Diversifikation

09. September 2010 10:45; Akt: 09.09.2010 12:51 Print

Neue Ideen ausserhalb des Kerngeschäfts

Google Ideas soll eine Denkfabrik in New York heissen. Chef wird Jared Cohen, der bisher im US-Aussenministerium tätig war. Der Think Tank soll sich unter anderem um Terrorismusbekämpfung kümmern.

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Jared Cohen (Mitte) wird Chef von Google Ideas. Bild: «Foreign Policy»

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Jared Cohen war bisher im Aussenministerium in Washington für digitale Themen zuständig und soll unter anderem dafür gesorgt haben, dass Twitter Wartungsarbeiten verschob, um im Sommer 2009 die Organisatoren der Proteste im Iran zu unterstützen. Wie er in einem Interview mit dem US-Magazin «Foreign Policy» ankündigte, wird er nun Chef von Google Ideas. Der Think Tank soll in New angesiedelt sein und sich unter anderem mit Fragen aus den Bereichen Waffenkontrolle, Bürgerrechte und Terrorabwehr befassen. Cohen wird seinen Dienst Mitte Oktober antreten. Wie der 28-Jährige ankündigte, wird es einen Beraterstab sowie einen Macherstab geben, so dass entwickelte Konzepte mit Regierung und Organisationen umgesetzt werden könnten. Mit google.org hat das Unternehmen bereits Ideen verwirklicht, die man nicht zwangsläufig mit der kalifornischen Firma verbindet. Dazu zählt mit Powermeter ein Tool, mit dem sich der Stromverbrauch überwachen lässt.

Der Konzern ist auch an zwei Windparks beteiligt, die über eine Leistung von insgesamt 169,5 Megawatt verfügen. Damit können 55 000 Haushalte versorgt werden. Die Windparks befinden sich im US-Bundesstaat North Dakota, dessen Ebenen laut Google eine der windreichsten Regionen weltweit sind. Google hat überdies in Solarenergie und die Nutzung von Erdwärme investiert.

Apps durchsuchen

Am Rande der gestrigen Medienkonferenz, auf der Google mit Instant seine neue Suchfunktion vorstellte, die Treffer während der Eingabe liefert, liess Gründer Sergey Brin Interessantes verlauten: Wie Reuter schreibt, soll er laut darüber nachgedacht haben, Inhalte aus Apps in den Index der Suchmaschine aufzunehmen. Man sei aber noch nicht allzu weit gekommen, weil viele der heutigen Applikationen nur Inhalte von Webseiten enthielten. Sollte sich das ändern, wäre das Ganze ein interessanter Ansatz.

Schneller schreiben

Einen Schritt weiter ist man schon mit dem Tool Google Scribe, das in den Labs verfügbar ist. Es schlägt dem Anwender bei der Eingabe Wörter vor, die im jeweiligen Zusammenhang passend sein könnten. Bislang steht Scribe aber nur für englische Texte zur Verfügung. Es lässt sich auch über ein Bookmarklet in Websites einbinden. Wer beispielsweise «This service» eingibt, erhält Vorschläge wie «delivers within» Wer mag, kann die Vorschläge über einen Reiter abschalten oder bei Bedarf durch Drücken der Tabulatortaste aktivieren. Auf Wunsch werden sie nach Relevanz, alphabetisch oder nach nicht benötigten Anschlägen sortiert.

(hst)