Obama beleidigt

26. Januar 2009 09:43; Akt: 23.07.2009 10:41 Print

Google-Bombe entschärft

Kaum im Amt, wurde der neue US-Präsident schon Opfer von Netzaktivisten. Sie hatten die grösste Suchmaschine der Welt manipuliert.

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Google-Entwickler Matt Cutts schreibt in einem Blogeintrag: «Obwohl in Washington der Wandel in der Luft liegt, scheint sich manches nie zu ändern.» Damit spielt Cutts auf den alten Nerd-Streich namens Google Bombing an. Denn für kurze Zeit wurde die Biographie des neuen US-Präsidenten Barack Obama angezeigt, wenn man bei Google «failure» (Versagen) und «cheerful achievement» (erfreuliche Leistung) eingab. Mittlerweile hat der Suchmaschinenanbieter das Leck allerdings beseitigt. Wer jetzt diese Wörter eingibt, bekommt Diskussionsbeiträge zum Thema Googlebombing angezeigt.

Schon im Dezember 2003 bekam man kurzzeitig die Biographie von Obamas Vorgänger George W. Bush auf Platz 1 angezeigt, wenn man nach «miserable failure» (erbärmliches Versagen) suchte. Zahlreiche Bush-Gegner hatten das Dokument über diese Formulierung verlinkt und so Google ausgetrickst. Weil die Suchmaschine die Zahl der Links als ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung von Suchergebnissen ansieht, war sie so manipulierbar, bis Google seinen Algorithmus dementsprechend anpasste.

Auch ein Schweizer Politiker wurde Opfer einer Google-Bombe: Gab man 2004 «jämmerlicher Waschlappen» ein, erschien auf dem ersten Rang der Trefferliste ein Porträt von Christoph Blocher.

(hst)