Surface Pro

30. Januar 2013 12:07; Akt: 30.01.2013 13:32 Print

64 Gigabyte? Ach was ...

Das Microsoft-Tablet Surface Pro steht vor dem US-Verkaufsstart in der Kritik. Die Geräte bieten dem Nutzer massiv weniger Speicherplatz, als auf der Verpackung steht.

Bildstrecke im Grossformat »
Microsofts Surface ist ein 10.6 Zoll grosses Windows-8-Tablet. Das dünnere und leichtere Modell ist für den Privatgebrauch gedacht und wird von Windows 8 RT betrieben. Das stärkere Surface Pro mit Windows 8 Pro ist mehr für den professionellen Gebrauch ausgelegt. Die RT-Version erschien in der Schweiz am 14. Februar 2013. Das Pro-Modell folgt Ende Mai. Der Clou des Tablets sind die magnetischen «TouchCover» und «Type Cover», die nicht nur das Display schützen, sondern ausgeklappt als Tastatur dienen. Links das 3 Millimeter dicke TouchCover, rechts das knapp 6 Millimeter dicke Type Cover. Das TouchCover schlägt mit 130 Franken, das Type Cover mit 140 Franken zu Buche. Im Set mit dem Surface RT kostet das Touch Cover 100 Franken, allerdings taugt nur das Type Cover als vollwertige Tastatur. Das Surface verfügt über einen «Kickstand», der das Gerät aufrecht hält. Er kann an der Rückseite des Tablets ausgeklappt werden. Microsofts Tablet-Premiere hat ein 10.6 Zoll grosses HD-Display (Full-HD für das Pro-Modell) mit einem 16:9 Seitenverhältnis und eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln (Pro-Modell). Das dünnere Surface RT kommt mit 32 und 62 Gigabyte (GB) Speicherplatz daher, das Pro-Modell gibt es mit 64 und 128 GB. Allerdings benötigt die vorinstallierte Software einen beträchtlichen Teil des Speicherplatzes. Das Surface mit Windows 8 RT fällt mit 9,3 Millimetern knapp dünner als das iPad aus. Das Pro-Modell für den geschäftlichen Einsatz konkurriert mit Ultrabooks (dünne Notebooks) und wird mit 13,5 Millimetern deutlich dicker, schwerer und teurer. Auch bei den Anschlüssen unterscheiden sich die beiden Surface-Versionen. Das RT-Modell gibts mit microSD, USB 2.0, Micro-HD und 2x2 MIMO. Der Pro-Variante spendiert Microsoft microSDXC, USB 3.0 und einen Mini DisplayPort. Das Surface ist Microsofts erster «PC». Erfahrung mit der Entwicklung von Hardware hat der Software-Riese aber seit Jahren. Seit über einem Jahrzehnt macht Microsoft mit seinen Xbox-Spielkonsolen Nintendo und Sony Konkurrenz. Auch im Geschäft mit PC-Zubehör mischen die Redmonder mit. Bereits 1983 erschien die erste Microsoft-Maus.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wer sich für das Premium-Tablet Surface Pro von Microsoft interessiert, hat die Wahl: Es gibt die teurere Variante mit 128 Gigabyte (GB) Speicherplatz, oder die günstigere mit 64 GB Speicherplatz. So lautet zumindest die Ankündigung des Herstellers.

Noch vor dem US-Verkaufsstart am 9. Februar hat Microsoft nun allerdings bestätigt, dass der effektive Speicherplatz deutlich geringer ist. Beim 128-GB-Modell bleiben dem Nutzer lediglich 83 Gigabyte Platz für die eigenen Daten und Programme. Der Rest wird durch das Betriebssystem Windows 8, reservierten Speicherplatz für die Systemwiederherstellung sowie die vorinstallierte Software besetzt. Beim 64-GB-Modell bleiben gar nur 23 Gigabyte.

Wem das zu wenig ist, der kann laut dem Redmonder Konzern anstelle des internen Speichers einen bootfähigen USB-Stick für die Systemwiederherstellung und Backups nutzen. So werden laut dem Tech-Portal arstechnica.com wieder 8 Gigabyte frei.

Das US-Medium VentureBeat kommt zu einem harten Urteil: Microsoft führe die Kunden in die Irre, indem ein Produkt beworben werde und etwas anderes verkauft werde. Was den freien Speicherplatz betreffe, sei insbesondere das Surface Pro mit 64 GB ein schlechter Deal.

Es ist nie drin, was draufsteht

Der Fairness halber muss erwähnt werden, dass auch andere Anbieter mit dem theoretisch verfügbaren Gesamtspeicherplatz werben. Allerdings ist der Speicherbedarf anderer Tablet-Systeme (iOS, Android) deutlich kleiner. Etwas besser fällt der Vergleich mit dem MacBook Air aus: Die Installation von Mac OS X Mountain Lion benötigt rund 13 GB. Auf einem 64-GB-Gerät wären demnach noch etwa 50 GB frei.

Im Gegensatz zum marktführenden iPad, das neu auch in einer 128-GB-Version angeboten wird, kann man beim Surface Pro dafür zusätzlichen Speicherplatz einbinden. So lassen sich über die USB-3.0-Schnittstelle externe Festplatten und Daten-Sticks anschliessen. Eine weitere Möglichkeit bietet der Kartenslot, der Speicherkarten im MicroSDXC-Format (bis zu 64 GB) schluckt. Und schliesslich sind auch noch über Microsofts Cloud-Speicherdienst SkyDrive weitere sieben Gigabyte verfügbar.

Kein neues Phänomen

Neu sei das Phänomen mit dem knappen Speicherplatz bei Microsoft-Tablets nicht, hält das deutsche Tech-Portal golem.de fest. Auch beim Surface-Modell mit Windows RT und 32 GB Speicherplatz blieben dem Nutzer nur 14 GB übrig. Hier gilt anzumerken, dass ein Office-Paket vorinstalliert ist, beim Surface Pro hingegen nicht.

Schweizer Verkaufsstart und Preise offen

Wann das Surface Pro offiziell in der Schweiz in den Verkauf kommt, ist - im Gegensatz zum Surface RT - nicht bekannt. Microsoft Schweiz kann auf Anfrage noch kein Datum nennen. Die Vermutung liegt aber nahe, dass es schon in wenigen Wochen so weit sein könnte. Zudem dürfte der Verkaufsstart hierzulande gleichzeitig mit Deutschland und weiteren europäischen Ländern erfolgen.

Wer sich nicht gedulden will, kann Microsofts Premium-Tablet übers Internet in den USA bestellen. Via Adapter kann dann später auch eine Schweizer Tastatur angeschlossen werden.

In den USA kostet das 64-GB-Modell 899 US-Dollar, das 128-GB-Modell gibts für 999 Dollar. Beide Modelle werden mit digitalem Stift (Pen) ausgeliefert. Die Tastatur, die ins Cover integriert ist, ist aber nicht inbegriffen. Sie kostet zusätzlich 130 Dollar, wie der All-Things-Digital-Blog berichtete.

(dsc)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • nico am 30.01.2013 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    differenzieren

    Das surface pro mit einem iPad zu vergleichen ist einfach nur lächerlich. Das sind zwei ganz verschiedene Geräte. Wenn, dann müsste man das RT mit dem iPad oder einem Android Tablet vergleichen. Auf dem Surface Pro können x86 Programme installiert weden. Das Windows braucht auch keine 40GB, da ist das office vorinstalliert usw. Windows pro braucht nicht mehr als 20 GB.

  • Manqu B. am 30.01.2013 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Andere Geräte.

    Aber wieso wird gerade das Surface Pro als irreführend bezeichnet? Ist das den nicht bei allen Hersteller die Pro Geräte herstellen das gleiche Problem? Ausserdem lese ich in vielen Blogs das dies eine gefälschte News sein soll, das die unmöglich stimmen kann.

  • Paddy am 30.01.2013 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Surface RT

    So viel wie bei dem 32GB Surface schon vorinstalliert ist (alle Apps, Features + volles Office!!), dann ist ja klar, dass nur noch 14GB übrig bleiben. Installiert mal Office auf dem iPad (ahja, geht ja nicht) und arbeitet damit (ahja, kann man auch nicht). Das Zeug ist nicht kompatibel... Nebenbei kann eh alles gestreamt werden (via Cloud (Skydrive, Dropbox, etc.), auch Musik, Videos)... und es hat erst noch einen Mikro-SD-Karten und USB-Anschluss. Also was soll das Ganze?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris am 30.01.2013 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Betrug wenn man keine Ahnung hat

    1. Das ist ÜBERALL so. Es wird immer angegeben wieviel Speicherplatz ein Speichermedium theoretisch hat. Immer. Vor allem eine Tech-Seite sollte das wissen. Der Artikel auf VentureBeat ist einfach nur schlecht. 2. Wennschon, dann ist das eine Kritik an Windows 8 Pro - es braucht auf dem PC nämlich etwa gleich viel Platz. Somit ist es nicht Kundenverarsche, sondern einfach schlechte Recherche seitens der Journalisten.

  • vitaSvizra am 30.01.2013 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Recovery-Partition

    Die Speicherbelegung kommt durch die Recovery-Partition zustande. Diese lässt sich jedoch problemlos löschen. Dann stehen über 8 GB mehr zur freien Verfügung...

  • jon m am 30.01.2013 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    schon krass

    auf dem Desktop verbraucht Windows 20GB. Keine Ahnung warum RT so viel Platz braucht, auch auf dem Pro sollte nicht dermassen viel Platz verbraucht werden. Mal sehen wieviel User Microsoft damit wieder verärgert.

  • IT Hasser am 30.01.2013 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach genial

    Beim Mac Book Pro muss man ein separates CD-Laufwerk mitschleppen, beim Surface eine Festplatte.... Und ich dachte, wir wären im 21. Jahrhundert.

  • Kimbrus am 30.01.2013 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kleine Vorteile sind teuer ....

    Surface Pro contra Normal Laptop mit einer soliden grossen Festplatte. Wer sich unbedingt einschränken will, kauft sich den Kleinen,- ist im Verhältnis aber teurer. Surface Pro schreit geradezu nach einer externen Festplatte. Aber Jedem das seine.