Nilam Farooq

09. April 2013 20:08; Akt: 07.05.2013 15:14 Print

So wird man zum YouTube-Star

von Daniel Schurter - Neu können auch Schweizer YouTube-Nutzer mit selbstgedrehten Videos Geld verdienen. Die junge deutsche Bloggerin Daaruum verrät ihr Erfolgsrezept.

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YouTube-Videos als lukrativer Job: Nilam Farooq alias Daaruum hat es geschafft, der Ostschweizer Beatboxer Pepouni ist auf dem besten Weg dazu. (Bild: 20 Minuten Online)

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Eigentlich heisst sie Nilam Farooq, doch ihre Fans kennen und lieben sie als Daaruum. Unter diesem Künstlernamen veröffentlicht die 23-jährige Deutsche mit polnisch-pakistanischen Wurzeln regelmässig eigene YouTube-Videos. Sie ist ein Shooting-Star der deutschsprachigen YouTube-Community und gilt als eine der erfolgreichsten Beauty-Bloggerinnen.

Wir haben Nilam anlässlich der Lancierung von YouTube.ch in Zürich getroffen und sie nach ihrem Erfolgsrezept gefragt. Denn ab heute können auch Schweizer YouTube-Nutzer mit ihren selbstgedrehten Filmen Geld verdienen. Über das sogenannte YouTube-Partnerprogramm beteiligt das Google-Tochterunternehmen Amateure und Profis an den Online-Werbeeinnahmen.

Sei ehrlich!

«Am Wichtigsten ist, etwas mit den Leuten zusammen aufzubauen», betont Nilam. Es gelte die eigene Community, die anfangs noch sehr klein sei, zu hegen und zu pflegen und sich mit den treuen YouTube-Nutzern auszutauschen. «Du musst ganz ehrlich sein», sagt die junge Bloggerin. Denn das Feedback komme ungefiltert in Form von netten und hässlichen Kommentaren zurück. Bei negativen Rückmeldungen brauche sie manchmal eine dicke Haut. Entmutigen lassen dürfe man sich nicht.

Seit über zwei Jahren spricht Nilam vor laufender Kamera über alles, was junge Frauen interessiert. Wichtig sei es, sich vorgängig über die Zielgruppe bewusst zu werden, die angesprochen werden solle. In ihrem Fall seien dies weibliche Internet-Nutzerinnen zwischen 13 und 24 Jahren. Ihnen gibt sie praktische Schminktipps, verrät ihre süssen Lieblingsrezepte und beantwortet Fragen zu allen Lebenslagen. Wie wärs zum Beispiel mit einem Fischgrätenzopf-Tutorial?

(Quelle: youtube.com/daaruum)

290'000 Abonnenten

Was in der Freizeit mit einfachster Ausrüstung begann, ist für die ausgebildete Schauspielerin zum lukrativen Job geworden. Die rund um ihre Videos geschalteten Werbe-Einblendungen bringen ihr Monat für Monat so viel Geld ein, dass sie mittlerweile ihren Lebensunterhalt damit bestreiten kann. Mehr als 290'000 Internet-Nutzer lassen sich regelmässig von ihr unterhalten. Wer Daaruum abonniert, wird automatisch über Neuigkeiten informiert.

Die Ernüchterung

«Ich bin mein eigener Chef und schätze mich glücklich, dass ich das Hobby zum Beruf machen konnte», sagt Nilam. Sie ist sich aber auch bewusst, dass sehr viele ihr Glück versuchen – und es nur wenige bis ganz an die Spitze schaffen. In Deutschland läuft das YouTube-Partnerprogramm bereits seit 2008. In den vergangenen fünf Jahren hat sich eine lebendige Community etwickelt. Täglich werden neue und immer professionellere Eigenproduktionen aufgeschaltet.

Bei so manchem hoffungsfrohen YouTube-Partner stellt sich allerdings nach unzähligen Versuchen Ernüchterung ein. Der Traum vom schnellen Reichtum dürfte auch im YouTube-Zeitalter kaum in Erfüllung gehen. Als Ausnahme ist der koreanische Rapper Psy zu erwähnen. Er schaffte es dank der viralen Verbreitung seines ulkigen Gangnam-Style-Videos weltweit in die Charts und verdiente allein dank YouTube-Werbung mehrere Millionen Dollar.

Ganz wichtig: der Ton

Dem hält Nilam dagegen, dass sie kein «One Hit Wonder» sein wolle. Um die Abonnennten bei der Stange zu halten, gelte es regelmässig Neues zu veröffentlichen. Was das Erstellen der Videos betrifft, mache sie alles selber. Sie habe ein kleines Filmstudio eingerichtet und schneide das Rohmaterial mithilfe einer gängigen Software. Ein Punkt, der bei der Produktion nicht unterschätzt werden dürfe, sei der Ton. «Es kommt nicht nur auf das Video an.»

Mittlerweile kann Nilam auch mit professionellen Partnern zusammenarbeiten und so von wertvollen Kontakten profitieren. «Als Beautymädchen habe ich auch schon mit Comedy-Jungs Videos gedreht.» Entscheidend sei die Vermarktung. Nur wenn die Videos über Facebook und andere Kanäle weiterverbreitet werden, steigen die Klick-Zahlen. Sobald ein YouTube-Kanal eine gewisse Reichweite erzielt, werden Unternehmen darauf aufmerksam. Daraus können sich wiederum neue Kooperationen und Werbeverträge ergeben.

Talente werden gefördert

Das Unternehmen YouTube fördert aufstrebende YouTube-Partner mit dem Nachwuchsprogramm NextUp und bietet auch Lehrgänge zum Erstellen von gelungenen Webvideos an. Nilam war auf Einladung von Google in London und schwärmt von den Erfahrungen, die sie mit den Videoprofis sammeln konnte. Was die Zukunft betrifft, hat sie noch viel vor. «Das Thema Beauty ist ein sehr oberflächliches», räumt sie selber ein. Diesen Frühling ist sie übrigens nicht nur auf YouTube zu sehen. Sie spielt in der deutschen TV-Krimiserie SOKO Leipzig.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Shinji Schneider am 10.04.2013 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Sex Sells und Werbung ist wichtig

    Sehr viele Youtuber fördern klicks indem sie in ihren Thumbnails (halb)nackte Mädels zeigen. Der ständige Hinweis die Videos überall zu teilen und zu liken und zu abonnieren darf genausowenig fehlen wie etwa 5 Mal pro Tag etwas "lustiges" auf Facebook zu teilen. Am besten noch "Gewinnspiele" oder Verbindungen mit anderen Seiten/Youtubern die füreinander Werbung machen. Wenn es darum geht sich gegenseitig die Klicks hochzupuschen sind alle beste Freunde ;)

  • Massimo am 09.04.2013 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld Geld Geld

    Erschreckend, alle wollen Geld scheffeln ohne etwas dafür leisten zu müssen...

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  • Christian Denzler am 11.04.2013 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dauerstress

    Das Problem ist, dass man nonstop Inhalte liefern muss, um die Leute bei der Stange zu halten. Ich sehe es bei Twitter. Kaum postet man einen oder zwei Tage nichts, springen Leute ab. Die Follower haben das Gefühl, dass man zu deren Liveunterhalter wird und ihnen jede freie Minute «versüsst». Muss man damit Geld verdienen ist man bald im Dauerstress es sei denn, man macht nebenbei wenig bis nichts anderes. Es neben einem 100% Job zu schaffen fast unmöglich. Kein wunder sind die erfolgreichsten auf Youtube Studierende und Schauspieler.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter Fischer am 11.04.2013 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Habe da auch meinen eigenen TV- Sender ;

    Habe selbst seit Jahren einen eigenen YT- Kanal, hauptsächlich mit Musik. Und darauf live und selbst gefilmte Bands, hauptsächlich aus der Schweiz. Deshalb habe ich auch "erst" 300'000 tsd. Klicks, aber dafür von wirklich Interessierten, keine Oneclick-Stands und oberflächliches und verzittertes Handygefilme. Habe extra eine gute Kamera gekauft und gebe mir viel Mühe mit dem Schnitt. Das macht Spass und hatte auch schon nette Kontakte mit Uebersee. Mein Motto: Qualität vor Quantität. So macht's gehörig Spass und ich hoffe noch auf viele Jahre auf dieser schillernden Plattform.

  • Christian Denzler am 11.04.2013 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dauerstress

    Das Problem ist, dass man nonstop Inhalte liefern muss, um die Leute bei der Stange zu halten. Ich sehe es bei Twitter. Kaum postet man einen oder zwei Tage nichts, springen Leute ab. Die Follower haben das Gefühl, dass man zu deren Liveunterhalter wird und ihnen jede freie Minute «versüsst». Muss man damit Geld verdienen ist man bald im Dauerstress es sei denn, man macht nebenbei wenig bis nichts anderes. Es neben einem 100% Job zu schaffen fast unmöglich. Kein wunder sind die erfolgreichsten auf Youtube Studierende und Schauspieler.

    • youtuber am 11.04.2013 08:33 Report Diesen Beitrag melden

      Es kommt drauf an

      Ich bin seit 4 Jahren auf Youtube mit über 4 millionen clicks und mache videos über Spiele. Wer mit YouTube Karriere machen will muss man für seinen Kanal sehr viel Zeit investieren. Die erfolgreichen Youtuber arbeiten mehrere Stunden an ihren Videos damit diese auch wirklich ankommen.

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  • capaul am 10.04.2013 20:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Holt euch Adblock

    Für alle die keine Werbung mögen, holt euch einen Adblocker. Der verhindert Werbung im ganzen Internet. Das einzig schlechte daran ist, dass Leute, die Werbeeinnahmen verdient hätten, keine bekommen.

    • denken bevor man macht am 11.04.2013 14:07 Report Diesen Beitrag melden

      Grüne Werbung

      Guter Mann, Werbung sollte angemessen sein wenn überhaupt, wenn ich ein Produkt wirklich brauche dann merke ich das selber und bestelle mir dann ggf. ein Katalog oder schaue auf der Hersteller Webseite. Dort können Sie Ihr Produkt, dann auch realistisch vermarkten. Die heutige Werbung ist viel zu gezielt und beinflusst unser Ego. Schlimm ist das bei Kindern, die sind den Reizen komplett ausgeliefert... aber bei jedem Klick Werbung rein zuschalten ist einfach blöd und verdoppelt den Ressourcen verbrauch fürs surfen deutlich.

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  • Shinji Schneider am 10.04.2013 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Sex Sells und Werbung ist wichtig

    Sehr viele Youtuber fördern klicks indem sie in ihren Thumbnails (halb)nackte Mädels zeigen. Der ständige Hinweis die Videos überall zu teilen und zu liken und zu abonnieren darf genausowenig fehlen wie etwa 5 Mal pro Tag etwas "lustiges" auf Facebook zu teilen. Am besten noch "Gewinnspiele" oder Verbindungen mit anderen Seiten/Youtubern die füreinander Werbung machen. Wenn es darum geht sich gegenseitig die Klicks hochzupuschen sind alle beste Freunde ;)

  • Justus Spät am 10.04.2013 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Die Daaruum...

    würde ich, ganz ehrlich, nur schon alleine wegen Ihr schauen! Was für eine schöne Frau und dazu noch ne schlaue :) aaah, Balsam für mein Auge