E-Sport

12. April 2018 14:17; Akt: 12.04.2018 14:17 Print

In dieser Liga werden nur Schweizer Games gespielt

von Jan Graber - Der Schweizerische E-Sport-Verband hat eine Liga gegründet, die sich ausschliesslich einheimischen Games widmet – eine Premiere.

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Es klingt zunächst wie ein Scherz: In genau einem Spiel können sich die E-Sportler messen. Das Game hat keinen Online-Modus, weshalb die Teilnehmer nur vor Ort gegeneinander spielen können. Und das Spiel gehört nicht einmal zur Liga von «Counter Strike», «League of Legends» und Co., die E-Sport-Begeisterte in ihren Bann ziehen, sondern um das fast noch unbekannte Schweizer Game «Retimed». Wieso also hat der Schweizerische E-Sport-Verband (SESF) die Swiss Made Games League (SMGL) gegründet? Ein Turnier, in dem ausschliesslich Schweizer Games gespielt werden, und das von April bis Dezember dauert? War es den Gründern ernst damit oder handelt es sich nur um ein Spassprojekt?

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«Sowohl als auch», gibt Nicolas Pidancet, Mitbegründer und Botschafter der Swiss Made Games League, unumwunden zu. Der Spassfaktor sei sicher höher als bei einem traditionellen E-Sport-Turnier. «Aber das Projekt ist durchaus ernst gemeint», ergänzt er. Sie arbeiteten alle hart daran, dass mit der SMGL eine gesunde, lokale E-Sport-Community entsteht und das Projekt auch in ein paar Jahren noch besteht. Da es sich weltweit um die erste Liga dieser Art handelt, bleibe aber vorerst vieles im experimentellen Bereich. Noch wüssten sie beispielsweise nicht, ob die Turniere über Twitch gestreamt würden. Und falls ja, in welcher Sprache.

E-Sport-Szene kennt Schweizer Games kaum

Die Idee für die SMGL sei ihm beim Organisieren der ersten Geneva Gaming Convention gekommen, sagt Pidancet. «Ich erkannte, dass die einheimische Gameentwicklerszene sehr viel lebendiger war, als ich gedacht hatte, und wirklich gute Spiele hervorbrachte», sagt er. Pidancet hatte das Gefühl, dass sich die E-Sport-Community über das lokale Schaffen nicht wirklich bewusst ist.

Für ihn zählt die Förderung der Schweizer Games denn auch zu einem der Hauptziele der SMGL. «Wir wollen Brücken zwischen der E-Sport-Community und den lokalen Spielentwicklern schlagen», sagt er. Beide Seiten würden profitieren: Die E-Sportler, indem sie interessante lokale Spiele kennenlernten, und die Entwickler, weil sie so zu Playtests und gutem Feedback kämen. Unterstützt wird die Swiss Made Games League folgerichtig von der Pro Helvetia, die laut Pidancet etwa die Hälfte der Startkosten trägt. Als Hauptsponsor nennt er das Kryptowährungs-Start-up Bity aus Neuenburg. Als Hauptpreis des Turniers winkt ein Bitcoin (aktueller Wert zirka 6500 Franken).

In drei Jahren drei Spiele

Nur mit einem Spiel zu beginnen, habe man sich der Einfachheit wegen entschieden. Sobald Spiele mit unterschiedlich grossen Mannschaften und auf verschiedenen Plattformen stattfinden, werde die Logistik aufwändiger, sagt Pidancet. Er hofft aber, dass in spätestens drei Jahren mindestens drei Schweizer Games in der SMGL gespielt werden. «Wie viele es sind, hängt aber auch stark von der Entwicklerszene ab», sagt er. Denn E-Sportler seien sehr selektiv. Sie würden nur Spiele aufnehmen, die sie selbst lieben und an die sie glauben.



Der Trailer zur Swiss Made Games League. (Video: SMGL)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gamer am 12.04.2018 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Weg

    Wenn man international nichts Wert ist kapselt man sich einfach ab und feiert sich selbst, bravo! Mit schwachen Indie-Games, 8-bit Retro Kram und Spielen welche eher nach Smartphone-App aussehen reisst man gar nichts im E-Sport. Duell im Landwirtschaftssimulator will auch keiner sehen. TIPP: Orientiert euch an den aktuellen Top Titeln, setzt auf Skill der Spieler, kein P2W Mist und vor allem keine Chance für Cheater. Grafik ist Nebensache, FPS/Latenz zählen mehr. Klatscht eine interessante Spielwelt drauf und ihr habt einen Hit.

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  • Philoswiss am 13.04.2018 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    SMGL--->SGL

    Ich verstehe ja dass man CH-Spiele fördern will aber wenn man international bekannt werden will kann man nicht nur Spiele spielen die ausschliesslich in der Schweiz bekannt/beliebt sind (darum ist Schwingen/Hornussen nicht international). Spielt doch bekannte Spiele mit internationalen Gästen. Ihr könnt dann immernoch Werbung machen (Investoren suchen) für CH-Spiele wenn die Gäste da sind. Ich denke so verschaffen sich CH-Spieler und Spiele-Entwickler mehr internationales Gehör und Feedback. Aber die Liga hat sich leider schon SMGL gennant. SGL wäre besser und inklusiver...

  • D-1 am 13.04.2018 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Mal was neues

    Der Ansatz ist interessant, ich lese jetzt mal etwas zwischen den Zeilen und gehe stark davon aus, dass der Wettbewerb nur zusätzlich zu einer Schweizer Liga mit den üblichen Spielen läuft. Gut man hat zum Start nur retimed, mit viel Potential, aber kein Hype Game, zumindest nicht für den europäischen Markt, da ist 5v5 oder Battle-Royal gefragt. Wäre schön wenn sich mal was etabliert, dass einfach mal anders ist. Ich wünsche euch damit auf jeden Fall viel Erfolg.

Die neusten Leser-Kommentare

  • D-1 am 13.04.2018 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Mal was neues

    Der Ansatz ist interessant, ich lese jetzt mal etwas zwischen den Zeilen und gehe stark davon aus, dass der Wettbewerb nur zusätzlich zu einer Schweizer Liga mit den üblichen Spielen läuft. Gut man hat zum Start nur retimed, mit viel Potential, aber kein Hype Game, zumindest nicht für den europäischen Markt, da ist 5v5 oder Battle-Royal gefragt. Wäre schön wenn sich mal was etabliert, dass einfach mal anders ist. Ich wünsche euch damit auf jeden Fall viel Erfolg.

  • Philoswiss am 13.04.2018 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    SMGL--->SGL

    Ich verstehe ja dass man CH-Spiele fördern will aber wenn man international bekannt werden will kann man nicht nur Spiele spielen die ausschliesslich in der Schweiz bekannt/beliebt sind (darum ist Schwingen/Hornussen nicht international). Spielt doch bekannte Spiele mit internationalen Gästen. Ihr könnt dann immernoch Werbung machen (Investoren suchen) für CH-Spiele wenn die Gäste da sind. Ich denke so verschaffen sich CH-Spieler und Spiele-Entwickler mehr internationales Gehör und Feedback. Aber die Liga hat sich leider schon SMGL gennant. SGL wäre besser und inklusiver...

  • Gamer am 12.04.2018 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Weg

    Wenn man international nichts Wert ist kapselt man sich einfach ab und feiert sich selbst, bravo! Mit schwachen Indie-Games, 8-bit Retro Kram und Spielen welche eher nach Smartphone-App aussehen reisst man gar nichts im E-Sport. Duell im Landwirtschaftssimulator will auch keiner sehen. TIPP: Orientiert euch an den aktuellen Top Titeln, setzt auf Skill der Spieler, kein P2W Mist und vor allem keine Chance für Cheater. Grafik ist Nebensache, FPS/Latenz zählen mehr. Klatscht eine interessante Spielwelt drauf und ihr habt einen Hit.

    • Auch Gamer am 12.04.2018 17:01 Report Diesen Beitrag melden

      Ganz genau..

      ..so müssten die das machen. Dafür dürfen sie dann gerne auch mehrere Jahre Entwicklung in Kauf nehmen und das richtig ausreifen lassen.

    • Nopey Nopenstein am 13.04.2018 09:43 Report Diesen Beitrag melden

      na klar, so würde es (nicht) gehen

      klar, die gameförderung ist ja auch so massiv in der schweiz (niiiicht). und die lohn/lebenshaltungskosten sowie lizenzen sind in der schweiz auch soooo billig, dass mehrjährige entwicklungen sich massivst überbezahlt machen, in einer branche, die die grössten abverkäufe in salestimes haben... geeeeenau. und warum macht ihr zwei das nicht? =)

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  • Jörg Frei am 12.04.2018 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ..

    was für spiele ich kenne keins und nicht so indi spiele sondern richtige?!

    • EinLeser am 12.04.2018 15:00 Report Diesen Beitrag melden

      Jaja die A+ Spiele...

      Battlefield 1234314123 kann man doch überall spielen und ist auch nicht gross anders als Battlefield 82094832 das letztes Jahr erschien...

    • SirNoIndi am 12.04.2018 16:58 Report Diesen Beitrag melden

      Trotzdem..

      ..sind die spiele um längen besser als jeder schrott der hier vorgestellt wird. Darum nennt man das ja auch Indi

    • ReandlyPhoenix am 13.04.2018 07:16 Report Diesen Beitrag melden

      Wircklichkeit

      Meiner meinung sind die besten spiele von indis weil man da merkt das Menschen dahinter sind und nicht gierige Unternehmen Was hat indi mit schrott zu tuen

    • nopey nopenstein am 13.04.2018 09:44 Report Diesen Beitrag melden

      nur mal am rande

      indi heissen indi, weil sie indepentend entwickelt wurden. nur deswegen. und wer unabhänig ist, hat auch meist ein minimales budget, was die möglichkeiten einschränkt; deswegen sind die games so "billig"/einfach

    • Meyo am 13.04.2018 14:39 Report Diesen Beitrag melden

      Outlast, Friday the 13th

      Beides Indie Spiele die nicht Schrott sind.

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