend versuchte er sich in einen Onlinebanking-Account einzuloggen, scheiterte aber, weil die angegebenen Daten falsch waren.

Die Reporter führten den gleichen Test in fünf weiteren Londoner Läden durch. Nur einer schnüffelte weder die Daten aus, noch stellte er eine überhöhte Rechnung für die einfache Reparatur.

(hst)