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02. Februar 2011 19:02; Akt: 02.02.2011 20:42 Print

Google startet Android Web Store

von Henning Steier - Der Suchmaschinist will es Nutzern ermöglichen, Anwendungen direkt über den Browser zu installieren. Ausserdem werden einige Entwicklerwünsche erfüllt.

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Neuigkeiten zu Android 3.0 hatte Google für seine heutige Medienveranstaltung am Firmensitz in Mountain View versprochen. Und so begann sie auch mit der Präsentation bekannter Details: Unterstützung von 3D-Grafik, neue Widgets mit Scrollfunktion, Google Talk mit Videotelefonie und die allgemeine Optimierung für Tablet-Bildschirme. Wann Android 3.0, das auch unter dem Namen Honeycomb firmiert, verfügbar sein wird, ist noch nicht bekannt.

Wirkliche Neuerungen hatte ohnehin erst der letzte Redner im Gepäck: Chris Yerga, Entwicklungschef für Cloudanwendungen stellte den Android Web Store vor, der bereits während seiner Präsentation live ging. Nutzer können ab sofort Anwendungen auch ohne Market-Client installieren. Wie in der obigen Bilderstrecke dokumentiert, gehen sie dazu auf die Website market.android.com und starten den Download im Browser.

Für Raubkopierer nichts Neues

Das Ganze dürfte unter anderem für App-Piraten nichts Neues sein. Denn im Unterschied zum iPhone konnte man bereits zuvor auf diese Weise Anwendungen auf Google-Handys bringen. Dazu musste man nur die Installation aus fremden Quellen zulassen und einen Dateimanager wie Astro installieren. Ein Jailbreak ist nicht nötig.

Praktisch für alle Anwender: Sie können Links zu Apps nun direkt über Twitter oder E-Mails mit anderen teilen. Nutzer können die jeweilige Applikation dann durch Anklicken des Links und Starten des Downloads installieren. Damit geht Googles eines der Hauptprobleme grosser Apps Stores an. Apples Angebot verzeichnet über 300 000 Apps, der Android Market etwa 200 000. Da fällt es Nutzern nicht immer leicht, interessante Anwendungen zu entdecken. Freunde können nun leichter dabei helfen.

Werbevideos für eigene Anwendungen

Entwickler haben nun aufwändigere Übersichtsseiten zur Verfügung, die sie beispielsweise nutzen können, um YouTube-Videos einzubetten, in denen sie ihre Applikationen erklären. Ausserdem können demnächst US-Entwickler App-Preise für diverse Währungen festlegen. Bislang wurde nach festgelegten Wechselkursen umgetauscht. Diese Möglichkeit soll für weitere Länder eingeführt werden. Wann, liess Chris Yerga offen.

Er kündigte überdies In-App-Käufe für Android-Apps an. Dazu zählen weitere Level oder bessere Waffen für ein Spiel. Disney Mobile verzeichnete bislang rund 60 Millionen Downloads seiner Apps. Bald will man erfolgreiche Anwendungen wie Radio Disney und Tap Tap Revenge für Android bereit stellen, kündigte ein Mitarbeiter des Unternehmens an. Am Beispiel letztgenannter zeigte er, wie man noch im ersten Quartal zum Beispiel einen Bruno-Mars-Song in der App kaufen können wird. In-App-Käufe sind bei Apples Apps schon seit Herbst 2009 möglich.