Simon Füglister

23. September 2017 20:01; Akt: 23.09.2017 20:01 Print

Schweizer Gamedesigner startet international durch

von J. Graber - Zwei Jahre Studium, ein halbes Jahr fürs erste Game: Der Schweizer Gamedesigner Simon Füglister (25) ist schnell unterwegs. Zwei Begegnungen.

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Das erste Mal begegnete ich ihm im Januar 2015 am Global Game Jam (GGJ). Wir hatten beschlossen, für eine Reportage am Global Game Jam teilzunehmen, an dem von zufälligen Teams in drei Tagen ein Game entwickelt wird. Ich hatte mich soeben einer Gruppe angeschlossen, als ein etwas schüchterner junger Mann mit Brille auf uns zutrat und fragte, ob auch er dabei sein könne. Vom Gamedesign habe er keine Ahnung. Da der Game Jam allen offen steht, nahmen wir ihn in unseren Zirkel auf. Sein Name: Simon Füglister.

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Zeitsprung, zweieinhalb Jahre später, August 2017. Als ich den #Swissgames-Stand an der Gamemesse Gamescom in Köln besuche, sehe ich einen Entwickler, der mir vertraut vorkommt. Plötzlich dämmert es mir: Es ist der junge Mann von damals, Simon Füglister. Aber was macht er hier unter all den Cracks? Nun: Er zeigt sein erstes eigenes Game «Pine Seeker» – eine Arbeit, die bereits für Aufmerksamkeit gesorgt und ihn bereits weitergebracht hat. Doch zuerst noch ein Blick zurück.

Die Spielregeln ändern

«Nach dem Global Game Jam schloss ich gerade die Matura für Erwachsene ab», erzählt der in Untersiggenthal AG aufgewachsene Designer. Danach habe er sich an der Zürcher Hochschule der Künste fürs Gamedesign-Studium beworben, sei aber wegen fehlenden Dokumenten nicht angenommen worden. So ging er stattdessen nach Frankfurt an die Games Academy und studierte dort Gamedesign.

Dass er den Weg zum Gamedesigner einschlagen würde, war zwar ursprünglich nicht vorgesehen, zeichnete sich aber früh ab. «Schon als Kind änderte ich die Regeln von Brettspielen, wenn sie mir zu langweilig wurden», sagt er. Später interessierten ihn die Spielmechaniken von Games: Er suchte nach Programmierfehlern, um sie zu seinen Gunsten zu nutzen, und versuchte sich im E-Sport. «Ich benutzte Spiele als Sandkasten für eigene Ideen», sagt er.

Ein halbes Jahr für ein Spiel

Er absolvierte eine Lehre als technischer Modellbauer, hatte nach einem Jahr im Job allerdings genug davon und entschied sich, die Matura nachzuholen. Das Ziel: Gamedesign. Der Eintrittspunkt: der Global Game Jam 2014. «Beim Game Jam lernte ich, wie viele Leute es für ein Spiel braucht und wie die verschiedensten Bereiche ineinandergreifen», sagt er. Das faszinierte ihn.

Das Multiplayer-Game «Pine Seekers» hat er in wenig mehr als einem halben Jahr praktisch im Alleingang fertiggestellt und auf der Download-Plattform Steam veröffentlicht. «Leider fehlt noch die Playerbase», sagt er. Sprich: Das Game macht nur mit mehreren Spielern gleichzeitig Spass, dafür fehlt aber die genügend grosse Community – eine Hürde, die alle Multiplayer-Games zu überwinden haben. Für «Pine Seekers» begann er aber nicht einfach mit einer Idee, sondern studierte von Beginn weg die Zielgruppe. Er sei zielstrebig und ambitioniert, gibt er zu.

Vom Fleck weg engagiert

Auch wenn «Pine Seekers» nicht die gewünschte Anzahl Spieler findet, für Simon Füglister hat sich der Aufwand bereits gelohnt: Von der Gamescom weg wurde er dank «Pine Seekers» von einem internationalen Team für ein grösseres Gameprojekt engagiert. Um welches es sich handelt, kann er noch nicht verraten, nur dass es sich um ein Game mit hohen Investitionskosten handelt.

Kurz: Aus dem schüchternen Laien ist in kürzester Zeit ein gestandener Gamedesigner geworden – mit einem klaren Ziel: «Eines Tages gründe ich mein eigenes Studio», sagt er. Sein direkter Blick verrät, dass er es ernst damit meint.

Gametrailer «Pine Seekers»

Gametrailer «Shiny Ninjas»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roger am 23.09.2017 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fantasy basel

    hab ihn getroffen an der fantasy basel ein cooler typ scheint was im köpfchen zu haben und für eine einmann aktion ist das spiel echt gut.

  • Roman am 23.09.2017 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wahrheit

    Respekt vor seiner Leistung. Das Game sieht aber todlangweilig aus.

  • Psy Goblin am 23.09.2017 21:50 Report Diesen Beitrag melden

    Pine Seekers

    Kostet 24.- das ist massiv überteuert. Klar ist Aufwand dabei aber so kauft es sicher niemand.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Leser am 25.09.2017 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Noch Potential

    Naja gametechnisch sind wir wahrscheinlich noch 20 - 30 Jahre im Rückstand, wenn ich mir das so ansehe.

    • Dani am 01.10.2017 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leser

      Nein, wir sind sogar ganz vorne mit dabei was die Technik angeht. Nur um AAA Titel zu produzieren (Assassins Creed, Witcher etc. braucht es sehr grosse Teams von 60 Mann+. Zusätzlich dutzende Millionen an Entwicklungskosten.

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  • marko 32 am 24.09.2017 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super

  • kurt am 24.09.2017 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    realitäten

    bei allem respekt, aber ein gamestudio zu eröffnen kann praktisch jeder. das problem ist aber auch gewinn damit zu machen. die grossen publisher wie ea und ubisoft machen kleine buden doch ratzfatz platt sobald die irgendeine innovative idee haben. den traum mit spielentwicklung reich zu werden haben viele, genauso viele scheitern aber an den realitäten. finanzieller erfolg hat heutzutage leider nichts mehr mit ideen und leidenschaft zu tun, nur der, der schon geld hat kommt überhaupt soweit das er wahrgenommen wird.

    • Sämi am 01.10.2017 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @kurt

      Naja EA oder Ubisoft als innovativ zu bezeichnen halte ich für gewagt. Die bringen ja Jahr für Jahr nur den selben Quatsch mit neuen Texturen. Innovation habe ich in den letzten 5 Jahren nur von Indies gesehen.

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  • Neil am 24.09.2017 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Game Planning in Japan

    Werde ab Oktober 2017 bei der HAL Tokyo in Japan Game Planning studieren. Japanisch kann ich schon (nach einem Jahr und drei Monate lernen in Japan). Freue mich schon

    • Mo am 25.09.2017 19:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Neil

      Cooler Plan, alles Gute für dein Vorhaben! Dann sieht man deinen Namen hoffentlich auch bald in einem Game! :)

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  • Singular am 24.09.2017 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts besonderes

    Wenn er 16 Jahre alt gewesen wäre, hätte ich noch applaudiert aber an seiner Story ist absolut nichts besonderes, das gibts im IT und Game Bereich am laufenden Band.

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