«Blut-Elfenbein»

06. März 2013 12:18; Akt: 06.03.2013 15:25 Print

eBay und Google sind schlecht für Elefanten

Der Online-Handel mit illegalem Elfenbein gefährdet das Überleben der afrikanischen Dickhäuter. Tierschützer fordern ein härteres Durchgreifen der Behörden.

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Der illegale Online-Handel mit Elfenbein ist für Kriminelle ein risikoarmes und hochprofitables Geschäft. (Bild: AP Photo/Eranga Jayawardena)

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Naturschützer warnen vor einer neuen Gefahr für die Afrikanischen Elefanten: der boomende Online-Handel mit Elfenbein. Es gebe immer mehr Fälle, in denen illegales Elfenbein in Internetforen und über Shopping-Webseiten vertrieben werde, darunter auch über Google, sagen die Umweltschützer. Auf der Tagung des Washingtoner Artenschutzabkommens forderten die Teilnehmer diese Woche in Bangkok ein härteres Durchgreifen der Behörden weltweit gegen den Handel.

«Das Internet ist anonym und hat 24 Stunden täglich geöffnet. Illegales Elfenbein online zu verkaufen ist für Kriminelle ein risikoarmes und hochprofitables Geschäft», sagte Tania McCrea-Steele vom International Fund for Animal Welfare (IFAW). China sei weltgrösste Anlaufstelle für das «Blut-Elfenbein», das kriminelle Banden oder auch Milizen aus Afrika schmuggeln.

Auch in Europa

Aber China ist nicht der einzige Problemfall. Dem IFAW zufolge ist unerlaubter Elfenbeinhandel auch in den USA und in Europa, und dort speziell bei den ehemaligen Kolonialmächten, ein Thema. Und die Umweltschutzorganisation EIA erklärte diese Woche, auf der Einkaufsseite von Google Japan fänden sich 10'000 Anzeigen für den Verkauf von Elfenbein.

«In ganz Afrika werden Elefanten für die Herstellung von Schmuckgegenständen in Scharen abgeschlachtet. Umso mehr schockiert es, dass Google mit all seinen zur Verfügung stehenden Ressourcen die eigenen Bestimmungen nicht umsetzen kann, die zum Schutz gefährdeter Elefanten beitragen sollten», sagt EIA-Präsident Allan Thorton.

Verstoss gegen Werberichtlinien

Das Internetunternehmen teilt mit, dass auf seinen Webseiten keine Werbung für Produkte erlaubt sei, die von gefährdeten oder bedrohten Tierarten stammen. «Sobald wir Werbung sehen, die gegen unsere Werberichtlinien verstösst, entfernen wir sie», erläutert Google.

Die EIA dagegen teilt mit, man habe am 22. Februar Google-Chef Larry Page in einem Schreiben gedrängt, entsprechende Werbung zu entfernen. Bislang habe das Unternehmen nicht geantwortet und die Anzeigen auch nicht gelöscht.

«Gut reagiert»

Das Washingtoner Artenschutzabkommen verbietet seit 1989 den internationalen Handel mit Elfenbein, jedoch nicht den inländischen. McCrea-Steele sagt, der IFAW habe Google und den chinesischen Online-Händler Alibaba auf illegalen Handel hingewiesen. Beide Firmen hätten sehr gut reagiert und Massnahmen ergriffen, die unerlaubten Aktivitäten einzudämmen.

Auch mit eBay arbeitet der IFAW zusammen. Seit die Naturschützer dem Online-Auktionshaus nachweisen konnten, dass über seine Seiten Elfenbein gehandelt wird, greift eBay hart durch. «Es läuft bei eBay ohne Frage viel sauberer ab», sagt Adrian Hiel von IFAW. «Aber es erscheinen jeden Tag zig neue Anzeigen. Man muss wachsam bleiben und ständig kontrollieren.»

(sda)