Shweeb

29. September 2010 09:32; Akt: 29.09.2010 10:14 Print

Per Kapsel zum Einkaufen

Google hat die Sieger seines 10-Millionen-Dollar-Projekts 10^100 bekannt gegeben. Eine geförderte Idee soll neue Fahrzeuge in die Städte bringen.

10^100: Ein Video von Google zeigt die Gewinner des Projekts.
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Vor zwei Jahren hatte Google dazu aufgerufen, Ideen einzuschicken, «die die Welt verändern könnten», wie es im offiziellen Blog heisst. Tüftler aus 170 Ländern sandten insgesamt rund 150 000 Vorschläge ein, von denen 16 in die engere Auswahl aufgenommen wurden, über die öffentlich abgestimmt wurde. Nun stehen die fünf Sieger des Projekts 10^100 fest, die Google im offiziellen Video zeigt.

Mit einer Million US-Dollar wird die Monorail des Unternehmens Shweeb unterstützt. Nutzer bewegen sich in einer Kapsel fort, die auch durch Treten angetrieben werden könnte. In einem neuseeländischen Freizeitpark kann man die Technologie bereits erleben. Sie könnte aber auch in grossen Städten zum Einsatz kommen. Zwei Millionen Dollar erhält die Khan Academy, die eine Web-Bibliothek von 1600 Lehrvideos offeriert und so Gratis-Bildung für alle anbieten will.
FIRST bekommt drei Millionen Dollar. Die Organisation will Kinder für Technologie und Mathematik begeistern. Zwei Millionen erhält mit Public.Resource.Org eine Gruppe, die US-Staatsdokumente für jeden im Web zugänglich machen will. Das African Institute for Mathematical Sciences (AIMS) bietet Studenten in Kapstadt einen zweisemestrigen Aufbaustudiengang der Naturwissenschaften an und erhält dafür ebenfalls zwei Millionen Dollar.

Eigener Risikokapital-Fonds

Im März 2009 hatte der Suchmaschinist mit Google Ventures einen eigenen Risikokapital-Fonds gegründet. «Wir befinden uns in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, aber gute Ideen entstehen immer. Wir sind überzeugt, dass die Rezession der ideale Zeitpunkt ist, um in aufstrebende Unternehmen zu investieren», schrieben die Leiter Rich Miner und Bill Maris damals im firmeneigenen Blog. Der Fonds wurde mit etwa 100 Millionen US-Dollar ausgestattet.

Zu den Beteiligungen zählt die Firma Corduro, die 2008 gegründet wurde. Sie kümmert sich um Zahlungen im Web, mit dem Smartphone, aber auch an der Ladenkasse. Bekannt waren zuvor unter anderem Googles Investitionen in das webbasierte Sprachenlernangebot English Central, die Geogaming-Plattform SCVNGR sowie Pixazza. Das Start-up baut Werbung in Bilder ein. Berührt der Surfer sie mit dem Cursor, wird ein Fenster geöffnet, über das sich Produkte wie das Kleid des Hollywoodstars auf dem Foto direkt online bestellen lassen. Neu für die Öffentlichkeit waren im Mai 2010 hingegen die Investments in OpenCandy, Recorded Future und V-Vehicle. Erstgenanntes Unternehmen lässt Softwareanbieter Werbung für Programme von Drittanbietern integrieren, so dass sie potenziellen Kunden angezeigt wird, wenn sie beispielsweise Freeware installieren.

Das Start-up Recorded Future entwickelt eine Technologie, dank der sich herausfinden lässt, wo und wann eine Information erstmals im Web erschien und wie sie sich verbreitete. Daraus soll man Rückschlüsse für die Zukunft ziehen und Kommunikationswege besser planen können. Über die Beteiligung V-Vehicle ist bislang nicht viel bekannt geworden - im Wesentlichen, dass die Firma aus dem Bundesstaat Louisiana an einem Öko-Auto für den Massenmarkt arbeitet, das in den Vereinigten Staaten produziert werden soll.

(hst)