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04. November 2010 09:08; Akt: 04.11.2010 10:52 Print

Panne zum Start

Google hat Street View in Deutschland gestartet - testweise für den bayerischen Ort Oberstaufen. Allerdings waren einige gepixelte Häuser sichtbar.

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Street View: Auch verpixelte Häuser aus Oberstaufen waren übers iPhone zu sehen.

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Gegenüber teltarif.de sagte Kay Oberbeck, Sprecher von Google Deutschland, die betroffenen Bereiche seien gelöscht worden, nachdem Google auf einen Softwarefehler hingewiesen worden sei. Dieser betraf die Apps für iPhone und iPad. «Unkenntlich gemachte Häuser waren für einen kurzen Moment erkennbar, bevor die Verpixelung einsetzte und die Häuser tatsächlich unkenntlich wurden. Von diesem Fehler waren nach unseren Recherchen fünf Häuser in Oberstaufen betroffen», sagte Oberbeck. Spiegel.de hatte allerdings berichtet, die Häuser seien dauerhaft zu sehen gewesen.

Eine Beschwerde aus Oberstaufen hat es laut Google bislang nicht gegeben. Wie deutlich wurde, bearbeitet Google nicht die Roh-Bilder, sondern legt einen Vergröberungsfilter über die Häuser, der anscheinend für die Apple-Apps nicht funktionierte. Oberbeck sagte spiegel.de, die Roh-Daten würden erst zwei Monate nach der Unkenntlichmachung verändert. So könne man noch eine Zeit lang Fehler korrigieren.

Um Street View in den Apple-Apps zu nutzen, startet man die Maps-Applikatione und hält den Finger auf eine Strasse gedrückt, bis sich ein Feld öffnet, in dem links ein weisses Männchen in einem roten Kreis zu sehen ist. Tippt man dieses an, öffnet sich die Street-View-Ansicht, sofern sie verfügbar ist. Für zehn von uns getestete Orte in Zürich - unter anderem den Redaktionssitz von 20 Minuten Online - funktioniert dies allerdings zurzeit nicht. In Bern hatten wir hingegen keine Probleme. Woran das liegt, konnte Google Schweiz auf Anfrage bislang nicht beantworten.

E-Mails abgegriffen

Zuletzt hatte Street View Ende Oktober Negativschlagzeilen gemacht. Googles Kamerawagen haben bei ihren Fahrten zum Teil auch unverschlüsselt verschickte E-Mails und Passwörter aufgezeichnet. Das hätten Behörden-Untersuchungen ergeben, teilte Google mit. Welche Länder betroffen sind, blieb zunächst unklar. «Soweit wir wissen, sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen, so dass noch kein Abschlussbericht vorliegt», sagte ein Sprecher auf Anfrage. «Wir haben die Behörden in ihren Untersuchungen von Beginn an unterstützt.» Google hatte im Mai eingeräumt, dass die Kamerawagen, die Bilder für den Online-Strassenatlas Street View machten, auch Informationen aus unverschlüsselten WLAN-Netzen aufgezeichnet hatten. Das sei durch einen Software-Fehler passiert und lange nicht aufgefallen.

Die Informationen seien nur sehr bruchstückhaft mitgeschnitten worden, da die Empfänger in den Autos fünfmal pro Sekunde den Kanal gewechselt hätten. Google wolle die versehentlich erhaltenen Informationen so schnell wie möglich wieder löschen, kündigte der Suchmaschinenbetreiber an. Konkrete Zahlen nannte der Konzern nicht. Für seinen Bilderdienst fotografiert Google die Städte mit speziell ausgerüsteten Autos aus drei Metern Höhe.

Warten auf das Urteil

Nach einem Unterbruch von mehreren Monaten schickt Google seine Autos seit Anfang August wieder auf Schweizer Strassen. Auf seiner Internetseite gibt Google jeweils bekannt, wo die Fahrzeuge unterwegs sind. Das Aufschaltverbot und die Ankündigung der Fahrten in einem Wochen-Intervall gehen auf eine Vereinbarung zurück, die Google mit dem Eidgenössischen Datenschützer Hanspeter Thür im Dezember 2009 getroffen hat. Sie gilt vorübergehend, bis das Bundesverwaltungsgericht über eine Klage Thürs gegen Google Street View entschieden hat. Hanspeter Thür wirft Google vor, zahlreiche Gesichter und Autonummern gar nicht oder nur unzureichend zu verwischen.

Laut Google wollen 81 Prozent derjenigen Schweizer, die Street View schon einmal genutzt haben, dies auch in Zukunft tun. Das ergab eine Studie des Marktforschungsinstituts TNS Infratest, die Mitte Oktober 2009 durchgeführt wurde. In den ersten Wochen nach der Lancierung von Google Street View in der Schweiz haben ist das Nutzungsvolumen auf maps.google.ch um 80 Prozent gestiegen. Laut Google wird in der Schweiz eines von 20 000 Bildern beanstandet.

(hst)