Hands-on

31. August 2010 13:09; Akt: 31.08.2010 15:28 Print

Sony bringt Bewegung in den Spielemarkt

von Henning Steier - In zwei Wochen kommt mit PlayStation Move Konkurrenz für Nintendos Wii und Microsofts Kinect auf den Markt. 20 Minuten Online hat sie ausprobiert.

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PlayStation Move: Sonys bewegungssensitiver Controller kommt am 15. September in die Schweiz.

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Am 15. September kommt Sonys bewegungssensitive Steuerung für die PlayStation 3 in die Schweiz. Den Move-Motion-Controller wird es für 60, das Paket mit ihm, der Eye-Kamera und einer Demodisc für 90 Franken geben. Für heute hatte der Hersteller zum Ausprobieren des kabellosen Controllers nach Zürich eingeladen. So konnte sich 20 Minuten Online ein erstes Bild der Konkurrenz für Nintendos Wii und Microsofts Kinect machen.

Insgesamt haben wir 45 Minuten mit fünf Games verbracht. Nicht nur deswegen sind unsere Erfahrungen allenfalls als grobe Einschätzungen zu sehen. Die gezeigten Games sind laut Sony allesamt noch nicht die fertigen Versionen, so dass ein finales Urteil noch nicht möglich ist. Angespielt haben wir «Start the Party», «Sports Champions», «Kungfu Rider», «Heavy Rain» und «The Shoot».

Den Controller auf der Party kennen lernen

Für Einsteiger eignet sich die Partyspielesammlung am besten. Schnell findet man sich zurecht. Denn die Mini-Games, in denen man beispielsweise Objekte aus Steinen schlagen oder Insekten erlegen muss, sollte jeder sofort begreifen können. Mit ihnen kann man den Controller am schnellsten kennen lernen. Er liegt bequem in der Hand und ist gut verarbeitet. Die Kugel an der Spitze besteht aus Kunststoff, so dass man sich nicht ohne weiteres verletzen kann. Von den Sportspielen hat uns Tischtennis am besten gefallen. Wir konnten Bällen sogar Effet verpassen - wie im realen Spiel. Das Game ist damit der Wii-Variante haushoch überlegen. Bogenschiessen erinnert ebenfalls an Nintendos Konsole. Man nimmt zwei Motion Controller - bei der Wii bekanntlich die Wiimote und den Nunchuck. Das Spannen des Bogens ist bei Sony Lösung viel realistischer, ausserdem kann man Pfeile aus dem Köcher nehmen und hat fühlt sich an vergleichbare Kindheitserlebnisse erinnert. Ausserdem kann man hier Bildschirminhalte mit von der Kamera erfassten Objekten überblenden, beispielsweise einem Pinsel. Ausserdem kann der Spieler eingebunden werden - Augmented Reality auf der Konsole also.

Etwas für Puristen ist «The Shooter» - der Name ist Programm. Auf einem Filmset schiesst man alle ab, die einem begegnen. Vom Regisseur erhielten wir abschliessend allerdings keine gute Bewertung, obwohl das Game deutlich einfacher ist als «Kungfu Rider». Denn hier braucht man alle Buttons des Controllers, von den Symbol-Tasten abgesehen, um mit einem Bürostuhl vor Gaunern zu fliehen. Es brauchte allerdings seine Zeit, bis wir die Finessen des Games, wirksame Kicks gegen die Gegner, nutzen konnten. Beim bereits bekannten Spiel «Heavy Rain» fiel uns die Umstellung auf Move-Steuerung - wie erwartet - leicht.

Zu viel Licht verträgt die Steuerung nicht

Insgesamt überzeugt hat uns die Präzision von PlayStation Move. Die Figuren reagierten präzise und nahezu ohne Latenz auf unsere Eingaben. Wir konnten auch in vier Metern Entfernung vom Fernseher noch problemlos spielen. Bis zu fünf Sekunden verbargen wir den Controller hinter dem Rücken, ohne dass die Steuerung aussetzte. Allerdings war das Zürcher Mascotte recht dunkel: Dass PlayStation Move Probleme bei zu starkem Lichteinfall hat, zeigt das obige Video der Macher von ps3club.ru. Daher sollte man bei seiner Openair-Playstation-Party auf den Motion-Controller verzichten.

Der Move-Motion-Controller wiegt etwa 145 Gramm und kommt mit Beschleunigungs-, Lage- und Feldsensor zum Kunden. Er bietet eine Aktionstaste und die vier bekannten PS-Controller-Keys auf der Vorder- und einen analogen Abzug auf der Rückseite. Der Navigationscontroller bringt 50 Gramm weniger auf die Waage, er hat einen Analog-Stick, die Tasten X und Quadrat, ein Digital-Kreuz und auf der Rückseite zwei Abzüge.

Nintendo hat mit seiner Wii die Bewegungssteuerung von Games populär gemacht. Microsoft wird mit Kinect für die Xbox 360 im Herbst eine neue Steuerung auf den Markt bringen. Sie ist eine Kombination aus Mikrofon, Kameras und Software, welche den Körper zum Controller macht und konnte im Kurz-Test durchaus überzeugen. Am 19. November kommt die Steuerung im Paket mit dem Spiel Kinect Adventures für 219 Franken auf den Markt.

Schwieriger Vergleich

Ein Vergleich der drei Systeme bietet sich an, einen klaren Sieger gibt es allerdings nicht. Denn die Wii ist vergleichsweise günstig und hat neue Spielerschichten erschlossen: Frauen und Gelegenheitsspieler. Grafisch lag sie immer schon hinten, nun ist sie auch technisch ins Hintertreffen geraten, denn Kinect und PlayStation Move erlauben eine realitätsnähere Steuerung. Microsofts Lösung hat sicherlich den grössten Innovationswert und dürfte auch absolute Anfänger anziehen, weil man ohne Controller auskommt. Dafür registrierten wir bei Sonys Angebot eine geringere Latenz und somit ausgereiftere Technologie, was aber nicht überrascht, weil die Erfassung eines Controllers einfacher ist als die eines Körpers. Spätestens auf der nächsten E3, im Sommer 2011 in Los Angeles, dürfte Nintendo aber eine neue Wii vorstellen, die mit den Konkurrenten wieder auf Augenhöhe sein müsste.

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