Onlinespiele

09. September 2010 10:37; Akt: 09.09.2010 10:59 Print

Nicht schwul und trotzdem diskriminiert

Josh Moore aus Fort Gay wurde von Microsoft der Zugang zu Xbox Live verwehrt, weil der Ortsname als Beleidigung aufgefasst wurde.

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Fort Gay: Einwohner hatte es bei Xbox Live nicht leicht.

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Fort Gay liegt in West Virginia, aber als der 26-jährige Josh Moore versuchte, Microsoft das mitzuteilen, wollte man ihm dort nicht glauben. Stattdessen wurde sein Zugang zu Xbox Live gesperrt, bis Moore schliesslich doch die Mitarbeiter überzeugen konnte, dass der Ort in seinem Profil «Fort Gay WV» kein Witz und auch keine Beleidigung ist. «Gay» ist das englische Wort für «schwul».

«Ich war wütend», sagte Moore. «Ich hatte das Gefühl, dass sie Schwule hassen.» Er sei nicht homosexuell, fühle sich aber trotzdem diskriminiert. Sogar Bürgermeister David Thompson schaltete sich ein, erreichte allerdings wenig. Microsoft habe ihm mitgeteilt, dass der Name seiner Gemeinde keine Rolle spiele, sagte Thompson dem Sender WSAZ. Das Wort «gay» sei in jedem Zusammenhang unangemessen. Der zuständige Microsoft-Direktor Stephen Toulouse sagte, es handle sich um ein Missverständnis und kündigte eine Entschuldigung an.

Im Februar 2009 war der Fall einer gewissen Teresa bekannt geworden. Sie hatte sich sich in Microsofts Onlinenetzwerk für Xbox-Spieler angemeldet und offen in ihrem Profil geschrieben, dass sie lesbisch sei. Daraufhin wurde sie von anderen Spielern belästigt und angefeindet. Wenig später bekam sie von Microsoft mitgeteilt, dass ihr Account gelöscht worden sei. Andere Spieler hätten sich über ihre Freizügigkeit beschwert. Auch bei der Human Rights Campaign (HRC), einer Schwulen- und Lesbenorganisation in den USA, hatte sie keinen Erfolg. Denn Microsoft habe ein positives Image, wenn es um Diskriminierung geht, hiess es seitens der HRC. In einer Stellungnahme verwies Microsoft darauf, dass kein Mitglied von Xbox Live sexuelle Elemente im Profil verwenden dürfe. Dazu zählten auch Gamertags mit expliziten Wortbestandteilen. Dass dies zu Absurditäten führt, beweist der Fall von Richard Gaywood, dessen Klarname nicht akzeptiert wurde, weil er das Adjetiv gay enthält.

(hst/ap)

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