Adblocker entfernt

18. März 2013 11:37; Akt: 18.03.2013 11:38 Print

Google kämpft gegen werbefreies Android

Adblock Plus ermöglicht ungestörtes Surfen und gehört zu den populärsten Erweiterungen für Web-Browser. Nach dem Rauswurf aus dem Google Play Store befürchten die Entwickler Schlimmes.

(Quelle: YouTube)
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Millionen von Internet-Nutzern zählen auf Adblock Plus. Die kostenlose Erweiterung für den Chrome-Browser, Firefox, Opera und Android ermöglicht werbefreies Surfen im Netz.

Allerdings steht das nützliche Gratis-Tool, das über 200 Millionen Mal heruntergeladen wurde, in direktem Widerspruch zum Geschäftsmodell von Google. Der Internet-Konzern macht bekanntlich sehr viel Geld mit Online-Werbung.

Werbeblocker entfernt

Letzte Woche sorgte Google gleich mit mehreren Meldungen für Schlagzeilen. Dass der langjährige Android-Chef Andy Rubin zurücktritt, konnte noch als normale Personalie abgebucht werden. Für Aufregung sorgte hingegen die Ankündigung, dass Google Reader per 1. Juli eingestellt werde.

Ziemlich unter ging allerdings eine andere Meldung des Konzerns, der den Slogan «Don't be evil» (Sei nicht böse) postuliert. Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit hat Google nämlich den populären Werbeblockern den Kampf angesagt. Adblock Plus und vergleichbare Apps (AdBlocker, AdAway und AdFree) sind aus dem Google Play Store verbannt worden. Begründung: Diese Tools verstossen gegen die Richtlinien für Android-Entwickler, weil sie andere Dienste - sprich Werbung - beeinträchtigen.

Offene Plattform?

Nun galt die offizielle und erste Anlaufstelle für Android-Apps bislang als wenig reguliert. Google scannt die Angebote zwar automatisch auf bösartige Malware. Abgesehen davon kann aber sehr vieles im Play Store veröffentlicht werden, im Gegensatz zum deutlich strenger regulierten App Store von Apple.

Adblock Plus, das im vergangenen November als Android-App herauskam, sei Google wohl schon länger ein Dorn im Auge gewesen. Diese Vermutung äusserte die Chefin der Entwicklerfirma in einer Stellungnahme. Sie verstehe, dass Werbeeinnahmen wichtig seien für Google. Programme wie Adblock Plus würden aber nicht automatisch sämtliche Werbung blockieren, vielmehr erhielten die Nutzer dadurch eine Wahl. Durch das eigenmächtige Entfernen solcher Apps verstosse Google gegen grundlegende Prinzipien, die das Internet demokratisch machten. Die US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation spricht gar von Zensur.

Die Chrome-Erweiterung als nächstes betroffen?

Die Co-Gründerin von Adblock Plus befürchtet, dass es dem beliebten Werbeblocker auch im Chrome-Browser an den Kragen gehen könnte. Sollte Google diesen Schritt wagen, drohte allerdings ein richtiger Shitstorm.

Noch ist es nicht so weit. Und der Fairness halber muss gesagt werden, dass Adblock Plus weiterhin auf Android-Geräten installiert werden kann. Allerdings nur über technische Umwege, was für die grosse Masse der Nutzer zu kompliziert sein dürfte.

Google hat sich zu den Vermutungen nicht geäussert, ein Firmensprecher sagte lediglich: «Wir entfernen Apps aus Google Play, die unsere Richtlinien verletzen».

(dsc)