Windows Phone 7

11. Oktober 2010 11:25; Akt: 26.10.2010 15:35 Print

Nun gilt es ernst

Heute geht der Launch von Microsofts neuem Smartphone-Betriebssystem über die Bühne. Die Erwartungen sind gross, schliesslich ist es die letzte Chance, um im Mobilfunkmarkt Fuss zu fassen.

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Microsofts Versuche sich im Mobilfunkmarkt zu behaupten, sind bislang kläglich gescheitert. Mit der Kin-Serie hatte der US-Konzern erstmals die Hardware eines Handys selbst in die Hand genommen - und eine Schlappe eingefangen. Gerade mal sechs Wochen nach Verkaufsstart gab Microsoft Ende Juni 2010 bekannt, dass die ersten eigenen Mobiltelefone KIN ONE und KIN TWO nicht mehr produziert werden. Laut Recherchen der «New York Times» sollen keine 10 000 Geräte über den Ladentisch gegangen sein.

Mit Windows Phone 7 soll nun das Ruder wieder rumgerissen werden. Mitte August konnte sich 20 Minuten Online ein erstes Bild von dem Mobile-Betriebssystem machen. Das Fazit fiel durchzogen aus. Negativ aufgefallen sind unter anderem der nicht erweiterbare Gerätespeicher sowie die fehlende Copy-and-Paste-Funktion. Echtes Multitasking wird bislang nur für vorinstallierte Anwendungen unterstützt. Auch Tethering, womit sich das Smartphone als Modem nutzen lässt, sucht man vergebens. Gut gefallen haben aber die intuitiv bedienbaren Benutzeroberfläche und die so genannten Tiles, in denen sich Informationen sammeln und schnell aufrufen lassen. In den Hubs werden Funktionen gebündelt - beispielsweise alle E-Mails, SMS und Tweets eines Kontakts. Praktisch: Man kann eine Adresse direkt in Bing Maps aufrufen und sich die Route anzeigen lassen.

Livestream ab 15:30 Uhr

Um eine flüssige Performance zu garantieren, stellt Microsoft klare Anforderungen an die Hardwarehersteller. Darin wird etwa verlangt, dass der Prozessor über mindestens 1 GHz Taktrate verfügen muss und der interne Speicher mindestens 8 GB gross ist. Die ersten Geräte kommen von LG (E900), HTC (Mondrian) und Samsung (Cetus) und werden heute im Laufe des Tages präsentiert. Der US-Hauptevent wird ab 15:30 Uhr live ins Internet gestreamt.

Mit fremden Federn geschmückt

Einen entscheidenden Erfolgsfaktor machen die vorhandenen Apps aus, die von Drittentwicklern programmiert werden. So werden etwa über Apples App Store mehr als 250 000 und im Android-Market über 100 000 Anwendungen angeboten. Zu den Kassenschlagern zählt das Game Angry Birds. Es belegte zwischenzeitlich in 79 Länder den ersten Platz der Top-iPhone-Apps und soll über 6 Millionen Mal verkauft worden sein. Von solchen Apps träumt man offenbar auch bei Microsoft. Auf der Unternehmens-Website wurde in der Werbung für Windows Phone 7 kurzerhand auch das Game-Icon von Angry Birds verwendet. Bei der Entwicklerfirma Rovio zeigte man sich darüber allerdings weniger erfreut. Über Twitter stellten sie klar, dass das Icon ohne ihre ausdrückliche Erlaubnis verwendet worden sei. Microsoft entschuldigte sich daraufhin und gab an, dass es sich um ein Versehen geahndelt habe, so der IT-Blog mashable.com.

(mbu)