Copyright-Verstösse

25. Mai 2012 08:57; Akt: 25.05.2012 13:05 Print

So kämpft Google gegen Web-Piraten

Der neue Transparenzbericht von Google bringt es an den Tag: Über eine Million Links löscht der Suchmaschinen-Konzern jeden Monat aus seinem Index.

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97 Prozent der angeprangerten Inhalte werden laut Google entfernt. (Bild: Keystone)

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In der Debatte um das Urheberrecht steht Internet-Gigant Google immer wieder am Pranger. Nun will der Konzern öffentlich dokumentieren, in welchem Umfang er den Rechte-Inhabern bei der Verfolgung von Copyright-Verstössen zur Seite steht und Online-Piraterie bekämpft.

Google hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr in 5,4 Millionen Fällen Inhalte, Webseiten und Web-Adressen aus seinen verschiedenen Angeboten (ohne YouTube) gelöscht. Darauf wies der Internet-Konzern am Donnerstag im Firmenblog hin.

Im Monat bearbeitet Google demnach durchschnittlich 1,2 Millionen Anfragen, Inhalte wegen möglicher Copyright-Verletzungen offline zu nehmen. Unter den gelöschten Inhalten befanden sich allein 3,3 Millionen Weblinks (URLs) in den Suchergebnissen.

«Wichtiger Kampf»

97 Prozent der angeprangerten Inhalte werden laut Google entfernt - verschiedene Anfragen können sich auf ein und dasselbe Ziel beziehen. «Der Kampf gegen Online-Piraterie ist sehr wichtig», schreibt Google-Manager Fred von Lohmann im Blogeintrag. «Wir wollen nicht, dass unsere Suchergebnisse die Menschen auf Stellen im Netz lenken, wo die Urheberrechte verletzt werden.»

Um das Ausmass der Löschungen deutlich zu machen, würden die wegen Copyright-Verletzungen entfernten Inhalte im «Transparency Report» von Google erfasst. Dort waren zuvor vor allem die staatlich verfügten Löschungen dokumentiert worden.

Urheber zweifeln an Erfolg

Der Suchmaschinengigant bietet Rechte-Inhabern ein Verfahren an, mit dem Verstösse gegen das Urheberrecht gemeldet und unterbunden werden können. Ob dieses Prozedere ausreicht, gegen Copyright-Verletzungen im Internet vorzugehen, ist allerdings umstritten. Verlegerverbände und Musikverwerter hatten dem Internet-Konzern in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen, zu wenig gegen Inhalte-Klau im Netz zu unternehmen und finanziell von Verstössen gegen das Urheberrecht zu profitieren.

Nicht alle Löschanträge sind berechtigt

Google betonte nun, die aktuellen Zahlen belegten, dass die Benachrichtigungen der Rechte-Inhaber über mögliche Urheberrechtsverletzungen konsequent geprüft würden. Anfragen würden durchschnittlich innerhalb von elf Stunden bearbeitet. Bei bekannten Organisationen, die den Status eines «vertrauenswürdigen Partners» hätten, betrage dieser Zeitraum sogar nur sieben Stunden. Anfragen von Firmen und Organisationen wie Microsoft, NBC Universal oder dem Verband der US-Musikindustrie RIAA machten dem Löwenanteil aus.

Google wies zugleich darauf hin, dass nicht jede Anfrage zur Löschung von Inhalten gerechtfertigt sei. So habe eine Fahrschule in Grossbritannien den Ausschluss der Homepage eines Wettbewerbers aus dem Google-Index verlangt, nur weil dort auch eine alphabetisch sortierte Ortsliste zu finden war.

(dsc/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lukas Meister am 25.05.2012 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Interessant ist, dass eine Suchmaschine die einem eigentlich den Weg irgendwohin zeigen sollte, auch entscheidet, wo ich hinzugehen befugt bin und wo nicht... Das wäre wie wenn mein Navi sagen würde: "danke für die Adresseingabe, aber zu diesem Quartier haben sie keinen Zutritt"

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lukas Meister am 25.05.2012 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Interessant ist, dass eine Suchmaschine die einem eigentlich den Weg irgendwohin zeigen sollte, auch entscheidet, wo ich hinzugehen befugt bin und wo nicht... Das wäre wie wenn mein Navi sagen würde: "danke für die Adresseingabe, aber zu diesem Quartier haben sie keinen Zutritt"

    • Peter am 25.05.2012 14:06 Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      Du hast wohl den Sinn dieser Aktion nicht verstanden. Aber um es dir am Navi Beispiel klar zumachen: Nehmen wir an, dein Navi tut wie du gesagt hast. Dann würde es das deshalb tun, weil es gefährlich ist, an diesen Ort zu fahren oder schlichtweg verboten. Das ganze ist also eine Einschränkung, die aber hilft. Google versucht hier nur, dem Konsumenten resp dem User bestmögliche Dienstleistungen zu bieten. Gruss

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